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Kreis Olpe, 09. Dezember 2018

Kräuterwelt

Alle Jahre wieder: die Fichte und das Sauerland

Kein anderer Baum prägt heute das Bild des Sauerlandes so wie die Fichte.
Kein anderer Baum prägt heute das Bild des Sauerlandes so wie die Fichte.
Foto: privat
Kreis Olpe. In ihrem ersten Beitrag der Serie Kräuterwelt widmet Astrid Struck sich der Fichte - der Brotbaum des Sauerlandes. Auch als Heilpflanze und für diverse Rezepte wird die Fichte genutzt.

Die Fichte – der Brotbaum des Sauerlandes

Kein anderer Baum prägt heute das Bild des Sauerlandes so wie die Fichte – dabei sah das Bild des Sauerlandes noch vor 200 Jahren ganz anders aus. Anfang des 19. Jahrhunderts war nur ein Drittel der Fläche des Sauerlandes bewaldet. Es gab große Heideflächen und lichte Wälder, die als Viehhuden fungierten, denn das Vieh wurde um zu weiden in den Wald getrieben. Das Gras der Talwiesen war zu kostbar zur Beweidung, es wurde nur gemäht.

Um die wirtschaftliche Situation des Sauerlandes zu verbessern, wurde von den Forstbehörden die anspruchslose Fichte angepflanzt, anfangs auch Preußenbaum genannt. Obwohl sie bei den Bauern sehr unbeliebt war, denn sie nahm mit ihrem Schatten dem Vieh die Weideflächen, breitete sich die Fichte aus. Fichten sind in Gefahr Heute bestehen 70 Prozent der sauerländer Wälder aus Fichten, über 4000 private Betriebe stehen in der Holzverarbeitung. Man kann zu Recht sagen, dass die Fichte zum Brotbaum des Sauerlandes wurde. 

Trotzdem wird seit der Kyrill-Katastrophe 2007 die Zukunft der Fichte diskutiert. Der Standort scheint durch den Klimawandel – steigende Temperaturen und abnehmende Niederschläge – gefährdet. Die Fichte ist ein Flachwurzler und braucht viel Wasser, bei Trockenheit wird sie anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Gerade zur Zeit zeichnet sich die nächste Fichtenkatastrophe ab, der Borkenkäfer schlägt mächtig zu.

Die Fichte – der Weihnachtsbaum

Der größte Weihnachtsbaum der Welt steht in Dortmund. Die Stadt stellt Jahr für Jahr einen 45 Meter hohen Baum auf. Er ist künstlich und steht seit 1996. In einem konisch geformten Stahlgestell sind rund 1700 Rotfichten befestigt, so dass der Eindruck eines riesigen Baumes entsteht.

Der größte echte Weihnachtsbaum steht 2018 in New York am Rockefeller Center. Er ist 25 Meter hoch und wiegt 1300 Kilogramm. Sein Holz wird anschließend zu Türen verarbeitet und traditionell an Bedürftige abgegeben. Die meisten Weihnachtsbäume kommen aus dem Sauerland In Deutschland wachsen die meisten Weihnachtsbäume im Sauerland – jeder dritte in deutschen Wohnzimmern stammt von dort. Damit ist das Sauerland die Weihnachtsbaumregion Nummer Eins in Deutschland. Die Klassiker heute sind nicht mehr einfache Fichten, sondern Nordmannstannen und Nobilistannen, die die Nadeln länger halten und nicht stechen. Die Blautanne, die eigentlich eine Fichte ist, wird von Liebhabern noch gern genommen, denn mit ihren starken Zweigen ist sie am besten zu schmücken.

Die Fichte - als Heilpflanze

Die Fichte ist auch in ihrer Heilwirkung mit der Tanne zu vergleichen. Das Harz dieser Nadelbäume wurde als Pflaster verwendet und ist Bestandteil vieler Salben und Öle bei Rheuma, Gicht, Hexenschuss und Gliederschmerzen.

Fichtenzweige sind wie Tannenzweige für Bäder geeignet und besonders beliebt bei müden Füßen. Durch ihre ätherischen Öle wirken sie durchblutungsfördernd, aber auch Schleim- und Hustenlösend. Rezepte und Heilmittel aus der Fichte Fichtenhonig

Sehr beliebt ist Fichtenhonig bei Husten, Grippe und Erkältung oder einfach aufs Brot. Dazu werden im Mai die jungen Triebe in ein weithalsiges Glas gegeben, mit Wasser bedeckt und circa eine Woche in die Sonne gestellt. Danach in einen großen Topf geben, wenn man hat noch Walderdbeerblätter hinzugeben und erhitzen. Nach 20 Minuten köcheln, abseihen, Zucker hinzugeben und eindicken. Auf 1 Liter Flüssigkeit 1 Kilogramm Zucker geben, Schaum abschöpfen und in saubere Gläser füllen.

