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Kreis Olpe, 30. Mai 2017

Schornsteinfeger ordnet Kessel einer Effizienzklasse zu

Alte Heizungen bekommen ein Energielabel

Alte Heizungen bekommen ein Energielabel
Symbolfoto: Sven Prillwitz
Kreis Olpe. Bisher kannte man Effizienzlabel nur von Neugeräten, nun gibt es sie auch für alte Heizungen. Gas- und Ölheizkessel, die vor 1992 gebaut wurden, bekommen seit Januar bei der Feuerstättenschau in allen Kehrbezirken im Kreis Olpe ein solches Etikett vom Schornsteinfeger. Das kostenlose Label soll darauf aufmerksam machen, wie verschwenderisch viele alte Heizkessel mit Energie umgehen.

„Das Label ordnet die Kessel zwar den Effizienzklassen A++ bis E zu, aber besser als mit einem C wird kaum eine alte Heizung abschneiden“, erklärt Energieberater Doktor G. Brune von der Verbraucherzentrale NRW. Denn die Geräte, die bislang eingruppiert werden, arbeiten in der Regel noch nicht mit Brennwerttechnik. Erst damit sind aber die besseren Klassen zu erreichen. Ab 2019 erhalten immer jüngere Kessel das Label. Ab 2024 sind es fortlaufend alle, die älter als 15 Jahre sind.

„Das Label ist ein guter Denkanstoß zur Beschäftigung mit der Energiebilanz der Heizung“, sagt Brune. „Ein sparsamer, neuer Heizkessel lohnt sich oft – zumal der Staat dafür zurzeit recht großzügige Finanzspritzen gibt.“ Bevor Eigenheimbesitzer eine neue Heizung planen, sollten sie allerdings das gesamte Haus in den Blick nehmen, rät Brune. „Es kann zum Beispiel sinnvoll sein, erst mit zusätzlicher Wärmedämmung den Energiebedarf zu senken“, erklärt er. Die Heizung könne dann insgesamt kleiner und damit noch sparsamer ausfallen. Maßstäbe bei Neugeräten andersTückisch: Für neue Heizkessel gibt es andere Energielabel, die nicht mit denen für Altgeräte vergleichbar sind. „Bei den Neugeräten werden ganz andere Maßstäbe angelegt und Punkte einbezogen“, erklärt Brune. Die alten Kessel ordnet der Schornsteinfeger einfach anhand einer Modellliste einer Klasse zu. Ob die Heizung zusätzlich durch Solarwärme unterstützt wird oder nicht, macht dabei zum Beispiel – anders als bei Neuanlagen – keinen Unterschied.

Allzu sehr sollte man sich ohnehin auf keines der Label verlassen, rät Brune. „Um wirklich effizient zu arbeiten, muss eine Heizung genau auf das Gebäude ausgelegt und richtig eingestellt sein. Der Blick auf den Kessel allein reicht also nicht für eine solide Einschätzung aus.“ Die Verbraucherzentrale bietet Interessenten hierzu kostenpflichtige Energieberatungen an.
(LP)

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