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Kirchhundem, Kirchhundem, 23. November 2015

CDU-Gemeindeverband: Kämmerer Middelhoff referiert über Flüchtlingssituation

„Mammutaufgabe" über das Jahresende hinaus

Middelhoff: Flüchtlingskrise bleibt „Mammutaufgabe
Symbolfoto: Nils Dinkel
Bei der Sitzung des CDU-Gemeindeverbands, die von Karl-Heinz Kaisers Rücktritten überschattet wurde (LokalPlus berichtete), ging es auch um die Flüchtlingssituation in der Gemeinde. Der Beigeordnete Tobias Middelhoff sprach außerdem über den Stand der Dinge in Sachen Breitbandausbau.

Die weiter steigende Anzahl an Flüchtlingen führe zu einer verschärften Wohnraumproblematik, die Kommune stoße bei der Suche nachleer stehenden Wohnungen an ihre Grenzen. Mitte Dezember soll zwar die Sporthalle in Oberhundem für die Unterbringung einiger Flüchtlinge verfügbar sein, stelle jedoch auch nur ein „Provisorium“ dar.

Weiterhin erwarte Kirchhundem monatlich einen Zuzug von dreißig bis vierzig Asylsuchenden, ohne dass ein Abriss des Zuzugs in Sicht sei. Demzufolge werde sich die Zahl der Flüchtlinge bis Ende 2015 voraussichtlich auf rund 250 erhöhen. In der Woche zuvor hatte Bürgermeister Andreas Reinéry noch von insgesamt 215 Menschen gesprochen, die die Gemeinde bis Jahresende voraussichtlich unterbringen müsse. Enormer Verwaltungs- und Kostenaufwand Eine Herausforderung, die nicht nur einen enormen Verwaltungsaufwand bedeute, sondern auch einen hohen Kostenfaktor, sagte Middelhof. So rechnet der Kämmerer für das Jahr 2015 mit einer Gesamtsumme von ca. 720.000 Euro für Taschengeld, Miete und Kosten der Krankheitsversorgung – Personal- und Verwaltungskosten nicht mit einbezogen. 2016 müsse die Kommune mit der doppelten Summe rechnen. Zwar übernehme das Land künftig rund 90 Prozent der Kosten für die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge. Dennoch müsse die Gemeinde Kirchhundem nach wie vor eine große Summe stemmen, weshalb 2016 mit Einsparungen in anderen Bereichen geplant werden müsse.

Außerordentlich beeindruckt zeigte sich Middelhoff von der hohen Bereitschaft zum Ehrenamt, was „in der Form nicht abzusehen" gewesen sei. Vor allem auf Dauer zeigten sich die ehrenamtlichen Helfer besonders ausdauernd. Nun sei es wichtig, die Flüchtlinge so schnell wie möglich ins tägliche Leben einzubinden, betonte Middelhoff. Vorreiterrolle in Sachen Breitbandausbau Außerdem ging der Kämmerer auf das Thema Breitbandversorgung ein. Die Gemeinde nehme hierbei mittlerweile eine Vorreiterrolle ein. In den Ortsteilen Kirchhundem, Brachthausen, Herrntrop, Flape und Hofolpe werde ab dem 7. Dezember eine Bandbreite von bis zu 50 Mbit/s verfügbar sein, "teils mehr als eine Verzehnfachung", so Middelhoff. In den nächsten zwei Jahren soll dann ein besonderer Fokus auf schnelleren Internetleitungen für Albaum, Silberg und Varste liegen.

Man müsse den Breitbandausbau „perspektivisch fördern" und „alles versuchen, das Thema schnellstmöglich anzugehen", betonte Middelhoff. Schnelles Internet binde Wirtschaftskraft und schaffe Arbeitsplätze. "Für viele Unternehmen ist es nicht entscheidend, wie die Verkehrsanbindung, sondern wie die Internetanbindung ist", sagte Middelhoff. Die Politik müsse deshalb alles daran setzen, den Ausbau so schnell wie möglich voranzutreiben.
Ein Artikel von Marius Eckhardt

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