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Kreis Olpe, Kreis Olpe, 28. April 2016

Gutachterausschuss veröffentlicht Zahlen für 2016 / Hohe Nachfrage nach Eigentumswohnungen

283 Verkäufe weniger auf dem Immobilienmarkt

Weniger Bewegung auf dem Immobilenmarkt
Foto: Matthias Clever
Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Olpe hat den Grundstücksmarktbericht 2016 veröffentlicht. Die aktuelle Zusammenstellung, die auf den Auswertungen des Grundstücks-marktes im vergangenen Jahr beruht, liefert nach Angaben der Verwaltung einen umfassenden Überblick über die Verkäufe von Grundstücken und Immobilien und informiert über die Preisentwicklung innerhalb des Kreises. Die wesentlichen Aussagen des Berichts:

Im Jahr 2015 wurden im Kreisgebiet insgesamt 1.221 Kaufverträge für Immobilien abgeschlossen. Das waren 234 weniger als im Vorjahr. Das reduzierte Marktgeschehen in 2015 sowie das erhöhte in 2014 mag mit der Erhöhung der Grunderwerbssteuer zum 1. Januar 2015 im Zusammenhang stehen. Vergleicht man die Ergebnisse der zurückliegenden zehn Jahre, so schwankte die jährliche Zahl der Kaufverträge zwischen rund 1.000 und 1.500.

Abgenommen hat auch die Zahl der verkauften Baugrundstücke und erreicht mit 132 Verträgen nahezu einen Minusrekord in der vergangenen Dekade. Die Werte lagen hier zwischen 130 Verkaufsfällen in 2009 und 195 in 2014. Die Anzahl der Verkäufe von Ein- und Zweifamilienhäusern blieb mit 380 Verträgen gegenüber 394 in 2014 nahezu konstant. Dagegen sank die Zahl der verkauften Eigentumswohnungen von 225 in 2014 auf nur noch 176 Verträge. Marktgeschehen weniger konzentriert als in den Vorjahren Die in den vergangenen Jahren zu beobachtende Konzentration des Marktgeschehens auf den Süd- bzw. Westkreis mit Olpe, Wenden, Drolshagen und Attendorn ist im Immobilienmarkt des Jahres 2015 nicht mehr so deutlich zu erkennen. Aktuell zeigt sich hier eine gleichmäßigere Verteilung der Verträge auf das gesamte Kreisgebiet (45 % der Verträge in Olpe, Wenden, Drolshagen und 65 % zusätzlich mit Attendorn). Der Rückgang der Anzahl der Kauffälle war im Bereich Olpe und Wenden deutlicher als in den übrigen Regionen. Beim Geldumsatz ist das Übergewicht von Süd-/Westkreis zur übrigen Region nach wie vor stark ausgeprägt.

Gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser wurden im Kreisdurchschnitt für 168.000 Euro (Vorjahr: 173.000) verkauft. Dieser Wert war seit 2008 mit durchschnittlich 152.000 Euro relativ konstant und ist in den drei Vorjahren vor dem Berichtsjahr wieder leicht angestiegen. Der überwiegende Teil der verkauften Ein- und Zweifamilienhäuser lag in der Preiskategorie zwischen 100.000 und 150.000 Euro. Eine gebrauchte Eigentumswohnung kostete im Jahr 2015 durchschnittlich 113.000 Euro (2014: 107.000). Der durchschnittliche Preis für den Quadratmeter Wohnfläche lag bei 1.266 Euro für durchschnittlich 93 Quadratmeter große Wohnungen (Vorjahr: 1.288 Euro für 85 m² Wohnungen). Preisanstieg bei Eigentumswohnungen Für eine neue Eigentumswohnung gaben die Käufer im Durchschnitt 253.000 Euro (Vorjahr: 198.000) aus. Der Preisanstieg geht einher mit einem deutlichen Rückgang des Angebots von nur noch 28 neuen Wohnungen in 2015 gegenüber 70 in 2014. Die hohe Nachfrage nach Wohnungseigentum, vor allem in den Innenstadtlagen, führt besonders in Olpe zu einem fortgesetzten Preisanstieg. Die durchschnittliche Wohnfläche ist mit 93 um drei Quadratmeter höher als im Vorjahr. Der Kaufpreis pro Quadratmeter Wohnfläche für neue Wohnungen hat sich mit rund 2.753 Euro nochmals - und zwar deutlich – um 409 Euro gesteigert (2344, 2300 bzw. 2050 Euro in 2014, 2013 und 2012), wobei diese Objekte ausschließlich in Attendorn und Olpe zu finden sind und demgemäß eine gewisse Preisdichte aufweisen. Die höchsten Preise hierfür wurden mit durchschnittlich 2.819 Euro/m² in Olpe erzielt. In Attendorn liegen die Werte im Mittel bei 2513 Euro/m². Spitzenwerte von deutlich über 3000 Euro/m² Wohnfläche werden in Olpe erreicht.

Wohnbauland wurde in 2015 mit durchschnittlich 90 Euro/m² unter dem Wert des Vorjahres von 95 Euro/m² gehandelt, wobei die Preise zwischen den einzelnen Kommunen deutlich voneinander abweichen. Attendorn hat in 2015 hier die Spitzenstellung von Olpe übernommen. Insgesamt ist der Markt für Bauland mit nur noch 132 Kauffällen um etwa ein Drittel eingebrochen. Das lokal unterschiedliche Angebot an diesen Flächen bestimmt naturgemäß die Preisgestaltung. Die Baulandpreise liegen in Attendorn bei 146 Euro/m², Olpe 134 Euro/m², Wenden 85 Euro/m², Lennestadt 77 Euro/m², Drolshagen 70 Euro/m², Finnentrop 60 Euro/m² und Kirchhundem 57 Euro/m². Stabile Preise für landwirtschaftliche und Forstflächen Die Anzahl der Verkäufe von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken ist von Jahr zu Jahr großen Schwankungen unterworfen. 53 landwirtschaftliche Flächen (gegenüber 60 im Jahr 2014) und 56 forstwirtschaftliche Flächen (gegenüber 73 im Jahr 2014) wechselten im vergangenen Jahr den Eigentümer. Der Durchschnittspreis für land- und forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke ist seit Jahren vergleichsweise konstant und liegt für Acker-/Grünland aktuell bei 1,82 Euro/m², im Vorjahr bei 1,77 (Mittelwert aus den Jahren 2004 bis 2013: ca. 1,50 Euro/m²) und bei 0,60 Euro/m² für Wald ohne Aufwuchs. Waldflächen einschließlich Aufwuchs wurden im Durchschnitt für 1,02 Euro/m² (im Vorjahr 1,26) verkauft. Eine Untersuchung der Vergleichspreise aus den Jahren 2008 bis 2013 hatte zuvor den langjährigen Durchschnitt von 0,50 Euro/m² für Flächen ohne Bewuchs ergeben. Der Bodenricht¬wert für Waldflächen ohne Bewuchs wird unverändert aus dem Vorjahr mit 0,60 Euro/m² übernommen.

Die Bodenrichtwerte für landwirtschaftliche Flächen liegen in Kirchhundem bei 1,60 Euro/m², in Olpe, Finnentrop und Attendorn bei 1,70 Euro/m² und im Übrigen bei 1,80 Euro/m².

Der aktuelle und vollständige Marktbericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Kreis Olpe kann kostenlos im Internet abgerufen werden: Weitere Informationen zum Gutachterausschuss sind ebenfalls online
(LP)

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