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Finnentrop, Finnentrop-Heggen, 11. September 2016

Feier zum 30. Geburtstag des Missionskreises

Wohltäter im Nischen-Dasein

30 Jahre Missionskreis Heggen
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Zum 30. Geburtstag des Missionskreises Heggen hielt Alt-Abt Stephan Schröer einen Gottesdienst in der St. Antonius Pfarrkirche. Anschließend hatte der Missionskreis zusammen mit Alt-Abt Schröer zu einem kleinen Umtrunk mit Imbiss in das benachbarte Pfarrheim eingeladen. Stephan Schröer war von 1976 bis 2001 Abt der Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede.

„Wir führen im Hinblick auf die großen Vereine im Dorf ein Nischen-Dasein“, erklärte Ingrid Sangermann vom Missionskreis bei der Begrüßung der Gäste. Derzeit besteht der Missionskreis aus 16 aktiven Mitgliedern. „Aber mit dem Blick auf unsere Arbeit können wir selbstbewusst in den vergangenen 30 Jahren einiges vorweisen“, so Sangermann.

Entstanden ist der Missionskreis aus einer Firmgruppe im Jahre 1985. Jugendlichen hatten sich in der Gruppe „Mission-Entwicklungshilfe“ zusammengeschlossen. Zugunsten von Schwester Irene, einer deutschen Benediktinerin aus Tansania, und des Bischofs Ngaviliau von Sansibar organisierten die Jugendlichen und ihre Helferinnen Basare und Kaffeestuben. Die beiden Geistlichen kamen in Begleitung des Attendorner Paters Johannes Rocksloh auch zu Besuch nach Heggen und berichteten über ihre Arbeit. Nach dieser Begegnung wollten alle Beteiligten die Arbeit nicht als einmaliges Projekt enden lassen, sondern weiterführen. So wurde der Missionskreis gegründet. Erlöse gehen nach Sansibar und Tansania Seitdem werden unter anderem jährlich die Missionskaffeestube Mitte Oktober angeboten. Der Erlös geht an die beiden Missionsstationen in Sansibar und Tansania. Mitglieder bekommen die Zeitschrift „Kontinente“ des internationalen Missionswerkes Missio, die durch den Missionskreis verteilt wird. Auch die Frühschicht in der Fastenzeit und die Missionssonntagen wird durch den Missionskreis organisiert. Zehn Jahre nach der Gründung des Missionskreises entstand der Handarbeitskreis. Rund ein Dutzend Frauen treffen sich regelmäßig und stricken für den Verkauf. Der Erlös kommt zum Teil auch dem Missionskreis zugute. „Besondere Projekte waren sicher die Sammlungen von Nähmaschinen“, erzählte Sabine Rinke bei ihrem Rückblick, „Sie gingen nach Tansania, wo eine Nähstube für Mädchen eingerichtet wurde. 16 Maschinen wurden damals verschickt.“ Medikamente wurden an die Missionsstationen versandt und mit monatlichen Patenschaften Priesterausbildungen in Südamerika ermöglicht. „Brauchen dringend neue Mitglieder“ „Wir brauchen aber dringend neue Mitglieder“, machte Ingrid Sangermann klar. „Nur so können wir auch weiterhin erfolgreich arbeiten.“ Natürlich ist auch jede Spende willkommen. Eine hatte auch Bürgermeister Dietmar Heß im Gepäck, der die Glückwünsche von Rat und Gemeinde überbrachte. „Wir leben hier in der sogenannten ersten Welt nicht über unsere Verhältnisse, sondern wir leben auf den Verhältnissen der anderen Menschen in der dritten Welt“, mahnte Heß.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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