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Kirchhundem, 29.04.2021

Vandalismus in Würdinghausen - NABU ist sauer

Unbekannte zerstören Biotop: Bank und Insektenhotel verbrannt

Franz-Josef Göddcke, Vorsitzender des Nabu, zeigte Bürgermeister Björn Jarosz (links) die vermüllten und zerstörten Stellen auf dem NABU-Gelände in Würdinghausen.
Franz-Josef Göddcke, Vorsitzender des Nabu, zeigte Bürgermeister Björn Jarosz (links) die vermüllten und zerstörten Stellen auf dem NABU-Gelände in Würdinghausen.
Christine Schmidt
Würdinghausen. Der Naturschutzbund ist sauer: Seit einigen Wochen treiben Unbekannte in einem privaten Biotop unterhalb des Fahrradweges in Würdinghausen ihr Unwesen. Verbrannte Bänke, zerstörte Insektenhotels und viel Müll wurden hier hinterlassen.

„Das ist schon sehr heftig, was hier betrieben wurde“, bringt es Franz-Josef Göddecke, Vorsitzender des Naturschutzbundes, auf den Punkt. Er und seine Kollegin Inge Dürr haben für so etwas kein Verständnis.

Bei einem Ortstermin mit Bürgermeister Björn Jarosz sowie Reiner Heitschötter, Ortsvorsteher Würdinghausen, und Tatjana Vente, Ortsvorsteherin Kirchhundem, zeigten die Naturschützer am Mittwochnachmittag, 28. April, das Ausmaß des Vandalismus.

Bank als Brennholz verwendet

Von drei Bänken sind nur noch zwei übrig. „Eine Bank wurde hier verheizt“, ist sich Göddecke sicher und zeigt auf eine große, ungeschützte Feuerstelle. Auch das sei angesichts des angrenzenden Buchenwaldes ein gefährliches Spiel.


Als Brennholz diente aber wohl nicht nur eine Bank, sondern auch Holzstücke aus einem Insektenhotel. Unter anderem nisten sich in diesen Hölzern Bienen und andere Insekten mit ihrer Brut ein.

Auch aus einem Insektenhotel entnahmen die Unbekannten Holz.

Göddecke zeigt an der noch bestehenden Seite, dass aus diesen Löchern irgendwann Insekten schlüpfen. Heißt, die Tiere aus dem Holz, das für das Feuer entwendet wurde, seien also mit verbrannt worden. Das bedauern Göddecke und Dürr zutiefst.

Inge Dürr erzählt, dass sie ein- bis zweimal pro Woche vor Ort sei, um diesen ökologischen Platz aufzuräumen. Zigarettenstummel ohne Ende, Flaschen und Dosen im Teich sowie Scherben und Müll am Ufer sammelt sie jedes Mal erneut auf. Von einem Toilettenhäuschen, das angekokelt wurde, und einem Bauwagen, in dem randaliert wurde, ganz zu schweigen.

Ökologisch wertvolles Gebiet

„Es geht gar nicht darum, dass hier mal jemand sitzt und ein Bier trinkt“, so Franz-Josef Göddecke. „Das Zerstörerische ist es, was uns so enttäuscht.“ Denn das 1,5 Hektar große Gebiet, dass der NABU 2013 erworben hat, sei ökologisch sehr wertvoll, so der Vorsitzende. Verschiedene Tierarten finden hier ihr Zuhause.


Inge Dürr fügt hinzu, dass das Problem nicht neu sei. Aber in diesem Frühjahr habe es stark zugenommen. Der NABU ist sicher, dass es sich bei den Gruppen und junge Leute handelt.

Auch Würdinghausens Ortsvorsteher Heitschötter ist sicher: „Das können nur Ortskundige gewesen sein.“ Bislang sei ihm das Problem aber nicht bekannt gewesen.

Denn das Biotop liegt versteckt und ist von einem Zaun sowie Tor geschützt. Davor mache leider niemand Halt, so Inge Dürr. Selbst mit Motorrädern sei schon hier durchgefahren worden.

Viele Dörfer haben dasselbe Problem

Tatjana Vente als Ortsvorsteherin von Kirchhundem weiß, dass viele Orte aus der Gemeinde solche Probleme haben. „Es fehlen einfach Treffpunkte, wo man ungestört sein kann.“ Trotzdem könne es nicht angehen, dass Orte und Materialien mutwillig zerstört werden. Dem stimmt Bürgermeister Jarosz ebenfalls zu, der sich vor Ort ein Bild der Situation machte. Die Natur, die alle Menschen im Moment so gerne nutzen, könne doch nicht mutwillig zerstört werden.


„Wir hoffen jetzt, dass das in Zukunft unterlassen wird“, so Franz-Josef Göddecke. Demnächst sollen Wildkameras angebracht werden. Wenn das nicht helfe, müsse man andere Schritte einleiten, um das Gebiet zu schützen, so der Vorsitzende.

Ein Artikel von Christine Schmidt

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