Nachrichten Dies und das
Kreis Olpe, 20. Januar 2018

Lea Engelbrecht bloggt für LokalPlus: Aus der Sicht einer Schülerin

Die Jugend-Trends 2017, Teil 2: Wassermelonen, „Instagram Brows“ und Youtube-Stars

Jugend-Trends 2017, Teil 2: Wassermelonen, Augenbrauen und Youtube-Stars
Symbolfoto: Thomas Fiebiger
Kreis Olpe. Nun ist das Jahr 2017 endgültig Geschichte und dennoch möchte ich die Chance nutzen, das vergangene Jahr aus der Sicht einer Jugendlichen Revue passieren zu lassen. Welche Trends haben das Internet dominiert? Welche Musik wurde von uns gestreamt und welche Filme und Serien haben bleibende Erinnerungen hinterlassen? Es ist viel passiert im letzten Jahr und es lohnt sich, noch einmal einen Blick darauf zu werfen. Im zweiten Teil geht es um die Trends der Monate Juli bis Dezember.

JuliEin sehr erfrischender Trend des Sommers ist der sogenannte „Watermelon Dress“. Aus Obst wie zum Beispiel einer Wassermelone wird die Form eines Kleidungsstücks wie ein Kleid oder eine Badehose ausgeschnitten. Anschließend positioniert sich eine Person so vor der Kamera, dass das Stück Obst, das vom Fotografen gehalten wird, so aussieht, als würde die Person dies als Kleidung tragen.

Ohnehin ist die Wassermelone das It-Piece im Sommer 2017. Sie wird nicht nur zum Essen wie in den Jahren zuvor verwendet, nein, man findet sie als Aufdruck auf Kleidungsstücken, Rucksäcken und Taschen oder Servietten. Und im letzten Jahr konnte man sogar auf das T-Shirt mit Wassermelonen-Print verzichten und stattdessen einfach ein Stück echte Melone „tragen“.August
Festivals sind jedes Jahr im Sommer ein Muss für Jugendliche und junge Erwachsene. Und auch 2017 gab es wieder prägende Trends, die sich auf jedem Festival wiederfanden. Dazu zählen riesige Statement-Sonnenbrillen im Stil der 90er Jahre, Glitzer, den man sich überall am Körper aufkleben kann, oder Flechtfrisuren, die man  zusätzlich noch farbig ansprühen kann. Farbe kommt auch mit bunt gemusterten Haarbändern, den Bandanas, und sogenannten Festival-Farben zum Werfen ins Spiel.

Alles in allem lautete das Motto „Je ausgefallener, desto besser“. Verbreitet wurden die außergewöhnlichen Styles vor allem durch international bekannte Stars. Das wohl bekannteste Festival ist das Coachella-Festival, das 2017 Ziel von ungefähr 200.000 berühmten sowie unbekannten Besuchern wurde.September Ein Hype, den viele Mädchen cool fanden und über den sich die meisten Jungs einfach nur lustig machten, war das akkurate Stylen der Augenbrauen. Von den sogenannten „Instagram Brows“, die im Jugendslang abwertend als „Textmarkeraugenbrauen“ bezeichnet werden, weil sie aussehen, als wären sie mit einem Marker gezeichnet worden, bis zu „Wavy Brows“, die in eine gewellte Form gezupft und nachgemalt werden.

Ein im Internet ebenfalls gefeierter Trend waren die „Feather Brows“. Bei den mit Kleber in Feder-Form gebrachten Augenbrauen wollte die finnische Make-Up-Artistin Stella Sirenen sich eigentlich nur einen Scherz erlauben. Doch die Ironie hinter ihrem Bild verstanden nur die Wenigsten. Bereits nach wenigen Stunden hatte ihr Post über 40.000 Likes und der nicht ernst gemeinte Beauty-Trend wurde zum Internet-Hit.  OktoberModebewusste Tierliebhaber atmeten auf, als das Modelabel Gucci Ende Oktober verkündete, in Zukunft auf echten Pelz zu verzichten. Kuschelige Jacken in Felloptik und Fellkapuzen auf jeden Fall ja - aber bitte nicht aus echtem Tierpelz. Da sogenannte „Fake-Fur“, falsches Fell, eroberte die Laufstege.

