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Kirchhundem, 26. September 2017

Schüler erkunden die Natur auf eigene Faust

Gemeinsame Waldwoche an der KGS St. Christophorus

Nur mit dem Hörsinn wurde der Wald in Kirchhundem erkundet.
Nur mit dem Hörsinn wurde der Wald in Kirchhundem erkundet.
Foto: privat
Kirchhundem. Verwaiste Klassenräume und leere Flure, aber lautes Kinderlachen im Wald und 130 Fußabdrücke auf den matschigen Waldwegen: Für die Schüler der Klassen ein bis vier der Grundschule Kirchhundem hieß es in der Woche vom 18. bis 22. September von morgens bis mittags „Lernen mit allen Sinnen“ im Wald.

Nach dem Treffen auf dem Schulhof und dem Startlied „Der Herbst ist da“, schnappten sich die Kinder Schaufel, Eimer, Becherlupe und ausreichende Stärkung und verteilten sich mit dem Lehrerteam im Wald rund um die Kreuzbergkapelle.

Hier erforschten die Kinder den Waldboden, bauten in Teams Waldtipis, sammelten verschiedene Pflanzen und Blätter und gestalteten Kunstwerke mit Naturmaterialien. Das achtsame Staunen über die Natur, das Begehen des Waldes mit geschlossenen Augen und offenen Ohren, das Ertasten der Bäume, des Bodens und der Pflanzen und das Schmecken von Kräutern ermöglichten den Kindern das Lernen mit allen Sinneskanälen. Frühstück an der frischen Luft Klettern auf Slacklines zwischen den Bäumen schulte das Gleichgewicht, die Waldhängematte lud zum Entspannen ein und das Frühstück auf Picknickdecken im Wald schmeckte an der frischen Luft besonders gut. Dreckige Hände, Hosen und Schuhe gehörten dazu, denn das Wetter meinte es an zwei Tagen nicht gut mit den Schülern, was der Stimmung und Begeisterung jedoch keinen Abbruch tat.

Am Dienstag besuchte Familie Müller-Habbel die Klassen mit einem Harvester auf dem Schützenplatz. Die Größe und Funktion dieser Waldmaschine beeindruckte die Kinder sehr. Die Klassen ein und zwei arbeiteten an zwei Tagen mit Anita Jung von der Naturerlebniswerkstatt in Kickenbach, die mit den Kindern den Tag im Wald verbrachte und zum Abschluss Stockbrot an selbst gesuchten Stöcken zubereitete.
Zusammen mit Pastor Schmidt gab es für die Schüler einen Waldgottesdienst.
Ein besonderes Erlebnis für alle Klassen war der Waldgottesdienst auf dem Platz vor der Kreuzbergkapelle mit Pastor Schmidt sowie der Besuch von drei Förstern und einer Försterin am Donnerstag. In drei Gruppen erkundeten die Kinder mit ihrem Förster und zwei Gasthunden den Wald. Dabei lernten sie eine Menge über die verschiedenen Bäume und die wirtschaftliche Nutzung des Waldes. Zum Abschluss konnten alle auf einer Tellerschaukel schaukeln und einen Slacklineparcours bewältigen.

Das gesamte Kollegium der Grundschule ist von der Waldwoche begeistert, denn es war erstaunlich, wie selbstverständlich die Kinder sich im Wald bewegten, wie sich Teams zum Arbeiten im Wald zusammen fanden und welche Stärken sich bei vielen Kindern zeigten. Von Langeweile war im Wald keine Spur zu sehen. Die unmittelbare Erreichbarkeit des Waldes oberhalb des Schulgeländes ermöglicht es außerdem, zwischendurch einen Waldtag mit einzelnen Klassen einzulegen und das Gelände während der verschiedenen Jahreszeiten zu beobachten. Mit Anita Jung will sich das Kollegium in Naturerlebnispädagogik weiterbilden. Auch den Schülern gefiel die Waldwoche und alle sind sich einig, dass die KGS ab jetzt in jedem Schuljahr eine Waldwoche machen wird. Auch der Offene Ganztag wird nun regelmäßig mit den Kindern raus in den Wald gehen.
(LP)

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