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Finnentrop, 04. August 2018

Große Ausfälle in Schönholthausen

Weihnachtsbäume in Not: Trockenheit lässt Jungtannen verdörren

Eine Seite grün, die andere braun-rot und vertrocknet: Die anhaltende Dürre macht den jungen Tannen oberhalb von Schönholthausen sichtlich zu schaffen.
Eine Seite grün, die andere braun-rot und vertrocknet: Die anhaltende Dürre macht den jungen Tannen oberhalb von Schönholthausen sichtlich zu schaffen.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Schönholthausen. Die Sommerhitze und Trockenheit haben auch Auswirkungen auf die Weihnachtszeit in ein paar Jahren: Knapp fünf Monate vor dem frohen Fest lassen die Tannenbäume die Nadeln hängen. Leise rieseln die Nadeln der jungen Pflanzen. Die monatelange Trockenheit macht vor allem Neuanpflanzungen zu schaffen. „Die Weihnachtsbaum-Kulturen, die in diesem und im vergangenen Jahr gepflanzt worden sind, haben schon jetzt große Ausfälle“, weiß Markus Klein, landwirtschaftlicher Lohnunternehmer.

Auf der 3,5 Hektar großen Fläche oberhalb von Schönholthausen hat Markus Klein im Frühjahr eine Weihnachtsbaumkultur angelegt. Besorgt geht sein Blick über die staubige Fläche. „Schon jetzt sind rund zehn Prozent der Pflanzen vertrocknet. Das sind rund 30.000 Stück. Hinter die kann ich einen Haken machen.“

Die Tannenbäume sollten eigentlich Weihnachtsbäume für die Jahren 2024/25 werden. Doch ihre Wurzeln reichen noch nicht tief genug, so dass sie nun zu vertrocknen drohen bzw. schon vertrocknet sind. „Wenn das Wetter so bleibt, können die Verluste auch noch größer werden“, sagt Klein. 
Lohnunternehmer Markus Klein in seiner vertrockneten Weihnachtsbaumanpflanzung.
Zukünftige Tannenbäume werden mit rund drei Jahren in den Plantagen angepflanzt und sieben Jahre später geerntet. „Die älteren Pflanzen und die Weihnachtsbäume für dieses Jahr halten sich noch wacker. Ihre Wurzeln kommen noch klar, sind schon größer und schaffen das“, weiß der Fachmann. Doch auch hier sei Regen dringend notwendig: „Wenn die Trockenheit noch länger anhält, werden sich auch hier sicher noch Schäden zeigen.“
Trockener Boden und vertrocknete Pflanzen
Die riesigen Flächen zu bewässern, sei unmöglich und auch nicht wirtschaftlich. „Das einzige, was noch wächst, ist Unkraut, und das meist in Form von Distel“, sagt der Lohnunternehmer. Für Markus Klein ist das nicht nur ein finanzieller Verlust, auch seine Arbeitszeit steckt hier drin.

„Während man normalerweise die Pflanzen in Dreierreihen mit der Pflanzmaschine setzt, muss man jetzt in Handarbeit über das Feld gehen, die vertrockneten Pflanzen einsammeln und neue Bäumchen per Hand dort einsetzen.“ Das werde sich sicher auch auf die Preise der Bäume auswirken. Aber nicht nur Markus Klein ist betroffen. So wie ihm geht es vielen Weihnachtsbaumbauern. Da stellt sich die Frage: Können die Baumschulen genügend neue Jungpflanzen im Frühjahr liefern, um den Ausfall zu kompensieren? Hinzu kommt, dass die geschädigten Bäume auch anfälliger für Insektenbefall werden.

„Wir brauchen dringend einen sogenannten andauernden Landregen“, wünscht sich Klein. Das Problem: Dieser Niederschlag ist nicht in Sicht. „Heiße Sommer gab es immer schon“, weiß Markus Klein aus Erfahrung. „Aber so lange ohne Regen, das ist schon sehr lange her. Diese Hitze ist für die Weihnachtsbäume einfach nur Stress.“
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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