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Kreis Olpe, Kreis Olpe, 21. September 2015

10.000 Schichtarbeiter im Kreis Olpe

Arbeiten, wenn andere schlafen – Schichtarbeit geht gerade bei älteren Beschäftigten an die Substanz, warnt die NGG. Mit einer Aktionswoche zur Demografie informiert die Gewerkschaft jetzt über die Situation in den heimischen Betrieben.
Arbeiten, wenn andere schlafen – Schichtarbeit geht gerade bei älteren Beschäftigten an die Substanz, warnt die NGG. Mit einer Aktionswoche zur Demografie informiert die Gewerkschaft jetzt über die Situation in den heimischen Betrieben.
Foto: NGG
Sie stehen um 22 Uhr am Band oder backen morgens um 4 Uhr die Brötchen: Rund 10.000 Menschen im Kreis Olpe machen Schichtarbeit. Das geht aus dem aktuellen Mikro-Zensus des Statistischen Landesamts (IT.NRW) hervor. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten sieht gerade für ältere Beschäftigte eine „enorm hohe Belastung“: „Viele Arbeitnehmer halten bei anstrengenden Wechselschichten nicht bis zur Rente durch“, sagt Isabell Mura.

Für die Geschäftsführerin der NGG Südwestfalen müssen die Arbeitsplätze deshalb altersgerecht gemacht werden. Wie das gehen kann, will die Gewerkschaft in dieser Woche diskutieren.

In der Ernährungsindustrie sei Schichtarbeit besonders verbreitet, sagt Isabell Mura. „Der Zwei- oder Drei-Schichtbetrieb ist in der Lebensmittelproduktion gang und gäbe. Hier wird oft rund um die Uhr gearbeitet – manchmal an sieben Tagen pro Woche“, so die Gewerkschafterin. Lärm, Hitze, Nässe und künstliches Licht seien zusätzliche Belastungen, die „schon bei jüngeren Arbeitnehmer an die Substanz“ gingen. Die Arbeitsbedingungen müssten spürbar verbessert werden, um erfahrene Mitarbeiter länger im Betrieb zu halten. NGG fordert Rechtsanspruch auf Teilzeit Konkret fordert die NGG Südwestfalen für die Beschäftigten in der Ernährungswirtschaft einen Rechtsanspruch auf Teilzeit im Alter – bei vollem Lohnausgleich. „Wer über Jahrzehnte Tag und Nacht gearbeitet hat, der muss in den letzten Berufsjahren entlastet werden. Und ohne Abstriche in Rente gehen können“, betont Isabell Mura. Modelle für die tariflichen Freizeittage im Alter hätten sich in vielen Branchen bewährt. Sie schonten die Gesundheit der Beschäftigten und machten die heimischen Arbeitsplätze „demografiesicher“. Mura: „Jetzt geht es darum, zusammen mit den Arbeitgebern am Tarif-Tisch zu konkreten Lösungen zu kommen.“ (LP)

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