Etwas, das in meinen Augen der Jugend sehr positiv angerechnet werden kann und auch 2017 beschreibt, ist das größer werdende Bewusstsein für die Umwelt. Über 500 Jugendliche engagieren sich bei Greenpeace für den Umweltschutz, und der Jugendverband des BUND hat bundesweit sogar 61.000 Mitglieder. Bereits im Jahr 2016 gaben in einer Umfrage des Umwelt-Bundesamts 31 % der Befragten 14- bis 17-Jährigen an, Umwelt-und Klimaschutz als aktuelle wichtige Probleme zu sehen. Diese Stimmung ist sogar noch gestiegen, was auch diese Botschaft des Modelabels Gucci zeigt.November Erwachsene können wohl kaum verstehen, warum Jugendliche zu Hunderten auf Messen wie die „Glowcon“ Anfang November in Berlin strömen. Es ist auch nicht so einfach zu erklären. Auf der „Glow“ trafen Teenager ihre Idole, die sie aus den sozialen Netzwerken kennen. Egal, ob Youtube-Star, Sänger oder Muser (so nennt man Personen, die mit der App „Musically“ Videoclips drehen, in denen sie zu Musik synchron ihre Lippen bewegen), alle kamen sie auf der Messe zusammen, wo sie von ihren Fans sehnlichst erwartet wurden. Oft machten sie dort noch Werbung für ihre Merchandise-Produkte.

2017 war das am meisten von Social Media geprägte Jahr der Geschichte, so erreichten Internet-Blogger schnell große Bekanntheit. Mittlerweile genügt es, Fotos von sich auf öffentlichen Seiten im Internet zu posten, um Tausende Follower zu bekommen. Über die sozialen Medien eifern Jugendliche ihren Vorbildern nach, zum Beispiel indem sie eine sogenannte Fanpage erstellen. Heutzutage werden keine Fotos mehr aus Zeitschriften ausgeschnitten und ins Zimmer gehängt, man macht einfach Screenshots von den alle paar Tage erscheinenden Videos oder Bildern.  Jedoch leben die Social-Media-Stars in ihrer eigenen Welt, weshalb unsere Eltern sie meistens nicht kennen. Aus diesem Grund wirkt es auf Erwachsene häufig merkwürdig, wenn ihre Kinder unbedingt ein Autogramm von beispielweise ihrem Lieblings-Vlogger haben wollen.DezemberBei der sogenannten „Invisible Box Challenge“ handelt es sich um kurze Videos, in denen eine unsichtbare Kiste auf den Boden „gestellt“ wird und die Person, die die Challenge angenommen hat, versucht, über die Kiste zu steigen. Aus welchem Grund auch immer wurden die Videos von Menschen, die über nicht vorhandene Boxen springen oder steigen, im Netz gehyped.

Ein wenig erinnert es an dieses Spiel auf Kindergeburtstagen, bei dem ein Kind in einem Parcours über Glasflaschen steigen soll. Nachdem es besagten Parcours einmal sehend absolviert hat, werden dem Kind die Augen verbunden und die Flaschen entfernt. Für die Zuschauer ist es unglaublich komisch, zu sehen, wie das Kind über die imaginären Flaschen zu steigen versucht. Warum manche Jugendliche diese Challenge annehmen, wissen die meisten aber wohl selbst nicht. Fazit An viele Trends des Jahres 2017 werden wir uns vermutlich bereits in naher Zukunft nicht mehr erinnern. Fakt ist aber, dass das Internet und insbesondere die sozialen Medien vor allem uns Jugendliche sehr stark beeinflussen. Ich bin mir sicher, dass es uns auch 2018 an verrückten, schönen und manchmal auch sehr komischen Trends bestimmt nicht mangeln wird!
Ein Artikel von Lea Engelbrecht

Bildergalerie: Die Jugend-Trends 2017, Teil 2: Wassermelonen, „Instagram Brows“ und Youtube-Stars