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Kirchhundem, Kirchhundem-Rinsecke, 6. Oktober 2015

Florian Kaiser ist Deutscher Meister der Zimmerer - und hofft nun auf die EM-Teilnahme

Handwerker mit besonderem Geschick

Florian Kaiser.
Florian Kaiser.
Fotos: extern
Florian Kaiser aus Rinsecke ist Deutscher Meister im Zimmern. Nach dem nationalen, 2014 eingefahrenen Triumph peilt er nun die Teilnahme an einem kontinentalen Titelkampf an: Kaiser hofft darauf, für die deutsche Mannschaft der Zimmerer bei der Europameisterschaft im kommenden Jahr in der Schweiz starten zu dürfen.

Sein Erfolg kam etappenweise. Zwar habe er von Kindesbeinen an praktisch gearbeitet. Das in ihm schlummernde handwerkliche Talent allerdings, die besondere motorische Begabung, blieb lange verborgen. Bis Kaiser nach seinem Abitur 2012 eine Ausbildung zum Zimmerer begann und schließlich zwei Jahre später bei den Deutschen Meisterschaften ganz vorne landete.

Mit dem dritten Platz bei der Gesellenprüfung - es war der Juli 2014 - qualifizierte er sich für den Kammerwettbewerb. Bei den darauffolgenden Titelkämpfen auf Landes- und Bundesebene belegte er Platz eins und wurde damit Deutscher Meister.
Optimistisch und ambitioniert Der nächste Schritt auf der Karriereleiter: die Berufung in die deutsche Nationalmannschaft. Für die nationale Auswahl der Zimmerer kämpfen die besten drei von fünf Mitgliedern im Oktober 2016 um den EM-Sieg, Austragungsort ist Basel. Seine Chancen darauf, zum deutschen Kader zu gehören, schätzt der junge Mann gut ein: „Aktuell würde ich mich von allen Teammitgliedern auf dem zweiten Platz sehen. Dies resultiert aus gemeinsamen Trainings unserer Nationalmannschaft“, erzählt er. Zielstrebig arbeite er jeden Tag auf das EM-Ticket hin - und würde mit großen Ambitionen in der Schweiz antreten: „Sollte ich mich für die Europameisterschaft qualifizieren, möchte ich auch gewinnen.“

Die alltäglichen Arbeitsaufgaben im Betrieb seien gleich geblieben, seine eigenen Ansprüche setzt er jedoch höher. Seine Ausbildung absolvierte Kaiser bei der Zimmerei Robert Schauerte in Oberkirchen, wo er immer noch beschäftigt ist. Aktuell arbeitet er montags bis freitags im BBZ Arnsberg und absolviert dort den Meisterkurs. Für den Ausnahmehandwerker ist hier extra eine Ecke eingerichtet worden, in der er sich nach Feierabend auf die anstehenden Wettbewerbe für die Qualifikation zur Europameisterschaft vorbereiten kann.
"Spaß und Eigeninitiative" für zeitintensive Arbeit Zeit für Familie und Freunde hat Kaiser aktuell recht wenig: „Alle sind begeistert, stehen hinter mir und unterstützen mich. Es ist ein sehr intensives Arbeiten und sehr zeiteinnehmend“, erzählt der Zimmerer. Und betont, dass die Eigeninitiative und der Spaß an der Handarbeit ihn antreiben, sich kontinuierlich zu verbessern und mit anderen Zimmerern zu messen. Die Preisgelder, die es es bei den Turnieren zu gewinnen gibt, fielen gering aus.
In jedem Fall stellt sich Kaiser, sollte es mit der EM-Fahrkarte klappen, auf einen anspruchsvollen Wettbewerb ein, bei dem neben Präzision und ruhiger Hand auch Ausdauer gefragt sei. Bei der Deutschen Meisterschaft etwa war ihm eine Zeichnung vorgelegt worden. Eine Stunde hatte er Zeit, sich auf Basis dieser Skizze Gedanken über die Realisierung des zu fertigenden Stücks zu machen und diesbezüglich Fragen zu stellen. Danach hatte er auf drei Tage verteilt 22 Stunden Zeit, um die geforderte Arbeit abzuliefern. In die Benotung flossen eine von ihm angefertigte 1:1-Zeichnung, die angezeichneten Hölzer und natürlich das fertige Modell ein. Mit Erfolg: Am Ende stand für Kaiser der Gewinn des DM-Titels.
Ein Artikel von Nils Dinkel

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