Franzbranntwein (Tinktur)

Auch der berühmte Franzbranntwein zum Einreiben bei Glieder- und Muskelschmerzen wird hauptsächlich aus Fichtensprossen hergestellt:
  • 3 Handvoll frische Fichtensprossen (Maitriebe)
  • Ca. 1 Tasse Wacholderbeeren
  • 10 Tropfen äth. Rosmarinöl (Apotheke oder Bioladen)
  • 1 Flasche Vodka
Eine Flasche mit den Zutaten füllen, circa drei Wochen in die Sonne stellen, gelegentlich schütteln. Danach abseihen und in dunkle Flaschen füllen.
Fichtenölbad

Ein wohltuendes Erkältungsölbad und für samtige Haut:
  • 100 ml Mandelöl Apotheke oder Bioladen,
  • 1 Handvoll Thymianzweige,
  • 1 Handvoll Fichtennadeln,
  • 5 Tropfen ätherisches Eukalyptus- oder Kiefernöl,
  • 100 g grobes Meersalz
Thymian und Fichtennadeln fein schneiden, mit dem Mandelöl und ätherischen Öl in ein Schraubglas füllen und eine Woche auf der Fensterbank ziehen lassen. Anschließend durch ein feines Sieb gießen und das Meersalz unterrühren. In ein dekoratives Glas geben und verschenken oder selber nutzen. Herrlich!

Sprudelnde Badekugeln

Badekugeln sprudeln herrlich und werden von Kindern und Erwachsenen geliebt. Im Fachhandel sind sie leider relativ teuer, deshalb lohnt es sich sie selbst zu machen. Das geht schnell, wenn man die Zutaten erst mal hat, man kann gleich noch einige mehr zum Verschenken machen.
  • 200 g Natron
  • 100 g Zitronensäure
  • 15 g Sahnepulver
  • 50 g Stärke
  • 40 g Kakaobutter
  • 15 Tropfen ätherisches Fichtenöl
  • Kleine Fichtenzweige (1 cm )
Natron, Zitronenpulver, Sahnepulver und Stärke vorsichtig mischen (Der Staub reizt die Atemwege). Kakaobutter schmelzen, äth. Fichtenöl dazugeben und alles langsam in die Natron-Mischung rühren und verkneten (Einmalhandschuhe). Der Teig sollte die Konsistenz von feuchtem Sand haben. In eine Halbkugelform einen kleinen Fichtenzweig geben und die Masse hineingeben, fest andrücken. Die zweite Halbkugel sehr voll machen und andrücken. Etwas warten und die Kugeln aus der Form nehmen. Man kann auch Silikonformen für Eiswürfel oder einen Eisportionierer nehmen. Auf Backtrennpapier aushärten lassen und luftdicht verpacken, vor feuchter Luft schützen. Alternativ kann man mit Lebensmittelfarbe bunte Kugeln machen.
Badekugeln aus der Fichte.
Die Fichte – in der „wilde Küche“
Die jungen Triebe der Fichte werden Ende April, Anfang Mai geerntet. Da das Sammeln der Triebe den Baum im Wachstum einschränkt, darf man nur wenige Triebe von einem Baum ernten. In Schonungen ist das Sammeln verboten. Am besten man sammelt von Fichtenhecken, da die sowieso beschnitten werden.

Erkennungsmerkmale
Fichtennadeln sind vierkantig im Querschnitt, spitz und hart. Sie stehen rundherum an ihrem Trieb, Im Gegensatz dazu sind Tannennadeln flach und weich, mit abgerundeter Spitze. Tannenzweige können wie Fichtenzweige verwendet werden, sind aber leicht mit den giftigen Eibennadeln zu verwechseln. Eiben haben dunkelgrüne Zweige und wachsen eher als Strauch mit mehreren Stämmen. Im Herbst erscheinen rote Beeren. Fichtenspitzenkugeln
250g Frischkäse, 1-2 Handvoll zarte Fichtentriebe, etwas Olivenöl oder Sahne, Blüten zum Dekorieren von z.B. Wiesenschaumkraut.

Fichtenspitzen sehr fein hacken, Frischkäse mit Öl oder Sahne vermengen, etwas würzen und Kugeln formen. In den kleingeschnittenen Trieben wälzen und als Fingerfood anrichten. Oder Fichtenspitzen mit dem Frischkäse vermengen und in Wiesenschaumkrautblüten wälzen.

Fichtenspitzen, wie Petersilie oder Schnittlauch keingeschnitten in Salatsaucen, ergeben einen angenehmen zitronigen Geschmack. Ausprobieren!
Ein Artikel von Astrid Struck

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