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Finnentrop, Finnentrop, 22. April 2016

Sparkasse: Positive Bilanz trotz wachsender Herausforderungen

Gut gelaunte Gesichter bei der Bilanzpressekonferenz der Sparkasse Finnentrop: (von links) Josef Wurm, Frank Nennstiel, Dirk Atteln, Dirk Vollmer und Christoph Bress.
Gut gelaunte Gesichter bei der Bilanzpressekonferenz der Sparkasse Finnentrop: (von links) Josef Wurm, Frank Nennstiel, Dirk Atteln, Dirk Vollmer und Christoph Bress.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Steigende Bilanzsumme, höhere Kreditvergabe, höhere Konsumfinanzierung, Steigerung des Neugeschäftsvolumens, Platz eins bei der Beratungsleistung der Sparkassen und ein Anstieg des Neugeschäftsvolumens: Bei der Sparkasse Finnentrop geht es weiter aufwärts. Trotz Niedrig- und Nullzinsen fällt die Bilanz für 2015 positiv aus.

„Jede größere Investition in Finnentrop geht über unseren Tisch“, erklärte der Vorstandsvorsitzende, Frank Nennstiel, bei der Bilanzpressekonferenz am Freitag, 22. April. „Kredit kommt von Vertrauen und wir werden als Partner geschätzt. Uns vertraut man.“ Die Gründe dafür liegen nach seiner Einschätzung vor allem in der persönlichen Nähe zu den Kunden und in der Qualität der Beratung: Dafür stehen 69 Mitarbeiter zur Verfügung. „Wir binden immer die zahlreichen Möglichkeiten von Fördermittel in die Beratung mit ein. Am Ende soll für den Kunden die beste Lösung gefunden werden.“ Wichtiges Credo: Die beste Werbung ist ein zufriedener Kunde.

Im vergangenen Jahr wurden allein 7,8 Millionen Euro Darlehnsmittel („gewerbliche Wirtschaftsförderung“) vermittelt. Damit liegt die Sparkasse Finnentrop beim Vergleich der gewerblichen Förderkreditquote auf Platz eins. Bei der Finanzierung des privaten Wohnungsbaus wurden rund 22,8 Millionen Euro zugesagt. „Das waren im Jahre 2014 noch 15 Millionen“, sagte Nennstiel. Wachstumsbereich Konsumfinanzierung Auch die Konsumfinanzierung ist ein Wachstumsbereich. Im vergangenen Jahr stieg der mit der Sparkassen-Card-Plus um zehn Prozent, was 900.000 Euro in realen Zahlen bedeutet. „Zurzeit nutzen rund 500 Kunden diese Karte“, sagte Josef Wurm, Leiter Marktbereich Privatkunden.

Das Geheimnis des Erfolg: „Wir wachsen stetig, aber sicher. Wir verschenken keine Kredite, sondern machen faire Zinssätze. Wir gehen nur überschaubare Risiken ein“, sagte Dirk Atteln aus dem Vorstand der Sparkasse. Hinzu komme die gesunde wirtschaftliche Grundlage in der Region. „Familiengeführte Unternehmen mit soliden Investitionen sorgen für Jobs und sicheres Einkommen und damit auch für Konsum“, so Atteln. „Viele haben ein Eigenheim und investieren in Zeiten der Niedrigzinsphase“. Erwartete mehrjährige Niedrigzinsphase Doch gerade diese Null- und Negativzinspolitik werde auch immer mehr zur Belastungsprobe für die Sparkasse und die Anleger. „Wir stellen uns auf eine weitere mehrjährige Niedrigzinsphase ein“, so Dirk Atteln. „Aber“, so Dirk Vollmer, Leiter Marktfolge, „der Deutsche spart weiterhin, aber teilweise falsch und so verschenkt er Geld.“ Rund 500.000 Euro mehr könnten die Kunden der Sparkasse Finnentrop erzielen, wenn sie ihre Ersparnisse optimal anlegen würden. „Aber auf einer Skala von eins bis fünf liegt der Sauerländer bei Risikostufe zwei. Sicher ist sicher.“ Aber ein einen „Strafzins“ müsse der Kunde, der Geld auf die hohe Kante legt, nicht befürchten. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir das machen“, so Frank Nennstiel.

