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Finnentrop, Finnentrop-Lenhausen/-Rönkhausen, 15. Dezember 2015

Gemeinde informiert Bürger über Flüchtlingssituation

Schule bietet Platz für mehr als 60 Personen

Lenhausen: Schule als Flüchtlings-Unterkunft
Die Gemeinde Finnentrop rechnet damit, dass sich die Anzahl der zugewiesenen Flüchtlinge bis Juni 2016 fast verdreifachen wird. Aus diesem Grund sucht die Verwaltung auch in Lenhausen und Rönkhausen nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten. Als Option komme unter anderem die ehemalige Schule an der St.-Anna-Straße infrage, sagte Bürgermeister Dietmar Heß bei der Bürgerversammlung für beide Orte am Montag.

Im Verwaltungsbereich des Objektes sollen ab Februar bis zu 15 Personen untergebracht werden können. In den Klassenräumen und der Aula, die jeweils ab März bezugsfertig sein sollen, könnten maximal 48 Menschen einquartiert werden.

Beschlossen, aber noch nicht erfolgt ist laut Heß darüber hinaus der Erwerb eines Hauses „Am Halloh“, dessen sieben Wohneinheiten Platz für 20 bis 35 Personen böten. Im Blick habe die Kommune auch ein ehemaliges Gebäude an der Industriestraße (für bis zu 30 Menschen) sowie eine Immobilie mit einer Wohnfläche von 240 Quadratmeter an der Lehmbergstraße, die noch nicht besichtigt worden sei. Zudem sollen weitere private Objekte angemietet werden. Von 240 auf bis zu 672 Menschen? 54 der derzeit insgesamt 240 in der Gemeinde untergebrachten Flüchtlinge wohnen in Lenhausen (10) und Rönkhausen (44). Nicht in der Statistik erfasst sind die 208 Menschen, die das Land Nordrhein-Westfalen bis einschließlich Januar in der Jugendherberge Heggen einquartiert.

Weil diese temporäre Notunterkunft ab Februar wegfällt, muss sich die Gemeinde auf Neuzuweisungen einstellen – und geht von monatlich sprunghaften Anstiegen aus: 249 Flüchtlinge benötigen der Hochrechnung zufolge im Februar definitiv Wohnraum; die Kommune stellt sich allerdings auf im Maximalfall 342 Personen ein. Bis Juni geht die Hochrechnung von insgesamt mindestens 621 und maximal 672 Flüchtlingen aus.
Der Verteilschlüssel

•Im Auftrag des Landes NRW weist die Bezirksregierung Arnsberg den Kommunen die unterzubringenden Flüchtlinge zu. In der Regel werden die Städte und Gemeinden mit einer Vorlaufzeit von bis zu einer Woche über Neuzuweisungen informiert.

•Die kommunale Aufnahmequote richtet sich zu 90 Prozent nach der Einwohnerzahl und zu 10 Prozent nach der Flächengröße. Die Quote der Gemeinde Finnentrop liegt bei 0,18 Prozent.

•Das Land NRW nimmt etwas mehr als ein Fünftel aller Asylbewerber auf, die nach Deutschland kommen.
Ein Artikel von Sven Prillwitz

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