Nachrichten Dies und das
Finnentrop, Finnentrop, 18. Juli 2015

51-Jähriger will den Posten von Dietmar Heß

Stefan Volpert will Bürgermeister werden

Stefan Volpert
Stefan Volpert
Unabhängig. Ausschließlich den Bürgern verpflichtet – das will Stefan Volpert sein. Daher möchte der 51-Jährige als parteiloser Kandidat gegen Dietmar Heß (CDU) für das Amt des Bürgermeisters antreten. Warum der Lennestädter meint, der richtige Mann für die Position zu sein und warum der Traum noch vor dem Urnengang platzen könnte, besprach Volpert mit LokalPlus.

Vor der Kandidatur steht der Schweiß. Seit einigen Tagen ist Stefan Volpert in Finnentrop unterwegs. Er wirbt für sich. Nicht für ein Kreuz in der Wahlkabine, sondern für eine Unterschrift. 170 Stück muss er bis zum 27. Juli zusammenbekommen, sonst ist der Traum vom Bürgermeisteramt geplatzt, bevor Volpert überhaupt kandidiert hat. Denn: Da Stefan Volpert als unabhängiger Kandidat antreten will, muss er durch Unterschriften beweisen, dass Wähler die Kandidatur unterstützen. Die Anzahl der benötigten Unterschriften richtet sich nach der Gemeindegröße. „Noch niemanden getroffen, der sich keine Erneuerung wünscht“ „Bisher bin ich sehr zufrieden“, sagt Stefan Volpert über den bisherigen Verlauf des Unterschriftensammelns. „Ich habe noch niemanden getroffen, der sich keine Erneuerung in Finnentrop wünscht.“ Während der Lennestädter in Finnentrop für viele neu ist, ist er in der Politik ein bekanntes Gesicht. Zehn Jahre lang setzte sich Volpert bei den Grünen ein. Kandidierte für verschiedene Ämter und gestaltete die Politik in Landesarbeitsgruppen mit. Vor kurzer Zeit trat Volpert aus der Partei aus und legte die Arbeit bei den Grünen nieder. „Es wird eine Politik zu Ungunsten des ländlichen Raums betrieben. Die Novellierung des Jagdgesetzes ist inhaltlich misslungen und den Grünen fehlt es an Bodenhaftung und Sensibilität für die Themen im ländlichen Raum“, fasst Volpert seine Entscheidung zusammen. „Blick von außen“ Dass der 51-Jährige nicht aus Finnentrop stammt und auch nicht in der Gemeinde lebt, sieht er nicht als Nachteil – im Gegenteil: „Viele haben mir gesagt, dass ein Blick von außen dem Ort sehr gut tun würde.“ Aber nicht nur den anderen Blick, sondern ein Paket aus Kompetenzen in Politik, Wirtschaft und Verwaltung bringe er für das Amt mit. Nach der Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann hängte Volpert ein Studium der Betriebswirtschaft in München und Hamburg dran. Anschließend arbeitete er in verschiedene Führungspositionen in der Wirtschaft, bevor er als Sauerland-Rückkehrer in den Kreis Olpe kam. Der gebürtige Plettenberg, der in Herscheid aufwuchs, ist derzeit als Bio-Landwirt in Kirchhundem tätig und lebt in Bilstein. 10-Punkte-Masterplan Auf seiner Internetseite stefan-waehlen.de wirbt Volpert mit den Punkten: Bewährtes und Heimatliches erhalten, Förderung interkommunaler Projekte, Transparenz der Verwaltung, Bürgerhaushalt, Bürgerentscheide sowie einem 10-Punkte-Masterplan für die Gemeindefinanzen. In den kommenden Tagen sollen diese Stichworte präzisiert und in einem mehrseitigen Wahlprogramm veröffentlicht werden. „Ich bin vorsichtig optimistisch, im September zum Bürgermeister gewählt zu werden.“ Bis dahin sei es aber noch ein großes Stück Arbeit. Während Volpert nicht für eine Partei antritt, könnte es aber noch sein, dass er aus dem Parteienumfeld unterstützt wird. Unterstützung durch Parteien? „Es gibt einen freien Kandidaten, der mit uns gesprochen und uns gefragt hat, ob wir ihn im Falle einer Kandidatur unterstützen würden. Das werden wir entscheiden, sobald wir uns das Wahlprogramm angeschaut haben“, sagte Jens Nagel Mitte der Woche. Grundsätzlich, so der Fraktionsvorsitzende der SPD weiter, begrüßten es die Sozialdemokraten, wenn neben Heß, der seit 1997 im Amt ist, ein weiterer Bewerber ins Rennen gehe. Volpert: „Ein breites Bündnis wäre toll. Ich möchte sachbezogen als Bürgermeister entscheiden und nicht nach einem Parteibuch.“
Ein Artikel von Matthias Clever

Bildergalerie: Stefan Volpert will Bürgermeister werden