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Finnentrop, Finnentrop, 22. Juli 2015

Fertigstellung des neuen Moschee- und Kulturzentrums bis Ende 2016 angepeilt

Sanierung der Alten Post läuft auf vollen Touren

Mehmet Olmaz vom Moscheeverein Finnentrop beim Rundgang durch das ehemalige Postgebäude.
Mehmet Olmaz vom Moscheeverein Finnentrop beim Rundgang durch das ehemalige Postgebäude.
Foto: Barbara Sander-Graetz
„Bis zum 31. Dezember 2016 wollen wir auf jeden Fall mit dem Umbau fertig sein“, sagt Mehmet Olmaz vom Finnentroper Moschee- und Kulturzentrum - und schmunzelt ein wenig bei diesem Datum. „Dann hatten wir unser neues Gemeindezentrum noch in unserem Jubiläumsjahr fertig gestellt.“

Im kommenden Jahr feiert der als gemeinnützig eingetragene Verein seinen 35. Geburtstag. „Natürlich wäre es schön, wenn wir das Haus schon unsere Feier nutzen könnten“, so Olmaz. Es scheint zumindest machbar zu sein, denn im Inneren des ehemaligen Postgebäudes ist schon reichlich passiert, seit der Verein hier im Oktober 2013 als Untermieter eingezogen ist. Eigentümer ist die Gemeinde Finnentrop, Mieter Europäische Moscheebau- und Unterstützungsgemeinschaft (EMUG).
So soll das fertige Gemeindezentrum von außen aussehen.
Zentral gelegen an der Bamenohler Straße soll das Gebäude den rund 70 Familien, die zum Verein gehören, ein Treffpunkt sein, sowohl zum Gebet als auch zum Austausch. „Außerdem soll dieses Projekt die Kommunikation über Religionsgrenzen hinweg erleichtern“, wünscht sich Olmaz. Insgesamt 1200 Quadratmeter Nutzfläche gehören zum Gebäude. Allerdings entfällt die Hälfte der Fläche auf Nebengebäude. Verlegung des Haupteingangs Das Kerngebäude der ehemaligen Post biete über drei Etagen auf rund 600 Quadratmetern alles, was zu einer modernen Moschee gehört. Der größte Teil des Erdgeschosses ist der Gebetsraum. „Wir werden auch den Haupteingang verlegen“, so Olmaz, „zurzeit ist der Eingang an der Bamenohler Straße. Wir werden ihn auf die rechte Seite des Gebäudes zur Parkplatzseite hin verlegen. Dieser Eingang wird mit einer besonderen Holztür ausgestattet, und auf das Dach kommt eine kleine Kuppel. Auch das typische Minarett ist für diese Hausseite geplant.“
Mehmet Olmaz zeigt, wo einmal der Haupteingang entstehen wird.
Im Gebetsraum laufen die Arbeiten aktuell auf Hochtouren. Deutlich zu erkennen ist auch schon der Mihrâb, die Nische in der Wand des Gebetsraums, die die Gebetsrichtung in der Moschee anzeigt. „Sie wird mit Cini Fliesen dekoriert. Das sind ganz besondere Fliesen aus der Türkei“, so Olmaz. Daneben gibt es im Erdgeschoss einen Jugendtreff und eine Teestube. Barrierefreies Kulturzentrum Das erste Obergeschoss ist zum größten Teil den Frauen vorbehalten. Sie haben hier ihren Gebets- und Waschraum, eine Küche und eine Teestube sowie Schulungsräume. Im zweiten Obergeschoss wohnt der Imam, der Vorbeter. Ein Vorstandsraum, ein weiterer Raum für die Jugend sowie Schulungsräume sind hier ebenfalls zu finden. „Die einzelnen Etagen sind zum einen über ein Treppenhaus, aber auch über einen Aufzug zu erreichen. Wir haben somit ein barrierefreies Kulturzentrum“, sagt Olmaz.

Die Projektkosten liegen bei rund 450.000 Euro. „Wir machen, was geht, in Eigenleistung, sind aber auch auf Spenden angewiesen“, erklärt Olmaz. Wenn bis zum kommenden Frühjahr der Innenausbau fertig gestellt sein sollte, soll auch die Außenfassade neu gestaltet werden. Damit würde auch nach außen deutlich sichtbar aus der „Alten Post“ das neue Moschee- und Kulturzentrum werden.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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