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Finnentrop, Mendig/Finnentrop-Heggen, 5. Juni 2016

„Rock am Ring“: Abbruch wegen Unwetter / Sven Hesener reist am Sonntagmittag ab

Zwischen Erleichterung und Enttäuschung

So sah es bereits am Freitagabend auf dem Camping-Gelände bei „Rock am Ring“ aus.
So sah es bereits am Freitagabend auf dem Camping-Gelände bei „Rock am Ring“ aus.
Foto: Sven Hesener
„Rock am Ring“ ist vorzeitig beendet worden: Weil für den Sonntagnachmittag, 5. Juni, weitere schwere Unwetter angesagt sind, hat die Verbandsgemeinde Mendig (Rheinland-Pfalz) den Festival-Veranstaltern in der Nacht die Genehmigung für den dritten und letzten Tag entzogen. Bis 12 Uhr mussten die Besucher das Camping-Gelände verlassen, darunter auch Sven Hesener aus Heggen.

„Das ist natürlich schade, weil man jetzt einige Bands nicht gesehen hat, aber es sind weitere schwere Unwetter angesagt. Es wäre also wohl nichts Halbes und nichts Ganzes gewesen, das Festival einfach weiter durchzuziehen“, hatte Hesener Verständnis für den Abbruch des Festivals. Bereits am Samstag war das Musikprogramm aufgrund von Unwetterwarnungen nach Angaben des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ für knapp sieben Stunden unterbrochen worden. Am Nachmittag sei außerdem ein heftiges Gewitter mit Starkregen niedergegangen. Erst gegen 21.30 Uhr traten unter anderem die „Red Hot Chili Peppers“ und „Billy Talent“ und damit zumindest zwei der größten Bands auf. Einige andere Gruppen, die auf dem Spielplan für Samstag gestanden hatten, blieben dagegen ohne Auftritt.

Und nachdem mitten in der Nacht die letzten Töne auf der Hauptbühne verklungen waren, teilte „Rock am Ring“-Veranstalter Marek Lieberberg den Besuchern mit, dass das Festival vorzeitig abgebrochen werden müsse. „Aufgrund der Unwetterwarnung für den Sonntag entzog die Verbandsgemeinde Mendig heute die Spielgenehmigung für den finalen Festivaltag am Sonntag. In Verantwortung für das Wohlergehen der Fans akzeptieren die Veranstalter diese Entscheidung“, ließen die Organisatoren in der Nacht von Samstag auf Sonntag via Facebook verlauten. Zahlreiche Fahrzeuge bleiben im Schlamm stecken Trotz des vorzeitigen Abbruchs zählten Sven Hesener und seine Begleiter noch zu den glücklicheren Festival-Besuchern: Im Gegensatz zu vielen anderen Autos blieben ihre Fahrzeuge bei der Abreise am Sonntagmittag nämlich nicht im Schlamm stecken. „Wir sind trockenen Fußes und ohne Probleme weggekommen, deswegen ist die Stimmung bei uns jetzt auch nicht ganz unten“, sagte der 18-Jährige, der sich – trotz einer „gewissen Enttäuschung“ – jetzt zumindest auf die heimische Dusche und auf trockene Klamotten freue.

In den nächsten Tagen wollen er und seine Freunde, die nach Mendig gefahren waren, noch einmal treffen. Um zu gucken, ob sie alles vom Festival-Gelände mitgenommen haben, und um Camping-Ausrüstung zu tauschen. „Jeder musste sein Zeug zusammenpacken und durfte nur einen Gang zum Auto machen, damit das Gelände so schnell wie möglich und noch vor dem nächsten Unwetter geräumt wird. Es war also ein bisschen chaotisch und durcheinander“, erzählte Hesener. Mehr als 80 Verletzte Mehr als 90.000 Besucher reisten am Sonntag gezwungenermaßen ab. Nach Angaben der Veranstalter waren bereits am Freitag „mehr als 80 Besucher durch Blitzeinschläge zum Teil schwer verletzt und in Krankenhäuser eingeliefert worden“. In dem Facebook-Post aus der Nacht zu Sonntag heißt es außerdem: „Wir bedauern die Entscheidung außerordentlich, bitten Euch jedoch um Verständnis für diese Notsituation, die den Unwettern geschuldet ist.“
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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