Immerhin: Der Bilanzsumme schaden die fehlenden Zinseinnahmen nicht. Die liegt im Jahre 2015 bei 210 Millionen (2014: 200,8 Millionen Euro) im Bereich der bilanzwirksamen Einlagen. Mit dem Kundenwertpapiergeschäft kann die Sparkasse Finnentrop eine Vermögensanlage von 280,2 Millionen Euro vorweisen. (2014: 265,7 Millionen Euro). Digitalisierung rückt in den Fokus Doch Stillstand komme trotz aller Erfolge und positiver Imagewerte nicht in Frage. Die Digitalisierung rücke bei strategischen Überlegungen für die Zukunft immer mehr in den Fokus. „Eine Schließung von Geschäftsstellen ist derzeit nicht geplant, aber wir beobachten die Entwicklung“, so Frank Nennstiel. So soll ab Mitte 2016 sowohl ein technischer wie auch personeller Ausbau der Internetfiliale erfolgen, um dem Kundenverhalten Rechnung zu tragen. Geht der Kunde zweimal im Monat zum Geldautomaten und ruft genauso oft seinen Berater an, so rufe er 16 Mal in der Woche über die Sparkassen-App sein Konto auf.

Die Internetseite wurde im vergangenen Jahr 1.442 Mal pro Tag aufgerufen. 777.000 Mal wurde das Banking-Portal im vergangenen Jahr angeklickt. „Ohne besondere Werbung nutzen allein heute über 1000 Kunden die Sparkassen-App“, so Josef Wurm. „Über die Hälfte aller Girokonten werden heute online geführt.“ Das Web sei also auch hier die Zukunft.

Auch gesellschaftlich hat ie Sparkasse Finnentrop im Jahr 2015 engagiert. Über 70.000 Euro gingen an verschiedene sozial-karitative Einrichtungen, Vereine und andere Organisationen.
Die Ertragslage 2015

•Der Zinsüberschuss ist im Berichtsjahr leicht auf 7 Millionen Euro gestiegen (2014: 6,5 Millionen Euro).
•Die Bilanzsumme stieg gegenüber dem Vorjahr um 6,9 % auf 317,1 Millionen Euro.
•Das Kunden-Geschäftsvolumen (Summe aus Einlagen, Wertpapiervermögen und Kundekredite) beträgt 504,4 Millionen Euro und bedeutet eine Steigerung zum Vorjahr um 5,3%.
•Das aus Bilanzsumme und Eventualverbindlichkeiten bestehende Geschäftsvolumen steigt zum Stichtag um 6,6 % auf 332,5 Millionen Euro (Vorjahr: 312 Millionen Euro).
•224,2 Millionen Euro wurden an Kunden verliehen (Forderungen, Treuhandkredite, Avale), und die Darlehnszusagen stiegen um 22 % auf 56,1 Millionen Euro.
•Der Provisionsüberschuss im Geschäftsjahr 2015 konnte nochmals deutlich um 10,8 % auf 2,6 Millionen Euro gesteigert werden (Vorjahr: 2,4 Millionen).
•Der Jahresüberschuss beträgt 137.631,52 Euro
•Die Gewerbesteuer für 2015: 475.337 Euro (2014: 298.910 Euro)
•Darlehnszusagen für den privaten Wohnungsbau erfolgt in Höhe von 22,8 Millionen Euro (2014: 15 Millionen Euro).
•Mit 12,1 Millionen Euro wurde ein Rekordergebnis im Neugeschäftsvolumen erzielt.
•Es werden 14.455 Privatkunden und 1.304 Geschäftskunden mit 11.508 Privatgirokonten und 1.105 Geschäftsgirokonten betreut.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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