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Kirchhundem, Kirchhundem, 3. Dezember 2015

Sozialausschuss: Geplantes Kostenmodell wenig rentabel

Turnhallen bleiben wohl gebührenfrei

Gemeinde verzichtet auf Hallengebühren
Symbolfoto: Nils Dinkel
Das kontrovers diskutierte Thema Hallennutzungsgebühren könnte in der Gemeinde Kirchhundem bald vom Tisch sein: Angesichts der bereits komplett gestrichenen Sportfördermittel und des „nicht unerheblichen Verwaltungsaufwands“ hat der Sozialausschuss in seiner Sitzung am Dienstag vorgeschlagen, auf die Einführung einer Gebührenordnung zu verzichten.

Knapp 5000 Euro würde die Gemeinde einnehmen, sollte sie sich am Lennestädter Modell orientieren. Das sieht laut Sitzungsvorlage des Sozialausschusses vor, dass jeder Verein pro erwachsenem und beim Landessportbund (LSB) gemeldeten Mitglied sowie für jede Stunde, in der Erwachsene eine Halle benutzen, jeweils einen Euro an die Kommune zahlt. In der Gemeinde seien nach Angaben der Vereine 2755 erwachsene Mitglieder beim LSB gemeldet, zudem würden die Turnhallen an insgesamt 2238,5 Stunden im Jahr genutzt werden. Daraus würden sich Einnahmen von 4993,50 Euro ergeben. Gestrichene Sportfördermittel als Kompensation Kirchhundem und Lennestadt hatten mehrere Kooperationsgespräche zum Thema Hallennutzungsgebühren geführt. Eine „möglichst einheitliche Verfahrensweise“ sei jedoch nicht realisierbar: Anders als die Nachbarkommune, die den Etat der Sportfördermittel lediglich um 20 Prozent reduziert habe, habe die Gemeinde Kirchhundem die Zuschüsse in Höhe von 8900 Euro für 2015 bereits komplett gestrichen. „Wir verzichten also auf die Gebühren, weil wir sie damit kompensieren können“, sagte Bürgermeister Andreas Reinéry auf Anfrage von LokalPlus. Auch der Verwaltungsaufwand, der bei der Einführung eines Gebührenmodells fällig werde, mache das Bezahlsystem wenig rentabel.

Stattdessen könnten Vereine künftig einen anderen, einen praktischen Beitrag leisten, indem sie ehrenamtlich beispielsweise Reinigungsarbeiten und die Pflege der Außenanlagen der Turnhallen übernehmen. Bürgermeister Andreas Reinéry soll diesbezüglich Gespräche mit den Vereinen führen.

Ob sich das Thema Hallennutzungsgebühren damit endgültig erledigt hat, entscheidet der Rat in seiner Sitzung am 17. Dezember.
Sonderstellung des TSV Silberg-Varste
Der Turn- und Sportverein Silberg-Varste soll mit 2950 Euro gefördert werden. Der TSV betreibt eine vereinseigene Turnhalle und erhält keine Sportfördermittel mehr. Nach Ansicht der Verwaltung hätte der Verein für seine Halle „unter dem Aspekt der Gleichbehandlung (…) einen Anspruch auf einen Betriebskostenzuschuss“, weil die anderen Vereine würden die kommunalen Turnhallen kostenlos nutzen dürfen. (pri)
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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