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Finnentrop, 12.11.2020

Interview mit Michael Lehmann (USA), Teil 2

Nach der Wahl: Worauf hoffen die Amerikaner, was wünscht sich die Welt?

Ein Foto aus der hiesigen Presse: In Dalton, Georgia baut Gedia derzeit ein zweites Werk auf.  Michael Lehmann (r.) ist Präsident von Gedia USA.
Ein Foto aus der hiesigen Presse: In Dalton, Georgia baut Gedia derzeit ein zweites Werk auf. Michael Lehmann (r.) ist Präsident von Gedia USA.
privat
Detroit/Rönkhausen. Die Aufregung während und nach der Präsidentschaftswahl in den USA hat sich etwas gelegt. Jetzt sind die Amerikaner, ist die Welt gespannt: Was wird sich mit Joe Biden als Präsident ändern? Darüber hat LokalPlus mit Michael Lehmann gesprochen: Der gebürtige Rönkhauser ist Präsident der Gedia USA Holding, arbeitet in Detroit, lebte elf Jahre in Amerika und seit drei Jahren in Kanada.

Worauf hoffen die Amerikaner: Was wird sich mit Biden ändern?
Die vereinigten Staaten von Amerika sind zur Zeit alles andere als vereinigt. Besonders über die letzten vier Jahre wurde die Kluft zwischen den Lagern immer tiefer. Herr Trump hat mit seiner Rhetorik sicherlich stark dazu beigetragen. Zum Beispiel spricht er sehr oft im negativen Sinne von demokratisch geführten Staaten und positiv von republikanischen Staaten. Das ist aber genau das Gegenteil, wofür die USA eigentlich stehen. Es liegt ja schon im Namen – the UNITED STATES OF AMERICA. Viele Mitbürger erhoffen sich von Biden, dass er das Land wieder zusammenführt und wieder vereint. Das wird sicherlich neben Covid die Hauptaufgabe für die Biden Administration.

Zum Thema Covid-19 erhoffen sich natürlich viele Amerikaner, dass in Zukunft unter Biden verstärkt wieder wissenschaftliche Fakten zur Bekämpfung des Virus genutzt werden. Dies war und ist in der aktuellen Administration nicht immer der Fall.

Auch beim Thema Rassismus erhoffen sich viele Amerikaner eine Wende. Biden und seine designierte Vize-Präsidentin Kamala Harris sind große Verfechter der ‚Black Lives Matter‘-Bewegung, welche sich aktiv für die Rechte von Schwarzen in den USA einsetzt. Im Gegensatz dazu konnte man auf vielen Wahlkampfveranstaltungen von Herrn Trump Mitglieder von Gruppen sehen, die sich genau auf das Gegenteil konzentrieren. Zu nennen wären hier die ‚Proud Boys‘, aber auch Anhänger der immer größer werdenden Bewegung QAnon (wirre Verschwörungstheorien mit teilweise rechtsextremem Hintergrund im Internet, Anm.d.Red).
Was wird sich für die Welt ändern?
Ich denke, die Welt kann sich wieder auf ein mehr berechenbares Amerika freuen – und das natürlich im positiven Sinne. Biden hat bereits verkündet, dass er viele Dinge am ersten Tag seiner Amtszeit ändern bzw. rückgängig mache wird. Als Beispiel möchte ich hier das Pariser Klimaschutzabkommen nennen, aus dem die USA unter Trump ausgetreten sind. Biden hat angekündigt, diesem Abkommen am ersten Tag seiner Präsidentschaft wieder beizutreten.

Ich denke, dass die USA sich auch wieder weiter öffnen wird, wenn es um die Einreise und Einbürgerung von Ausländern geht. Die Einreisemöglichkeiten für viele Arbeitskräfte wurde durch die Agenda ‚Make America great again‘ erschwert bzw. einige Visakategorien wurden ganz ausgesetzt. Die USA sind ein Einwanderungsland und die aktive Mithilfe von Immigranten in allen möglichen Industrien und allen Hierarchieebenen ist lebensnotwendig für ein erfolgreiches und nachhaltiges Wachstum des Landes.

Für uns als Unternehmen ist es natürlich gerade im Aufbau unseres neuen Werkes in Georgia sehr wichtig, dass wir die richtigen Mitarbeiter aus Europa zur richtigen Zeit in die USA bekommen, um uns gerade in der Anfangszeit temporär zu unterstützen. Wir von Gedia haben großes Vertrauen in das Land und in die Leute, mit denen wir bis jetzt zusammen gearbeitet haben.

Persönlich freue mich besonders darüber, dass Gedia jungen Leuten aus dem Sauerland die Chance geben wird, die USA einmal hautnah zu erleben. Es ist und bleibt ein tolles Land, das vieles zu bieten hat. Man darf das nicht immer nur durch die politische Brille betrachten.
Besteht die Sorge, dass Trump mit seinen Einsprüchen gegen das Wahlergebnis Erfolg hat?
Ich persönlich denke nicht, dass Herr Trump mit seinen Klagen Erfolg haben wird. Aber – er hat uns auch schon in 2016 überrascht, und daher bin ich sehr gespannt, was die nächsten Tage und Wochen bringen. Wie oben schon gesagt – die Amis wissen, wie man eine Show aufzieht, und wenn Trump von einem Geschäft was versteht – dann ist es das Showgeschäft.
Zur Person

Michael Lehmann ist 44 Jahre alt, verheiratet und Vater eines Sohnes. Er zog 2006 von Rönkhausen nach Amerika, seit drei Jahren lebt er in Kanada und pendelt jeden Tag von dort zu seiner Arbeitsstelle in Detroit. Michael Lehmann ist seit April 2020 Präsident von Gedia USA. Derzeit baut die Firma neben dem Standort in Detroit ein zweites Werk in den USA, und zwar in Dalton, Georgia.

Ein Artikel von Kerstin Sauer

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