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Kreis Olpe, Olpe, 1. November 2015

Ausstellung im Sitzungssaal des Kreishauses – Erfolgsgeschichte: seit 1995 waren 900 Kinder in 225 Kursen

20 Jahre Kinderatelier – „MuKu-Förderung“ im besten Sinn

Die Mädchen haben im Kinderatelier fleißig gearbeitet und können stolz auf ihre Ausstellung sein.
Die Mädchen haben im Kinderatelier fleißig gearbeitet und können stolz auf ihre Ausstellung sein.
Fotos: Volker Lübke
Bunt im besten Sinn präsentiert sich der große Sitzungssaal des Kreishauses in Olpe. Die Erzeugnisse des Kinderateliers zieren seit Samstag die Wände. Mit der Ausstellungseröffnung verbanden die Initiatoren des Kunstvereins Südsauerland zugleich die Feier eines runden Geburtstags. Seit 20 Jahren gibt es das Kinderatelier. „Damit ist die Einrichtung doppelt so alt, wie der Durchschnitt unserer Kinder“, freute sich Renate Stoll vom Betreuerteam.

Kunst aus dem Kinderatelier, das ist nicht einfach Malen und ein bisschen Farbe aufs Papier bringen. Wer den Saal betritt, wird nicht nur von der Fülle der Arbeiten und der verwendeten Techniken überrascht sein. Eine Serie von großformatiger Blumenbilder erinnert keineswegs nur zufällig an die Art Cologne vom April dieses Jahres. Wurden die Besucher in den Kölner Messehallen von einem riesigen Blumenfries des chinesischen Künstlers Ai Weiwei begrüßt, so haben die Kinder das Thema mit „Blumen auf Flies“ umgedeutet.
Mit Harfe und Querflöte gaben zwei junge Musikerinnen der Ausstellungseröffnung einen festlich musikalischen Rahmen.
„Das Kinderatelier ist als feste Größe im VHS-Programm und im Kulturprogramm des Kreises ein Erfolgsmodell“, gratulierte Landrat Frank Beckehoff zum 20-jährigen Bestehen. Das Ziel der Einrichtung sei es, so der Landrat, dass die jungen Teilnehmer eigene ästhetische Urteilsfähigkeit erlangen und ihre Kreativiät entdecken. „Wir alle brauchen künstlerische Erweckungserlebnisse“, griff Oliver Rüsche, Kurator des Kunstvereins, den Faden auf. Bei insgesamt etwa 900 Kindern in 225 Kursen sei das in den vergangenen 20 Jahren gelungen. Die Ergebnisse waren in bisher 25 Ausstellungen zu sehen.

„20 Jahre Kinderatelier heißt auch 20 Jahre gute Zusammenarbeit“, bedankte sich Jochen Voß, Leiter der VHS des Kreises Olpe beim Team um Renate Stoll. Das Kerngeschäft der Volkshochschule sei zwar die Erwachsenenbildung, so Voß: „Das hier ist eine schöne Kür.“ Klaus Droste, Geschäftsführer des Kunstvereins, stieg auf das Stichwort Bildung nur allzu gerne ein. Die Förderung der MINT-Fächer sei sicher gut und wichtig, so Droste: „Wir brauchen aber auch MuKu-Förderung“, und erklärte den jungen Künstlern gleich, was er mit seiner Wortschöpfung meinte: die Förderung der musisch-künstlerischen Fähigkeiten. „Wenn man nämlich in jungen Jahren die musische Hälfte des Gehirns fördert, kann man im beruflichen Leben später beide Hälften optimal einsetzen.“
Die Besucher drehten manche Runde, um alle Arbeiten zu begutachten.
Mit Schokolade für die Kinder, einer Finanzspritze für die Einrichtung und Blumen für das Team war die Ausstellung eröffnet. Die zahlreichen Besucher drehten Runde um Runde, um die Arbeiten der Kinder im Saal und auf der Empore zu begutachten. Und vielleicht färbt das bunte Ambiente ja auch auf die Debatten der Kreistagsabgeordneten ab.
Ein Artikel von Volker Lübke

Bildergalerie: 20 Jahre Kinderatelier – „MuKu-Förderung“ im besten Sinn