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Kirchhundem, Kirchhundem-Selbecke, 29. Juli 2016

Zukunft des Firmenstandorts nun doch weiter ungewiss / Große Enttäuschung bei der IG Metall

Dura lehnt Schlichtungsvorschlag ab

Torsten Kasubke (links) kann die Begründung der Dura-Unternehmensführung nicht nachvollziehen.
Torsten Kasubke (links) kann die Begründung der Dura-Unternehmensführung nicht nachvollziehen.
Foto: Rüdiger Kahlke
Trotz Schlichtungsspruchs gibt es bei Dura nun doch keine Einigung. Die Beschäftigten müssen weiterhin um ihre Arbeitsplätze bangen. Die Geschäftsleitung hat den Schlichterspruch, der auch eine Bestandsgarantie für den Standort Selbecke bis Ende 2017 enthielt, abgelehnt.

Das Unternehmen teilte am Freitag, 29. Juli, auf Anfrage von LokalPlus mit, dass Dura dem Schlichtungsvorschlag bedauerlicherweise nicht zustimmen könne, da er Kundeninteressen nicht ausreichend berücksichtige. Weiter heißt es: „Dura ist klar, dass eine Einigung immer beiderseitiger Zugeständnisse bedarf und keine der beiden Parteien voll und ganz zufriedengestellt werden kann. Wir können jedoch keine Kompromisse eingehen, wenn es um die vertragliche Erfüllung der Aufträge und Anweisungen unserer Kunden geht. Dura ist weiterhin verhandlungsbereit, sofern diese Probleme behoben werden können.“ Kasubke: Begründung unverständlich Die Beschäftigten hatten erst am Donnerstag, 28. Juli, dem Vermittlungsversuch zugestimmt – trotz der Tatsache, dass damit viele ihren Jobverlust in Kauf nahmen. Die IG Metall regierte in einer ersten Stellungnahme mit Unverständnis auf die Argumentation der Dura-Geschäftsleitung. Verhandlungsführer Torsten Kasubke: „Die Ablehnung des Schlichtungsspruchs ist eine große Enttäuschung. Die Begründung ist nicht zu verstehen. Ich habe an den Erörterungen mit der Landesschlichterin teilgenommen. Es war zu keinem Punkt ersichtlich, dass der Arbeitgeber in dem erfolgten Schlichtungsspruch eine Gefährdung der Erfüllung vertraglicher Verpflichtungen sehen könnte. Im Gegenteil: Der Schlichtungsspruch macht einen Großteil der Aufträge, die in Plettenberg produziert werden, von der Produktivität abhängig. Gerade damit die Kundenwünsche erfüllt werden können."

Laut Schlichterspruch war auch Mehrarbeit bis zum Jahresende genehmigt. „Die Ablehnung des Arbeitgebers gefährdet gerade an dieser Stelle die Erfüllung der Kundenwünsche. Ich kann diese Entscheidung nicht verstehen", so der 2. Bevollmächtigte der IG Metall im Märkischen Kreis weiter. Kasubke betonte, man sei weiter verhandlungsbereit. Die Reaktion von Dura erhärte aber den Verdacht, dass der Arbeitgeber nur auf Zeit spielen wolle und an einer konstruktiven Lösung nicht interessiert sei.
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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