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Kirchhundem, Kirchhundem, 7. März 2016

Flüchtlingshilfe verurteilt Anschläge auf geplante Unterkunft und ruft zu Mahnwache auf

„Feige und unmenschliche Akte“

Flüchtlings-Hilfe ruft zu Mahnwache auf
Symbolfoto: Matthias Clever
Als Reaktion auf den mittlerweile vierten Anschlag auf eine geplante Unterkunft für Flüchtlinge in Rinsecke wendet sich die Flüchtlingshilfe Kirchhundem an die Öffentlichkeit. Die Initiative verurteilt die Anschläge in einer Erklärung aufs Schärfste und ruft zur Teilnahme an einer Mahnwache auf.

Von „feigen und unmenschlichen Akten, die durch nichts zu rechtfertigen sind und von Polizei und Staatsschutz mit aller Kraft verfolgt werden sollten“, ist in der Erklärung die Rede. Die Ehrenamtler der Flüchtlingshilfe seien ebenso wütend wie traurig – und betonen zugleich, dass die Taten nicht auf Gegenliebe stießen:. „Wir sind uns sicher, dass diese Taten keinen Rückhalt in der Kirchhundemer und Rinsecker Bevölkerung haben. Die Einwohner der Gemeinde Kirchhundem stehen in der ganz großen Mehrheit gegen Fremdenfeindlichkeit und für eine Kultur der Gastfreundschaft und Integration.“

In der Erklärung berichten die Flüchtlingshelfer dann von ihren Erfahrungen mit den Menschen, die geflüchtet und in Kirchhundem untergekommen sind: Von geschilderten Notsituationen und schrecklichem Leid, aber auch von großer Bereitschaft, die deutsche Sprache zu lernen und sich zu integrieren, und von „viel Geduld - trotz teilweise schwieriger Wohn- und Lebenssituationen“. Insgesamt sei der Kontakt mit den Flüchtlingen und anderen Kulturen eine große Bereicherung, so die Initiative. Sorge vor wachsender Distanz Gleichzeitig verleihen die Mitglieder ihrer Sorge Ausdruck, dass in Teilen der Bevölkerung eine Distanz gegenüber Flüchtlingen und Helfern entstehe und womöglich wachse. „Durch politische Propaganda, durch einzelne Vorfälle, die zu Unrecht verallgemeinert werden, und durch die Berichterstattung in Medien und sozialen Netzwerken wächst die Ablehnung gegenüber den Asylbewerbern“, fürchten die Flüchtlingshelfer.

Aus diesem Grund und vor dem Hintergrund der Anschläge in Rinsecke wollen sie daher mit einer Mahnwache, die am Mittwoch, 9. März, um 17 Uhr auf dem Dorfplatz beginnt, ein „deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Stimmungsmache“ und für eine Kultur der Gastfreundschaft und Integration setzen. Die Initiative will bei der Gelegenheit dafür werben, Kontakt zu Flüchtlingen zu suchen und sich über deren Schicksal zu informieren. Gleichzeitig wollen die Helfer darum bitten, Geflüchteten weiterhin mit Spenden zu helfen und nach Möglichkeit auch Wohnraum zur Verfügung zu stellen, damit die Gemeinde Kirchhundem am Konzept der dezentralen Unterbringung festhalten kann.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

Bildergalerie: „Feige und unmenschliche Akte“