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Kreis Olpe, 09. Oktober 2018

Unermüdlicher Einsatz für den Heimatort

Bundesverdienstkreuz für Grevenbrücker Engelbert Stens

Engelbert Stens (Mitte), begleitet von Ehefrau Hildegard, wurde von Landrat Frank Beckehoff das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens verliehen.
Engelbert Stens (Mitte), begleitet von Ehefrau Hildegard, wurde von Landrat Frank Beckehoff das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens verliehen.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Kreis Olpe. Große Ehre für Engelbert Stens: Landrat Frank Beckehoff hat dem Grevenbrücker am Montag, 8. Oktober, im Kreishaus das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Damit wurden die Verdienste des Grevenbrückers rund um die Heimatarbeit und Kulturpflege in seinem Heimatort gewürdigt.

„Es ist nicht nur eine Auszeichnung für mich, sondern auch für alle meine Wegbegleiter, die mir diese Arbeit ermöglicht haben“, bedankte sich der 77-Jähirge am Ende der Feierstunde. Ein besonderer Dank ging an seine Frau Hildegard und die beiden Töchter Lioba und Julia. „Sie haben nicht gemurrt, wenn ich unterwegs war“, sagte Stens. 
Ehefrau Hildegard und die Töchter Lioba und Julia (v.re.).
Landrat Frank Beckehoff hatte zunächst die umfangreiche ehrenamtliche Arbeit des ehemaligen Tiefbauingenieurs der Stadt Lennestadt geehrt. Beckehoff führte die Besucher dann durch Stens´ Biografie. 1970 war der Geehrte dem Heimat- und Verkehrsverein Grevenbrück beigetreten und dessen stellvertretender Vorsitzender geworden.

An die Spitze des Vereins gelangte er 1990 und hatte das Amt des Vorsitzenden bis 2016 inne. Seitdem ist Stens Ehrenvorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Grevenbrück.
Zahlreiche Gäste wohnten der Feierstunde bei.
Zu den größten Projekten seiner Amtszeit  zählen die Ausgrabungs- und Restaurierungsarbeiten im Bereich der Peperburg und der Ausbau einer Heimatstube zu einem heimatgeschichtlichen Museum. Besonders verdient machte sich der Grevenbrücker auch rund um die zeitaufwendige Organisation der vielfachen Aktivitäten, die 2015  mit der 875-Jahr-Feier in Grevenbrück anlässlich der urkundlichen Ersterwähnung Fördes verbunden war, darunter ein historischer Festzug, ein historischer Markt und die Herausgabe einer umfangreichen Chronik.
Weggefährten gratulieten anschließend zur Ehrung.
Auf Stens gehe auch „die Sammlung landwirtschaftlicher Geräte aus dem Umkreis und die Errichtung einer sie beherbergenden Lagerhalle an der K7 zurück“, so Beckehoff weiter. „Er betreut das Museum, die dort angebotenen zahlreichen Sonderausstellungen und arbeitet bei der Herausgabe der Jahreshefte mit.“ Gedenkstein und Schweineglocke Bei Veranstaltungen zur Pflege alter Gewohnheiten ist Engelbert Stens ebenfalls mit dabei: Sei es Roggenmähen und die Kartoffelernte mit alten Landmaschinen, sei es der Bau eines Glockenstuhls für eine Nachbildung der legendären Förder Schweineglocke auf dem Förder Platz oder die Errichtung eines Gedenksteins an der ehemaligen Heidenstraße bei Grevenbrück - allesamt Projekte, die Stens´ Initiative zu verdanken seien.

Und dann ging es weiter mit der Aufzählung: Zur Sanierung des alten Feuerwehrturms, nach Neubau des neuen Feuerwehrhauses, habe der Grevenbrücker seinen Einfluss geltend gemacht, sodass der Verein „Alte Feuerwehrgerätschaften“ ein Zuhause gefunden hat und so die historischen Feuerwehrgeräte ausgestellt werden können.

Die Darstellung der „Gleislosen“, einst die Verkehrsverbindung von Grevenbrück ins Veischeidetal, habe Stens ebenfalls mitinitiiert. Ganz besondere Verdienste habe er sich bei der Sanierung und Reaktivierung des Bahnhofes in Grevenbrück erworben, sagte Beckehoff.  Engelbert Stens wurde 1979 zum Vorsitzenden des katholischen Männervereins St. Josef gewählt. Dieses Amt übte er bis 2002 aus. Infolge der allgemein schwindenden Akzeptanz religiöser Vereine befand sich der Männerverein 2006 in der Krise. Es wurde eine Auflösung angestrebt. Doch Engelbert Stens sorgte dafür, dass ein Vorstandsteam gebildet wurde - mit ihm in der Funktion des Sprechers. Er habe es verstanden, die Mitglieder wieder neu zu motivieren und das Vereinsleben zu aktivieren, lobte Beckehoff.

Am 6. März 2017 wurde Engelbert Stens wegen seiner großen Verdienste um die Heimatpflege und seines Engagements für das kulturelle Leben seines Heimatdorfes mit dem Kulturpreis des Kreises Olpe ausgezeichnet. Das veranlasste den Landrat zu der an Stens gerichteten Frage: „Welchen Preis bekommen Sie im nächsten Jahr?“
Michael Beckmann (l). gratulierte für die Stadt Lennestadt.
Nach der Aushändigung des Verdienstkreuzes am Bande gratulierte Michael Beckmann, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Lennestadt: „Engelbert Stens war stets mit dabei, wenn es galt, sich ehrenamtlich zu engagieren. Sie helfen kontinuierlich mit, Grevenbrück zu fördern. Kleine wie große Spuren Ihres Schaffens sind überall in Grevenbrück sichtbar.“

Professor Dr. Dr. Thomas Steinberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, stellte anschließend einen Querschnitt der Verdienste zu Heimatpflege im Ehrenamt durch den Preisträger vor. „Du hast Dinge nicht nur geplant, sondern auch  bei der Umsetzung mit angepackt.“

Nach einem weiteren musikalischen Intermezzo von Tim Hüttemeister am Flügel folgte im Foyer der gemütliche Teil der Feierstunde.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

Bildergalerie: Bundesverdienstkreuz für Grevenbrücker Engelbert Stens