Nachrichten Dies und das
Kreis Olpe, 10. November 2017

Lehrstellen im Kreis Olpe bleiben unbesetzt

Erneut mehr Ausbildungsstellen als Bewerber

Erneut mehr Ausbildungsstellen als Bewerber
Symbolfoto: Matthias Clever
Kreis Olpe. Wie schon im letzten Jahr gibt es auch im Ausbildungsjahr 2016/17 mehr Ausbildungsstellen als Bewerberinnen und Bewerber, bilanziert die Agentur für Arbeit Siegen. In dem Ausbildungsjahr waren bei der Arbeitsagentur insgesamt 3225 junge Menschen als Bewerber gemeldet.

81 weniger als im letzten Jahr. „Die Zahl der Bewerber ist auch in diesem Jahr wieder zurückgegangen. Aufgrund der sinkenden Schülerzahlen erwarten wir auch in der Zukunft keine steigenden Bewerberzahlen“, verdeutlicht Frank Schmidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Siegener Arbeitsagentur.

Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen stieg im Vergleich zum letzten Berichtsjahr – es geht immer von Oktober bis September – um 155 auf 3677 Stellen. Den Unternehmen falle es immer schwerer, ihre Ausbildungsstellen mit passenden Bewerbern zu besetzen, erläutert Schmidt. Immer mehr Betriebe melden ihre Stellen bei der Arbeitsagentur, um mit Unterstützung des Arbeitgeberservice und der Berufsberatung geeigneter Bewerber ansprechen zu können. Bundesweiter BewerberpoolDie Ausbildungsstellen werden in die Jobbörse der Arbeitsagentur aufgenommen. So werden nicht nur Bewerber aus der Region auf die Ausbildungsstellen aufmerksam, sondern bundesweit können sich junge Menschen bewerben. „Der Service der Arbeitsagentur bietet große Vorteile, insbesondere für kleine Betriebe. Sie haben über die Stellenbörse die Chance, auf sich aufmerksam zu machen“, so Schmidt. Darum ruft er die Betriebe auf, schon jetzt ihre freien Ausbildungsstellen für 2018 zu melden.

Dass es mehr Ausbildungsstellen als Bewerber gibt bedeute jedoch nicht, dass auch alle Bewerber eine Ausbildungsstelle finden. Darum ist es Aufgabe der Arbeitsagentur, für einen Ausgleich am Ausbildungsmarkt zu sorgen. Dennoch waren Ende September noch 152 Ausbildungsstellen frei, zwei mehr als im letzten Jahr. Gleichzeitig waren noch 118 junge Menschen ohne Ausbildungsplatz, 33 weniger als im letzten Jahr. "Es gibt beliebte und weniger beliebte Ausbildungsberufe"„Die Berufsberatung stellt in der Berufsorientierung auch Ausbildungsberufe vor, die nicht so bekannt sind“, erläutert Simone Stuhrmann, Bereichsleiterin der Agentur für Arbeit Siegen und fügt hinzu: „Dennoch gibt es besonders beliebte und weniger beliebte Ausbildungsberufe. So kommt es, dass manche Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz bleiben, während anderswo Ausbildungsstellen und damit Chancen auf eine berufliche Karriere frei bleiben.“

Hiervon besonders betroffen ist die Lebensmittelbranche. Viele Ausbildungsstellen für Köche, Bäcker und Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk sind frei geblieben. Auch Ausbildungsstellen im Allgemeinen Verkauf und für Berufskraftfahrer sowie im Hotel- und Restaurantfach blieben unbesetzt.
Leichter Bewerberrückgang in Siegen-Wittgenstein – deutlicher Rückgang  in OlpeIm Kreis Olpe gibt es bereits seit 2010 mehr Ausbildungsstellen als Bewerber. Im abgelaufen Ausbildungsjahr konnten 1085 Bewerber aus 1452 Ausbildungsstellen auswählen. Die Berufsberater haben 77 Bewerber weniger beraten als im letzten Jahr, die Zahl der Ausbildungsstellen ist um drei gesunken.

Im Kreis Siegen-Wittgenstein ist die Zahl der Bewerber im Ausbildungsjahr 2016/2017 um 4 Bewerber auf 2140 gesunken. Die Betriebe hingegen meldeten mit 2225 Ausbildungsstellen 158 mehr als im letzten Jahr. Das ist erneut ein deutlicher Anstieg. Bereits 2015 wurden 169 Ausbildungsstellen mehr gemeldet als im Vorjahr. In Siegen-Wittgenstein gibt es auch dieses Jahr wieder weniger Bewerber als Ausbildungsstellen.

„Die Betriebe dürfen sich nicht von sinkenden Schülerzahlen beeindrucken lassen und gar nicht mehr ausbilden“, verdeutlicht Frank Schmidt. „Auch wenn sie ein Jahr ohne Auszubildenden bleiben, sollten sie im nächsten Jahr wieder einen geeigneten Kandidaten finden. Und dann helfen wir als Arbeitsagentur gerne mit unseren Unterstützungsangeboten, den jungen Menschen zu einer Fachkraft auszubilden.“
(LP)

Bildergalerie: Erneut mehr Ausbildungsstellen als Bewerber