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Kreis Olpe, Lennestadt-Bilstein, 27. November 2015

Kreisparteitag der CDU: Theo Kruse rechnet mit Rot-Grün ab / Viele Herausforderungen für Demokratie

Appelle und Attacken

Zeigte sich in seiner letzten Rede als Kreisvorsitzender der CDU angriffslustig: Theo Kruse.
Zeigte sich in seiner letzten Rede als Kreisvorsitzender der CDU angriffslustig: Theo Kruse.
Foto: Sven Prillwitz
In seinem letzten politischen Bericht als Kreisvorsitzender sprach Theo Kruse am Freitagabend, 27. November, beim Kreisparteitag in der Schützenhalle Bilstein von „unruhigen, hochpolitischen Zeitabläufen“. Nicht nur Staaten, auch Bürger seien weiter auf der Suche nach Orientierung, sagte Kruse. In seiner Ansprache arbeitete er sich von der globalen und Landesebene bis auf die Situation im Kreis Olpe vor.

Angesichts der Banken-, Finanz- und Flüchtlingskrise und angesichts einiger Kriege sei die Lage weltweit „unübersichtlich und höchst fragil“. Vor allem der fundamentalistische und radikale Islamismus bedrohe den Frieden und die innere Sicherheit in Europa. Kruse sagte, dass „Europa seine Zivilisation und seinen Wohlstand als Voraussetzung für seinen inneren Zusammenhalt nur wird bewahren können, wenn es vereint handelt und auftritt“. „Schuldenkönige von Rhein und Ruhr“ Scharfe Kritik richtete Kruse an die Adresse der Landesregierung, die er als „rot-grüne Chaostruppe“ und „Schuldenkönige von Rhein und Ruhr“ bezeichnete. Binnen 20 Jahren hätten SPD und Grüne die Verschuldung des Landes von 50 auf rund 140 Milliarden Euro und damit auch maßgeblichen Anteil an der „desolaten Finanzsituation“ der Kommunen. Auch am Höchststand der Einbruchsdelikte trage die Landesregierung eine Mitverantwortung.

„Rot-Grün ruiniert Nordrhein-Westfalen, indem sie reagieren“, schloss Kruse seine Attacke. Gleichzeitig versprach er, die letzten 18 Monaten seiner Amtszeit als Landtagsabgeordneter „mit allen Freuden und Pflichten“ anzugehen und sich „in besonderer Weise mit der Bekämpfung von Rot-Grün“ beschäftigen zu wollen. CDU trägt im Kreis politische Verantwortung Im Kreis Olpe stellt die CDU den Landrat und fünf von sieben Bürgermeistern – und damit laut Kruse auch die politische Verantwortung. Letztere wachse in Zeiten der Politikverdrossenheit und des Misstrauens. Das Entwicklungskonzept für den Kreis, die demografische und wirtschaftliche Entwicklung und die Frage nach der Intensität der interkommunalen Zusammenarbeit führte Kruse als zentrale Fragen und Aufgabenstellungen für die Zukunft an.

Unter dem Strich gebe es auf allen Ebenen „viel zu tun“ so der scheidende Kreisvorsitzende. Der Christdemokrat forderte, „sich einzubringen und die Streitkultur wieder neu zu beleben“ statt die gegenwärtige Situation nur verbittert zu verfolgen – und zwar auf Basis des bislang erfolgreich praktizierten politischen Systems der Bundesrepublik. „Demokratie braucht keine politischen Parteien. Sie braucht Frauen und Männer, die bereit sind, auf Zeit öffentliche Ämter gewissenhaft wahrzunehmen“, sagte Kruse.

Demokratie sei weder ein Paradies noch eine Garantie für das Glück. „Demokratie ist einfach eine Staatsform – aber die beste, die wir haben“, so Kruse.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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