Nachrichten Dies und das
Kirchhundem, 15. Dezember 2016

Gemütlicher und informativer Abend im Josef-Gockeln-Haus in Rahrbach

Probleme und Erfolge ehrenamtlicher Tätigkeiten

Zwei von vielen Ehrenamtlern in der Gemeinde Kirchhundem: Dagmar und Wilhelm Heuel sind, mit Unterbrechungen, schon seit über 20 Jahren ehrenamtlich tätig.
Zwei von vielen Ehrenamtlern in der Gemeinde Kirchhundem: Dagmar und Wilhelm Heuel sind, mit Unterbrechungen, schon seit über 20 Jahren ehrenamtlich tätig.
Foto: Jill Arens
Rahrbach/Kirchhundem. Zu einem angeregten Austausch über Widerstände und Erfolgsgeschichten bei ehrenamtlichen Tätigkeiten kam es am Mittwochabend, 14. Dezember, im Josef-Gockeln-Haus: Als Dank für die tatkräftige Hilfe hatte die Gemeinde Kirchhundem in Kooperation mit der Koordinierungsstelle für Bürgerschaftliches Engagement und AGIL (Aktion für Generationen, Integration und Lebensqualität) sowie mit Unterstützung der Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem einen geselligen und informativen Abend für Ehrenamtler organisiert.

Mit einem Grußwort des Bürgermeisters Andreas Reinéry eröffnete Konrad Schlechtinger als Vertreter der Gemeindeverwaltung den Abend. Anschließend richtete Barbara Aßmann-Bals als Ehrenamtliche einige Worten an die Gäste.Kommunikation ist das A & O"Es muss eine Basis geschaffen werden, auf der man sich gemeinsam auf den Weg machen kann", so Aßmann-Bals. Sie betonte die Wichtigkeit und den stetigen Bedarf an engagierten Helfern, um Netzwerke zur besseren Unterstützung von pflegebedürftigen Menschen und Flüchtlingen in der Gemeinde aufzubauen. Verbesserungswürdig sei vor allem die Kommunikation unter den Helfern, die sich durch fehlende Absprachen unnötige Arbeit aufbürdeten. Arbeit zwischen Hauptamt und Ehrenamt funktioniert gut In den letzten Jahren ist auf kommunaler Ebene besonders die Flüchtlingshilfe zu einem wichtigen Thema geworden. Hier stünden die Ehrenamtler vor der schwierigen Aufgabe, die Flüchtlinge in eine ihnen unbekannte und vielleicht auch unverständliche Kultur zu integrieren, hieß es. Dabei könne sich die Integration schwierig gestalten, vor allem weil viele der Flüchtlinge gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen.

Die Eingliederung soll durch eine dezentrale Unterbrinung in den verschiedenen Döfern, Sprachkurse, Kurse für Verkehrssicherheit und gegenseitige Akzeptanz und Toleranz stattfinden. Zudem besteht der Wunsch für einen Treffpunkt in Kirchhundem, der die Flüchtlinge einmal in der Woche zusammenführen und ihnen einen Austausch ermöglichen kann. Als problematisch erweist die Finanzierung, esfehlt oft an Zuschüssen zur Unterstützung der Initiativen. Hier kommt die Sparkasse als Unterstützer ins Spiel; mit Hilfe von Konrad Schlechtinger sollen die Gelder dann an den richtigen Stellen in der Region platziert werden.

Die unterstützenden Kräfte und einige der ehrenamtlichen Helfer, die durch ihre Arbeit oftmals an die Grenzen der persönlichen Belastbarkeit gelangen, sich jedoch mit Freude für andere Menschen engagieren.
Junge Leute zum Helfen animierenBedarf besteht in der Gemeinde Kirchhundem vor allem an jüngeren Helfern, die besonders durch die sozialen Netzwerke Möglichkeiten zur Kommunikation pflegen können. Viele Probleme und Verbesserungen zur Flüchtlingshilfe könnten durch die soziale Vernetzung herausgefiltert und in Angriff genommen werden. Das Ehrenamt sei auf den Zuwachs an Helfern angewiesen. „Es herrscht ständig Bedarf an Ehrenamtlichen, da sich Aktive jederzeit aus persönlichen Gründen zurückziehen können. Das Ziel für 2017 ist daher die persönliche Ansprache von Bürgern, die sich mit Herzblut für ihre Mitmenschen engagieren wollen", sagte Rosa-Maria Biernat von der Koordinierungsstelle für Bürgerschaftliches Engagement und AGIL. "Wir tun es nicht für uns, sondern für den Nächsten."Neben vielen weiteren Ehrenamtlichen engagieren sich Wilhelm und Dagmar Heuel für die Flüchtlinge in der Gemeinde. Beide sind bereits seit über 20 Jahren, mit Unterbrechungen, engagiert in Bezug auf ihre Mitmenschen. Das in Brachthausen lebende Ehepaar bildet für Bürger, die den Wunsch verspüren zu helfen, eine Anlaufstelle. Sie sind Ansprechpartner und treibende Kraft in Bezug auf die Vermittlung von beispielsweise Möbeln, Spielzeug usw.

Zudem sind sie Initiator der ersten Sprachkurse für Flüchtlinge im Jahr 2015. "Wir sind keine Institution und können daher keine Zertifikate vergeben, aber wir möchten zur ersten Sprachvermittlung und als emotionale Stütze dienen. Wir tun das alles nicht für uns, sondern für den Nächsten", teilt Dagmar Heuel mit.Hilfe im AlltagDie Familie Heuel wirtschaftet für ein Haus in Wirme, in welchem drei Familien mit Kindern und wenige Einzelpersonen leben. Das Haus wird durch den Besitzer kostenfrei zur Verfügung gestellt. Zuständig sind die Bewohner für den Strom, Reparaturen usw. Ergriffen berichteten die Helfer von der möglichen Abschiebung einer Familie. Dem versuchen die Ehrenamtler entgegenzuwirken, unterstützend und aufbauend aktiv zu werden. 

Ebenfalls zu beachten sind aber auch die positiven Erlebnisse, so wie beispielsweise die Erfolgsgeschichte eines Mannes aus Guinea, der mittlerweile eine Ausbildung in der Elektrotechnik begonnen hat. Engagement mit HerzblutEhrenamtlich kann man in allen möglichen Hinsichten tätig werden. Dabei dient ein lockerer Zusammenschluss verschiedener Helfer, in Zusammenarbeit mit den stützenden Kräften als Netzwerk, als Hilfe in der Gemeinde Kirchhundem, die vor allem von pflegebedürftigen und alten Menschen sowie Flüchtlingen benötigt wird.

Zur Gestaltung der Homepage für die Initiative der Flüchtlingshilfe wird noch eine Person benötigt, die die Seite mit Inhalten und aktuellen Infos zur besseren Kommunikation füllt.

Ein Artikel von Jill Arens

Bildergalerie: Probleme und Erfolge ehrenamtlicher Tätigkeiten