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Kreis Olpe, 03. März 2018

Zertifikatsübergabe in Olpe

Elf neue ehrenamtliche Camino-Mitarbeiter

Alle Teilnehmer und Koordinatoren des Qualifikationskurses.
Alle Teilnehmer und Koordinatoren des Qualifikationskurses.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Kreis Olpe. Zehn neue ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und ein ehrenamtlicher Mitarbeiter aus dem gesamten Kreis Olpe sowie aus Siegen gehören ab sofort zum Team von Camino, dem Caritas-Hospizdienst im Kreis Olpe. Sie begleiten schwerstkranke Menschen mit dem Ziel, diesen ein würdevolles und möglichst schmerzfreies Leben bis zu Letzt zu ermöglichen.

Es wird gelacht und gescherzt in der Runde. Dabei geht es hier um den Tod. Und wer redet schon gerne über die eigene Sterblichkeit oder die seiner Liebsten? Der Tod ist in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabu-Thema. Gehörte er früher noch in das Familienleben, wurde er schließlich in die Altenheime und Krankenhäuser verlagert. Gestorben wird im Verborgenen, abgeschottet vom Leben. Doch die Hospizhelfer geben dem Tod die Menschlichkeit zurück und holen ihn zurück in die Mitte des Lebens. Das ist auch ein Ziel der neuen ehrenamtlichen Helfer. Sechs Monate Qualifizierung Zusammen mit  ihre Koordinatoren sind sie im vergangenen halben Jahr zu einer Gemeinschaft geworden. Sie haben zum einen die Grundlagen einer hospizlichen Versorgung erlernt, aber sich auch  mit ihren Leben, ihren persönlichen Erfahrungen und ihrer Haltung zu Tod und Sterben auseinander gesetzt. „Das war nicht immer ganz einfach“, so Waltraud Teichert, eine der ehrenamtlichen Helferinnen. „Aber der Donnerstag von 18 bis 21 Uhr ist dann irgendwann ein fester Termin geworden, den man auf keinen Fall verpassen wollte“, ergänzt Teilnehmerin Manuela Gabriel.

Doch warum wird man Camino-Mitarbeiter? Ja, den Tod in der eigenen Familie hätten einige erlebt, doch die wenigsten hätten das Erlebnis als Anlass genommen, sich hier zu engagieren. „Ich hatte immer schon vor, mich in diesem Bereich einzusetzen, und nach einer Mail meines Arbeitgebers habe ich gesagt: Jetzt ist der Punkt gekomme,n es umzusetzen“, erklärt Staphan Lagin, der einzige Mann in der Runde seine Motivation. Qualifizierung als Grundlage für die Arbeit Wichtig sei eine gute Qualifizierung, um sich den kommenden Aufgaben stellen zu können. „Das Rüstzeug haben sie jetzt an die Hand bekommen“, erklärt Koordinatorin Jutta Voß am Ende des Kurses im Rahmen der Zertifikatsübergabe. „Unsere Unterstützung endet hier natürlich nicht“, so Voß weiter. „Es gibt monatliche Treffen, Supervisionen, und immer ist ein Austausch möglich, um zu unterstützen und Erlebtes zu verarbeiten. Das Zusammenspiel von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen macht eine gute Arbeit erst möglich.“
Die Koordinatoren des Kurses
Die Aufgaben der Mitarbeiter seien vielfältig und ganz individuell. Die Ehrenamtlichen stehen für  Besuche, Betreuung und Gespräche oder gemeinsame Spaziergänge zur Verfügung. Sie sollen damit einen Raum schaffen, in dem Angst, Zweifel oder auch Hoffnungen der Betroffenen offen angesprochen werden können. Auch die Trauer nahestehender Menschen kann thematisiert werden. „Jeder Einsatz ist anders und wir schauen natürlich genau, wer zu wem passt und ob derjenige die Anforderungen auch schaffen kann“, erklärt Voß.

Zurzeit sind 101 ehrenamtliche Helfer für Camino kreisweit im Einsatz. Das höre sich zwar nach vielen an, aber das Zeitfenster jedes einzelnen Mitarbeiters sei sehr unterschiedlich. „Daher benötigen wir auch weiterhin neue ehrenamtliche Helfer“, so Jutta Voß. „Manche hören auch wieder auf, weil sich ihre eigene Lebenssituation durch Familie, Berufsleben oder Krankheit verändert.“ Camino ist kreisweit im Einsatz Camino, der Caritas-Hospizdienst begleitete im vergangenen Jahr 186 Menschen zu Hause oder in den stationären Einrichtungen des Caritasverbandes  auf ihrem letzten Lebensweg. „88 Menschen hatten dabei ehrenamtliche Helfer an ihrer Seite“, ergänzt Koordinatorin Gertrud Dobbener.

Im April startet der nächste Qualifizierungskurs in Lennestadt. Der Informationsabend hierfür findet am 12. April ab 18 Uhr im St. Franziskushaus in Elspe statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Ein weiterer Kurs startet im Herbst in Wenden.  
Neue ehrenamtliche Camino Mitarbeiter:
Mechthild Rohr, Marion Voß, Jule Pascaline Klein, Sabine Leber, Waltraud Teichert, Beate Bayer, Petra Habbel, Staphan Lagin, Sabine Schell, Manuela Gabriel und Gaby Bor.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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