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Kreis Olpe, Kirchhundem-Selbecke/Plettenberg, 21. April 2016

Betriebsversammlung gibt sich weiter kämpferisch

Dura-Beschäftigte lehnen Übernahme-Angebot ab

Am 12. April demonstrierte die Dura-Belegschaft für den Erhalt der Werke in Plettenberg und Selbecke.
Am 12. April demonstrierte die Dura-Belegschaft für den Erhalt der Werke in Plettenberg und Selbecke.
Fotos: Rüdiger Kahlke
Die Dura-Beschäftigten in Plettenberg und Selbecke werden das Werk nicht übernehmen. Anfang April hatte die Geschäftsleitung der Belegschaft die Übernahme der Standorte angeboten (LokalPlus berichtete). Auf einer Betriebsversammlung am Donnerstag lehnten die Beschäftigten das Ein-Euro-Angebot der Dura-Geschäftsleitung ab – für beide Standorte und „mit großer Mehrheit", wie es nach der Versammlung hieß.

Begründet hatte das Management die Offerte vor wenigen Wochen damit, die Arbeitnehmervertreter wollten am bisherigen Geschäft festhalten und glaubten, „dass dies ohne maßgeblichen Personalabbau möglich sei. Hier gehen unsere Meinungen auseinander. Deshalb haben wir angeboten, Leisten und Blenden den Arbeitnehmern schuldenfrei zu übergeben, damit sie ihre Strategie umsetzen können." IG Metall fordert "ernsthafte Gespräche" „Das unmoralische Angebot war eine Finte", so Torsten Kasubke, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall im Märkischen Kreis. In der Plettenberger Schützenhalle hatte der externe Sachverständige, den die Arbeitnehmer-Vertreter eingeschaltet hatten, dargelegt, warum ein Erfolg bei Übernahme der Werke durch die Beschäftigten aussichtslos erscheine. Kasubke, der auch Verhandlungsführer der Arbeitnehmerseite bei den Gesprächen mit Dura ist: „Mit diesem Angebot wäre der Standort nicht zu erhalten. Es kommt der Eindruck auf, als wolle der Konzern sich möglicher Sozialplankosten entledigen. Das ist mit uns nicht zu machen.“
„Das unmoralische Angebot war eine Finte", sagte Torsten Kasubke (Mitte), zweiter Bevollmächtigter der IG Metall im Märkischen Kreis.
Der Gewerkschafter forderte nun ernsthafte Gespräche zum Erhalt des Unternehmens. Er rief die Eigentümerin Linn Tylton (USA) auf, sich in diese Verhandlungen einzubringen. Jetzt ist die Dura-Geschäftsleitung am Zuge, die mehrfach betont hatte, mit den Beschäftigten über weitere Schritte sprechen zu wollen.
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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