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Kreis Olpe, Kreis Olpe/Kreis Siegen-Wittgenstein, 31., Mai 2016

Agentur für Arbeit vermeldet neuen Rekord: fast 3000 freie Stellen

„Der Fachkräftemangel ist in der Region angekommen"

Rekord: Fast 3000 freie Jobs
Foto: Matthias Clever
In den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe sind derzeit 2966 Arbeitsstellen unbesetzt. Das sind noch einmal 241 freie Stellen mehr als im April. Noch nie waren so viele freie Stellen gemeldet, teilt die Arbeitsagentur mit. „Der Fachkräftemangel ist in der Region angekommen. Die Betriebe haben immer stärkere Probleme ihre freien Stellen zu besetzen. Das ist nicht der letzte Rekord an freien Stellen“, prophezeit Dr. Bettina Wolf, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Siegen.

Besonders viele freie Stellen gibt es laut Bericht für den Monat Mai im Metall- und Maschinenbau, in den Mechatronik- und Elektroberufen, in der Verarbeitung von Kunststoff und Holz, in den Ausbauberufen, in den Verkaufsberufen, der Unternehmensführung- und -organisation sowie in der Führung von Fahrzeugen und dem Gesundheitswesen.

Die Arbeitslosigkeit ist im Mai in Siegen-Wittgenstein und Olpe um 56 Personen auf 11.326 Personen gesunken. Die Arbeitslosenquote sinkt von 4,9 auf 4,8 Prozent. Im Mai 2015 lag sie noch bei 5,1 Prozent. Damals waren 453 Menschen mehr arbeitslos. „Dank der sehr hohen Arbeitskräftenachfrage konnten wir viele dieser Menschen nachhaltig in Arbeit vermitteln“, erklärt Wolf. Rückgang bei „Hartz IV“-Empfängern und Langzeitarbeitslosen Die Zahl der arbeitslosen SGB II-Empfänger („ Hartz IV“) ist seit Mai 2015 um 402 Personen gesunken. Damit waren im Mai im Rechtskreis der beiden Jobcenter Kreis Siegen-Wittgenstein und Kreis Olpe 7347 Menschen arbeitslos. Ebenfalls gesunken ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen: Im April waren 94 Personen und im Mai 2015 sogar 336 mehr langzeitarbeitslos, ein Rückgang um 7,6 Prozent. „Langzeitarbeitslose können wir angesichts der hohen Nachfrage nach Arbeitskräften direkt vermitteln oder wir bereiten mit gezielten Qualifizierungen und Förderungen in den Jobcentern auf die Arbeitsaufnahme vor“, sagt Wolf.
Dr. Bettina Wolf.
Im Rechtskreis der Arbeitsagentur (SGB III) steigt die Zahl der Arbeitslosen verglichen mit April leicht um 11 Personen auf 3.979 Männer und Frauen. Vor einem Jahr hingegen waren 51 Personen mehr arbeitslos. Arbeitslosenquote im Kreis Olpe bleibt bei 4,1 Prozent Die Zahl der Arbeitslosen steigt im Kreis Olpe im Mai leicht um 52 Personen auf 3.247 Personen. Die Arbeitslosenquote beträgt wie im Vormonat und im Vorjahr 4,1 Prozent. Verglichen mit Mai 2015 steigt die Zahl der Arbeitslosen um 31 Personen. Das Jobcenter Kreis Olpe betreute im April 1.898 Arbeitslose. Das sind 26 Personen weniger als im April und 46 weniger als im letzten Jahr. Die Langzeitarbeitslosigkeit geht verglichen mit dem Vorjahr um 7 Prozent auf 1.121 Personen zurück. Wolf: Gute Chancen für Flüchtlinge Die Zahl der arbeitslosen Ausländer ist im Mai um 170 Personen gestiegen. Das sind 6,7 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr sind damit 373 Ausländer mehr arbeitslos. „Die Zusammenarbeit der beiden Integration Points mit den Kommunen funktioniert sehr gut. Darum haben in den vergangenen Wochen viele geflüchtete Menschen den Weg in die Integration Points gefunden“, erklärt Wolf den Anstieg. Im Kreis Olpe spiegelt sich die gestiegene Ausländerarbeitslosigkeit auch in der leicht gestiegenen Arbeitslosenzahl wieder.

„Der Anstieg ist die logische Folge unserer Bemühungen, Geflüchtete frühzeitig auf ihrem Weg in eine berufliche Zukunft zu begleiten, zu unterstützen und zu aktivieren“, erläutert die Agentur-Chefin: „So können wir motivierte und qualifizierte Geflüchtete schon während des Asylverfahrens in den Arbeitsmarkt integrieren oder sie über Qualifizierungsmaßnahmen fit für Arbeit und Ausbildung machen.“ Die Chancen der geflüchteten Menschen auf dem Arbeitsmarkt schätzt sie positiv ein: „Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist in unserer Region sehr hoch. Das gibt uns die Chance über gezielte Förder- und Qualifizierungsmaßnahmen motivierte Geflüchtete und Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt zu integrieren.“ (LP)

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