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Finnentrop, Finnentrop-Heggen, 3. August 2015

Vollsperrung der Ortsdurchfahrt Heggen lässt Eltern protestieren

Sorge um Sicherheit der Schulkinder

Schulstart: Eltern fürchten um Sicherheit
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Mit Sorge blicken die Eltern der Kinder, die die weiterführenden Schulen in Finnentrop und Attendorn besuchen, dem Ende der Sommerferien entgegen. Grund ist die Vollsperrung der Ortsdurchfahrt und die damit verbundene Schließung der vier Haltestellen im Ort: Alle Kinder müssen ab dem 12. August zur Haltestelle „Attendorner Straße/Heggen Bahnhof“. Alle, das sind rund 200 Kinder, die zur gleichen Zeit die Busse nach Attendorn und Finnentrop erreichen müssen.

„Das kann nur ein Chaos geben, und wir sehen unsere Kinder an dieser vielbefahrenen Straße extrem gefährdet“, sagen die Eltern, die sich jetzt zu einer Protestgruppe zusammengeschlossen haben. „Wir fürchten um die Sicherheit der Kinder“, erklären sie im Gespräch mit LokalPlus.

Was da am ersten Schultag auf Kinder, Eltern, Auto- und Busfahrer zukommt, könnte ein brisante Mischung werden. Bis jetzt sorgen morgens zwei zeitversetzte Busse Richtung Attendorn und insgesamt vier Busse Richtung Finnentrop dafür, dass die Schüler im drittgrößten Ort der Gemeinde sicher zu ihren Schulen kommen. Nun müssen alle gleichzeitig an den gegenüberliegenden Haltestellen an der L 539 einsteigen. Und nach Schulschluss müssen alle Kinder auch hier wieder aussteigen. Ärger über Gemeindeverwaltung „Wir haben schon bei der Bürgerversammlung im Juni die Gemeinde auf die Problematik aufmerksam gemacht, doch da hat man uns nicht ernst genommen“, ärgert sich Hans-Jörg Kubitschek. Das Gefühl hatte auch Holger Hachenberg, der danach den Kontakt zur Gemeindeverwaltung suchte: „Mal war kein Ansprechpartner da, dann war einer krank oder im Urlaub. Kurzum: Bis jetzt hat sich von der Seite nichts getan, um uns zu helfen.“
An den vier Haltestellen in Heggen wird per Aushang auf die Einstellung des innerörtlichen Busverkehrs hingewiesen.
Dabei wäre die Lösung aus Sicht der Eltern ganz einfach: „Wir haben mit der Firma Brüser am Ortsausgang Richtung Ennest gesprochen. Sie haben sofort grünes Licht gegeben, dass auf ihrem Gelände die Busse drehen könnten, wenn sie durch Heggen fahren, und die Kinder wie gewohnt an den Haltestellen einsammeln würden. Auch mit örtlichen Busfahrern haben wir gesprochen. Die sagen, das wäre kein Problem.“, erklärt Holger Hachenberg die Initiative der besorgten Eltern. Auch ein zentraler Zustiegspunkt auf dem Schützenplatz könnten sich die Eltern vorstellen. „Nur nicht direkt an einer viel frequentierten Landesstraße.“ Eltern fühlen sich im Stich gelassen Und dann ist da noch der Bus, der die Kinder aus Hülschotten und Sange abholt, dabei durch Heggen fährt, aber nicht an den jetzt gesperrten Haltestellen halten und die Kinder mitnehmen darf. „Die Schulen haben kurz vor den Sommerferien erst einen Bescheid vom Landesbetrieb Straßen.NRW bekommen, dass die Busse nach den Ferien die vier Haltestellen im Ort nicht mehr anfahren“, erklärt Hans-Jörg Kubitschek „Da war es nicht mehr möglich, alle Eltern zu informieren oder gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Für die Busse ist jetzt unser Ansprechpartner die DB Regio AG, Sparte Bus, Region NRW. Also haben wir auch hier wir niemanden, der uns hilft.“

Die Eltern wollen diesen Zustand so nicht hinnehmen. „Im Sommer mag das ja noch gehen, aber was ist im Winter, wenn es dunkel ist, oder bei Regen und schlechter Sicht? Immerhin ist die Ortsdurchfahrt mindestens für ein Jahr gesperrt. Muss erst ein Kind unter dem Bus liegen oder angefahren werden?“, fragen sie.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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