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Kirchhundem, Kirchhundem, 13. März 2016

Kabarettist Gerd Normann im Schrabben Hof

Skurrile Ehegespräche

Skurrile Ehegespräche
Fotos: Jill Arens
Im Silberger Schrabben Hof gab es wieder kulturelles Programm. Der Kabarettist Gerd Normann, gebürtiger Sauerländer in Berlin lebend, begeisterte das Publikum mit seinem Programm „Butter bei die Fische“. Hauptakteure waren dabei Willi und Lisbeth, ein fiktives älteres Ehepaar, welches er in skurrilen Streitgesprächen darstellte.

„Wer ist denn hier verheiratet? Und wie lange schon?“, beginnt Normann sein Programm. 58 Jahre sind das hineingerufene Höchstgebot. Schnell wird klar: Hier geht es um die Ehe zwischen Mann und Frau und deren unterschiedlichen Ansichten im Alltag.
Zur Darstellung dessen macht Normann Gebrauch des fiktiven Ehepaares. Bei Willi, der seiner Frau gegenüber eher ruppig und sarkastisch wirkt, wird die Stimme tief, der Blick geht nach rechts. Bei der guten Seele Lisbeth geschieht das Gegenteil. Lediglich mit Mimik und Gestik bringt Normann dem Publikum die imaginären Figuren näher. Bei jedem Zuschauer sind Kopfarbeit und Fantasie gefragt. Zustand der Unzurechnungsfähigkeit In der Ehe wird sinngemäß die Liebe mit der Vernunft verbunden. Doch dies schließt sich gegenseitig aus, so Normann, denn in der Phase des Verliebtseins befinden wir uns in einem Zustand der Unzurechnungsfähigkeit. Erst nach 36 Monaten kommt die Vernunft wieder zurück und es beginnt der Abschnitt der Ehe über den Normann mit trockenem Humor und der Unterstützung des Ehepaares berichtete.
An diesem Abend erklärte vor allem Willi seiner Frau so einige mehr oder weniger weltbewegende Sachverhalte. Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur und der zweitgrößte Prothesenexporteuer. Da muss doch ein Zusammenhang bestehen, oder? Und bekommt man durch zu viel Bierkonsum eine Knollnase, größere Ohren und Gicht? Die Antwort lautet: Natürlich! Doch jegliche Medizin kann bei diesen Sorgen nicht helfen. Das einzige was wir brauchen sind Dr. Ruhe, Dr. Diät und Dr. Fröhlich, das wurde schon vor Jahrhunderten prophezeit. Lisbeth’s Freundin Marianne klagt über eine dritte Phantombrust, Brusthaare und Warzen, die sie versucht wegzusprechen. Willi veranstaltet Gruppenpinkeln mit seinen Kollegen im Garten. Bei diesen Themen riecht es schon nach Auseinandersetzung. Die Gespräche wirkten belustigend und absurd, doch mit Sicherheit hat sich der eine oder andere Zuschauer in ihnen wiedererkannt.

Normann meint:„Rückblickend denkt man sich oft: Hab ich alles richtig gemacht? Ach komm, ich fang nochmal von vorne an.“ So kann man es sich zumindest für das nächste Leben vornehmen.
Ein Artikel von Jill Arens

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