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Kirchhundem, Kirchhundem-Welschen-Ennest, 8. Juli 2015

Asyl: Gemeinde lässt altes Jugendheim sanieren und sucht mietbaren Wohnraum

Vorsorge für weitere Zuweisungen

Das Horst-Limper-Haus ist mittlerweile wieder in privatem Besitz.
Das Horst-Limper-Haus ist mittlerweile wieder in privatem Besitz.
Foto: Runte
Die Suche nach Wohnraum für die steigende Zahl an Asylsuchenden stellt die Kommunen bundesweit weiter vor Herausforderungen. Das gilt auch für die Gemeinde Kirchhundem, die laut Bürgermeister Andreas Reinéry derzeit „am Rande der Kapazitäten“ angelangt ist. Vor allem mit dem Jugendheim in Welschen Ennest treffe die Verwaltung aber Vorsorge für die Zuweisung weiterer Menschen.

Die Immobilie, die im Besitz der Gemeinde ist, soll soweit hergerichtet werden, dass sie wieder bewohnbar ist. Vor allem die untere Etage ist Reinéry zufolge sanierungsbedürftig. „Bis zu 25 Personen könnten wir hier dann unterbringen, sobald alles hergerichtet ist“, sagt der Bürgermeister. Und stellt gleichzeitig klar: „Würden jetzt 25 Menschen hier auf der Matte stehen, hätten wir aber ein Problem.“ Eigentlich wollte die Gemeinde das alte Jugendheim verkaufen. Weil sich aber bislang kein Interessent gefunden habe, steht das Gebäude jetzt als mögliche Unterkunft zur Verfügung.Zusätzlicher Wohnraum für dezentrale Unterbringung Darüber hinaus startete Reinéry kürzlich einen öffentlichen Aufruf mit dem Ziel, weiteren Wohnraum ausfindig zu machen, den die Gemeinde bei Bedarf für die Unterbringung von Asylsuchenden anmieten könnte. Mit Erfolg: „Wir haben jetzt wieder etwas Potential“, sagt Reinéry, der sich freut, das „sehr gut funktionierende“ Konzept der dezentralen Unterbringung damit weiterverfolgen zu können. Zumal sich Asylsuchende und Einwohner gut verstünden. 91 Asylsuchende sind derzeit in Kirchhundem einquartiert.

Dass die Bezirksregierung Arnsberg, die als dem Kreis übergeordnete Behörde für die Verteilung der Flüchtlinge zuständig ist, ähnlich wie in Olpe (ZUE Regenbogenland) und zuletzt in Finnentrop-Heggen (Jugendherberge) Gebäude zur Unterbringung mehr oder weniger „beschlagnahmt“, drohe Kirchhundem nicht, sagt Reinéry. Weil es im Gemeindegebiet schlichtweg keine geeigneten Immobilien gebe, die im kommunalen Besitz sind und mindestens 200 Menschen Wohnraum bieten würden. Horst-Limper-Haus wieder in Privatbesitz Oder besser gesagt: Nicht mehr. Das Horst-Limper-Haus in Benolpe ist Reinéry zufolge seit knapp sieben Wochen wieder in privatem Besitz. Im vergangenen Jahr, als die Gemeinde noch Eigentümer des Gebäudes war, habe die Bezirksregierung in Kirchhundem angefragt, ob die ehemalige Jugendbildungsstätte als Wohnquartier zur Verfügung steht. „Damals war die Not auch groß. Es gab einen Aufruf der Bezirksregierung, ob irgendwo Gebäude wie Schulen und Jugendherbergen genutzt werden können“, erinnert sich Reinéry.

Weil das Horst-Limper-Haus jedoch maximal 140 Personen Platz biete, sei es der Behörde „eine Idee zu klein“ gewesen und als Alternative eingestuft worden. Bei 200 Menschen habe die Minimalgrenze damals gelegen.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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