Nachrichten Dies und das
Finnentrop, Finnentrop-Ramscheid, 4. Juni 2015

700-Jahr-Feier im Dorf

Ramscheid feiert – aber zu spät

Ramscheid feiert – aber zu spät
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Man nehme, 12 Frauen, 16 Männern und 3 Kindern, dazu noch 20 Kälber, 25 Kühe und Bullen, 3 Hunde, 8 Trecker, ein Sägewerk und das Haus Agatha, eine Freizeit- und Bildungsstätte. Am Ort befindet sich außerdem eine im 17. Jahrhundert errichtete Kapelle, die der St. Agatha geweiht ist. Unmittelbar am Ort vorbei verläuft eine alte Bahntrasse, die als Teilstrecke des Sauerlandradrings umgestaltet wurde. Das sind die Zahlen und Fakten zu Ramscheid. Doch Ramscheid kann mehr, Ramscheid kann feiern, wenn auch mit Verspätung.

Richard Schörmann und Herbert Schmidt-Holthöfer, zwei gestandene Ramscheider, stellten sich die Frage, wie alt ist eigentlich unser Dorf? Gefühlt gab es den Ort bei Serkenrode schon immer, doch die zwei wollten es genau wissen. Beim Kreis wurden sie fündig.
„Ramscheid wurde 1313 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Da hieß es noch Ramesbeke“, erzählt Herbert Schmidt-Holthöfer von den Ergebnissen seiner Nachforschungen. Das war im vergangenen Jahr und somit war man für eine Jubiläumsfeier schon ein Jahr zu spät dran. „Damit hatten wir keine Hektik, denn der Termin für eine 700-Jahr-Feier war rum.“
Also entschloss man sich, in Ruhe ein Fest vorzubereiten und dann zu feiern. Der Termin der Wahl war Fronleichnam. Nach der Prozession ging es zum Haus Agatha, der Freizeit und Bildungsstätte, die gerade viele Menschen aus Dortmund und Hagen gerne nutzen. Jetzt wurde der Innenhof zur Festmeile.
Auf der mobilen Bühne der Sparkasse gaben heimische Chöre ein Stelldichein und auf die Kinder warteten zahlreiche Spielmöglichkeiten aus dem Clever-Mobil. Bücher, Kleidung und der Eine-Welt Laden zeigten einen Querschnitt ihres Angebotes. Ein Spanferkel wurde gegrillt und im eigenen Ofen Brot gebacken. Zu den Gratulanten gehörte auch Bürgermeister Dietmar Heß.
Zu den Gratulanten gehörte Dietmar Heß (links).
Das Kuchenbuffet sorgte für zusätzliche Kalorien, aber auch für Geschmacksexplosionen. Zu sehen gab es auch die Trecker des Dorfes, die von modern bis hin zu echten Schätzchen reichen. Und wer genau ein Ramscheider ist, das konnte man an den eigens für diesen Tag entworfenen Shirts erkennen, denn nur wo „Ramscheider“ drauf steht, ist auch ein Ramscheider drin.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

Bildergalerie: Ramscheid feiert – aber zu spät