Nachrichten Dies und das
Kreis Olpe, Kreis Olpe, 10. Juli 2015

Fräse bereitet Biggedamm für Asphaltierung vor

Drahtseilakt mit tonnenschwerem Gerät

Fräse arbeitet sich auf Biggedamm vor
Fotos: Volker Lübke
Bahn für Bahn arbeitet sich die große Asphaltfräse vor. Die Fläche, die noch vor ihr liegt, erscheint endlos. Nicht nur deshalb wirkt die Straßenbaumaschine eher unscheinbar. Sie hängt am Stahlseil am Hang des Biggedamms, wird gleichmäßig abgelassen und wieder heraufgezogen. Am anderen Ende des Seils steht ein gelber Koloss, der mit seinen 65 Tonnen das nötige Gegengewicht bietet.

Am 1. Juli lag der Pegel der Biggestalsperre bei 292,51 Meter ü.NN. „Das war eine Punktlandung“, freut sich Bauleiter Stefan Klahn vom Ruhrverband. Die Arbeiten zur Sanierung des Staudamms laufen inzwischen auf vollen Touren. Der Kessenhammer Vorstaudamm hat bereits eine neue Asphaltdecke erhalten. Dort seien nur noch Restarbeiten notwendig. Kosten um 400.000 Euro gestiegen Damit liegen die Arbeiten voll im Zeitplan. Die Kosten für die Aktion sind dagegen leicht gestiegen. Im unteren Bereich wurden so viele Schadstellen sichtbar, dass sich ein kleinteiliges Ausflicken nicht gelohnt hätte, erklärt der Bauleiter. Deshalb arbeite sich die Fräse nun zirka 13 Meter weiter vor. Das macht die auf 7 Millionen Euro kalkulierte Sanierungsmaßnahme um etwa 400.000 Euro teurer.
Am Stahlseil hängend arbeitet sich die Fräse auf der 20.000 Quadratmeter großen Fläche vor. Die Mitarbeiter laufen ohne Sicherung auf der Damm-Schräge.
Ein knappes Viertel der rund 20.000 Quadratmeter Asphaltdecke ist bereits abgefräst. „Wenn es richtig gut läuft, schaffen wir 2000 Quadratmeter am Tag“, erklärt ein Vertreter der Züricher Firma Walo.

Die mächtige Walzenwinde, an der die Fräse hängt, wird flankiert von vier kleineren Schwestern. Mit einem Minibagger schaufeln die Mitarbeiter Fräsmaterial, das nicht mit der parallel gefahrenen Lore nach oben transportiert wird, in Säcke. An der Wasserkante wurde ein Metallwinkel montiert, so dass möglichst kein Geröll ins Wasser rutscht. Eine Ölsperre im Wasser sorgt für zusätzliche Sicherheit, falls eine Baumaschine Treib- oder Schmierstoffe verliert.
Ein 65 Tonnen schwerer Koloss hält die Baumaschinen fest.
Die trotz aller Technik erforderliche Handarbeit gleicht der eines Dachdeckers. Die Mitarbeiter – in staubdichte Schutzanzüge gehüllt – laufen ohne Seil auf der 35 Grad schrägen Fläche.

Läuft alles weiter nach Plan, dann werde Anfang August die sieben Zentimeter dicke Asphaltdichtungsschicht neu aufgetragen, sin Bauleiter Stefan Klahn und der Leiter des Talsperrenbetriebs Süd, Ralf Stötzel, zuversichtlich. Übrigens: Dass die Erbauer der Biggetalsperre haben Anfang der 1960er Jahre gute Arbeit geleistet haben, wird jetzt deutlich. „Die Baufirma hat eher etwas mehr als zu wenig Asphalt aufgetragen“, stellt Klahn fest. Statt der dokumentierten sieben Zentimeter müssen teilweise bis zu 9 Zentimeter abgefräst werden.
Eine Metallwand vor und eine Ölsperre im Wasser verhindern, dass Geröll oder Schmierstoffe in den See gelangen.
Damm gesperrt
- Aussichtspunkte eingerichtet
Der Biggedamm ist während der gesamten Baumaßnahme für Besucher gesperrt. Der Ruhrverband hat zusätzliche Wege ausgewiesen, die zu Aussichtspunkten führen. Vor dort lässt sich der Drahtseilakt der Baumaschinen gut beobachten.

Die Sanierungsarbeiten sollen noch im Herbst dieses Jahres abgeschlossen werden. Der Ruhrverband möchte Herbst und Winter nutzen, um die Bigge wieder anzustauen.
Ein Artikel von Volker Lübke

Bildergalerie: Drahtseilakt mit tonnenschwerem Gerät