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Kreis Olpe, 31.07.2021

LP-Randnotizen

Englische Berufsbezeichnungen oder: Die Inflation der Manager

Englische Berufsbezeichnungen oder: Die Inflation der Manager
Grafik: Sarah Menn

Es gab Zeiten, und die sind noch gar nicht so lange her, da gingen Abteilungsleiter zum Geschäftsessen. Heutzutage geht der „Head of Irgendwas“ mit dem „Wasweißich Director“ zum Business-Lunch.

Früher gab es Bürokaufleute, Vertriebsaußendienstler, Sachbearbeiter, Einkäufer, Buchhalter und Personalreferenten, um nur einige Berufe zu nennen. Da wusste jeder sofort, was die machten. Und heute? Da gibt es die Inflation der Manager. Früher waren Manager etwas ganz Besonderes, denn so wurden nur die Leitungskräfte eines Unternehmens genannt. Heute kann man mit Managern sprichwörtlich die Straße pflastern.

Vom Verkäufer zum Sales Manager

Der Hausmeister ist heute ein Facility Manager, der Kundenbetreuer ein Account Manager. Was einmal ein normaler Verkäufer war, ist inzwischen ein Sales Manager. Hauptsache, es klingt wichtig. First Level Supporter hört sich doch nach was an. Die wenigsten wissen wohl, dass der für die Annahme von Reklamationen zuständig ist und früher mal telefonischer Kundendienst genannt wurde. Und Listbroker macht titelmäßig wohl mehr her als zuzugeben, dass man im Büro Adressen zusammensucht.


Ich finde, es reicht mit den Anglizismen bei den Berufen. Das mag vielleicht nach internationalem Flair und großer Welt klingen, wirkt aber manchmal nur albern. Denn ich bezweifle mal, dass Firmen so viele wichtige Schlüsselkunden haben wie sie Key Account Manager beschäftigen. Übrigens hat das Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn festgestellt, dass englische Berufsbeschreibungen viele Bewerber, vor allem jüngere, abschrecken.

Ein Lob aufs Handwerk

Da lobe ich mir das ehrliche Handwerk. Da gibt es nach wie vor den Maurer, den Schreiner und den Zimmermann, den Dachdecker und den Installateur. Ich bin froh, dass der Müllwerker verlässlich unsere Tonnen leert und kein Waste Removal Engineer. Und wenn ich mir was wünsche, dann, dass ich nicht irgendwann als „head of editorial staff“ oder „editor-in-chief“ firmiere, sondern schlicht und einfach Redaktionsleiter bleibe.

In diesem Sinne: Bleibt bodenständig und genießt das Wochenende!

Ein Artikel von Wolfgang Schneider

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