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Finnentrop, 21. Dezember 2018

Finnentrop und Märkische Sparkassen gehen getrennte Wege

Sparkassen-Fusion geplatzt

Eine Unterzeichung der Verträge mit der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis durch Frank Nennstiel (links) und Bürgermeister Heß wird es nicht geben.
Eine Unterzeichung der Verträge mit der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis durch Frank Nennstiel (links) und Bürgermeister Heß wird es nicht geben.
Foto: Sparkasse Finnentrop
Finnentrop. Eine Fusion der Sparkasse Finnentrop mit der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis wird es nicht geben. Das bestätigte auf Nachfrage Bürgermeister Dietmar Heß.

„Wir bedauern das Ergebnis sehr“, so Heß. „Uns fehlte aber der letzte Tick, der uns als Sparkasse Finnentrop wissen ließ, dass wir ein gern gesehener Partner im Verbund sind.“

In der Pressemitteilung der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis heißt es: „Die beteiligten Sparkassen konnten sich in den ersten Gesprächen nicht auf eine einheitliche Ausrichtung eines möglichen gemeinsamen Instituts verständigen und haben die Sondierungsgespräche in einem frühen Stadium abgebrochen.“
Anfang Oktober hatten beide Geldinstitute gemeinsame Gespräche für eine Fusion aufgenommen. Die Fusion war für den 1. Januar 2019 geplant. Zwei Gespräche mit den Vertretern beider Verwaltungsräte und den Vorständen für ein mögliches gemeinsames Konzept hat es bis dato gegeben. „Das letzte Gespräch hat am vergangenen Freitag stattgefunden“, erklärte Heß weiter, „Danach sollte über die strittigen Punkte bis Dienstag jeweils intern beraten werden. Wir haben um einen weiteren Gesprächstermin Mitte Januar gebeten, was abgelehnt wurde.“

Damit wurden auch die weiteren Fusionsgespräche beendet. Ein Streitpunkt sei die Besetzung des Vorsitzes in einzelnen Ausschüssen gewesen. „Wir hätten hier gern einen turnusmäßigen Wechsel vorgesehen wie es auch bei der Sparkasse ALK praktiziert wird“, erklärt Heß als einen der Gründe für das Scheitern. „Doch es gab bei der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis kein Entgegenkommen, an der bisherigen  Regelung von Besetzungen bei Gremien zu rütteln. Das heißt, wer einmal den Vorsitz hat, behält ihn.“
Frank Nennstiel (links) und Dirk Atteln, der Sparkassen-Vorstand in Finnentrop.
Auch die Frage der Besetzung von Vorstandsposten erwies sich als ein Punkt, der bis zum Ende ungelöst war. „Wir hätten uns mehr Entgegenkommen gewünscht“, so Heß. Eine Fusion der Sparkassen sollte den bürokratischen und regulatorischen Mehraufwand, der kostenmäßig durch die Niedrigzinsphase nur noch bedingt aufgefangen werden kann, entgegen wirken.

Hinzu kommen neben der demographischen Entwicklung auch die Auswirkungen der Digitalisierung. Bankgeschäfte werden häufig von zu Hause aus getätigt. Das führt bundesweit zu Zusammenschlüssen von Geldinstituten, denn die Bankenaufsicht stellt an die kleineren Sparkassen ähnliche Anforderungen wie an die großen Geschäftsbanken. Das führt gerade bei kleinen Banken zu einer enormen Bindung von  Mitarbeitern.

Auf die Frage, ob die Sparkasse Finnentrop nun eigenständig bleibt, erklärt Heß: „Wir haben eine andere Lösung im Visier. Mehr werden wir dazu im Januar bekannt geben.“
Zur Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis gehören die Städte Altena, Balve, Neuenrade, Plettenberg und Werdohl, sowie der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde. Ihre Bilanzsumme lag im vergangenen Jahr bei rund 1,7 Milliarden Euro. 310 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.

Die Sparkasse Finnentrop konnte 2017 eine Bilanzsumme von 325 Millionen Euro ausweisen. Hier sind 72 Mitarbeiter beschäftigt.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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