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Finnentrop, Finnentrop-Lenhausen, 4. November 2015

Zehn Jahre „Warenkorb“ Lenhausen: Petra Albers und 30 Helferinnen haben alle Hände voll zu tun

Mehr als eine Ausgabe für Lebensmittel

Das frische Obst und Gemüse ist sortiert. Gleich startet die Ausgabe.
Das frische Obst und Gemüse ist sortiert. Gleich startet die Ausgabe.
Fotos: Barbara Sander-Graetz
Seit 20 Jahren gibt es in Deutschland gemeinnützige Hilfsorganisationen, die „überschüssige“, aber qualitativ einwandfreie Lebensmittel sammeln und diese an Bedürftige weiter geben. Oftmals sind sie als „Tafeln“ bekannt. Der Name „Tafel“ ist als eingetragenes Markenzeichen rechtlich geschützt. In der Gemeinde Finnentrop übernimmt der „Warenkorb“ diese Aufgabe jetzt schon seit zehn Jahren.

„Wir stoßen gerade an unsere Grenzen“, sagt Petra Albers, Gründerin und Hauptorganisatorin. „Mit unseren rund 30 freiwilligen Helfern sind wir bald nicht mehr in der Lage, noch mehr Menschen zu versorgen. Wir machen jetzt schon jeden Dienstag eine Ausgabe, und auch die Einsatzzeiten der Helfer sind schon länger als zuvor.“

Aber die Zahl der Hilfesuchenden steige kontinuierlich. Die Ausgabe war zunächst zweimal im Monate geplant. An jedem ersten und dritten Dienstag öffnete der Warenkorb, der in der Grundschule Lenhausen zu Hause ist, seine Pforten. Zu diesen Terminen kommen nach Albers´ Angaben immer rund 75 Personen. Aber: „Diese Zahl muss man vervierfachen, denn die meisten kommen, um Lebensmittel für ihre ganze Familie zu holen.“ „Zwischenausgabe“ bringt wenig Entlastung Vor einiger Zeit wurde daher am zweiten und vierten Dienstag eine „Zwischenausgabe“ eröffnet. „Wir wollten den Ansturm ein wenig entzerren und haben an diesen Tagen Menschen mit Betreuern und auch nochmals Familien versorgt. Jetzt kommen aber auch noch alle neuen Bedürftigen hinzu, darunter natürlich auch Flüchtlingen“, sagt Albers. Zu diesen beiden Ausgabeterminen kommen zurzeit nochmals rund 65 Personen. Die Helferinnen lassen immer nur eine kleine Gruppe Bedürftiger zur Ausgabe. „Sonst bricht das Chaos aus, wenn mit einem Mal alle in die Räume strömen“, erklärt die Chefin. Wer möchte, bekommt zunächst einen Kaffee und ein Stück Kuchen. Dann werden gemeinsam die Taschen gepackt. Neben frischem Obst und Gemüse gibt es auch haltbare Lebensmittel. Bei der ersten Ausgabe im Monat gibt es bei Bedarf Zucker, ansonsten sind Öl, Margarine, Milch, Reis, Nudeln und seit neuestem auch Bulgur gefragte Produkte. Milchprodukte, Wurst und natürlich Brot gibt es ebenfalls. „Ohne unsere festen Spender, ob finanziell oder materiell, wäre das nicht zu stemmen“, betont Albers. Ausstattung mit Küchenutensilien und Kleidung Lebensmittel ordern und teilweise zukaufen, abholen, sortieren und verteilen. Das sei viel Arbeit, nicht nur am Tag der Ausgabe. „Mittlerweile sorgen wir auch bei manchen Familien dafür, dass sie Geschirr, Besteck, Töpfe und sonstige Küchenutensilien haben. Auch solche Spenden nehmen wir gern entgegen. Der Service mit dem Goldrand findet bei uns noch dankbare Abnehmer. Gleiches gilt für warme Decken und Fahrräder“, so Albers. Vorübergehend sind auch Herren-Winterjacken und Winterschuhe gefragt. „Allerdings nur in kleinen Größen von 48/50 sowie bis Schuhgröße 42.“

Als nächstes arbeiten die ehrenamtlichen Helfer auf Weihnachten hin. „Wir möchten, dass alle, die zu uns kommen, auch ein schönes Weihnachtsfest feiern können“, so die Hauptorganisatorin. Daher sind zahlreiche Hilfsaktionen geplant (siehe Infokasten). Aktionen und Wünsche für Weihnachten „Wir hoffen, bei den Aktionen auch weitere finanzielle Spenden zu bekommen, denn wir möchten den Menschen, die zu uns kommen, zum Fest auf jeden Fall Kaffee und auf Wunsch auch Fleisch geben. Außerdem sollten die Kinder Kakao und eine Schokocreme bekommen. Auch unsere Kinder hier freuen sich über einen Adventskalender in der Vorweihnachtszeit“, sagt Albers. Bis zum frohen Fest werden sie und ihre Helferinnen weitere alle Hände voll zu tun haben.
Weihnachtsaktionen des „Warenkorbs"

•Der „Rewe-Ihr Kaufpark“ in Bamenohl und Finnentrop beteiligt sich an der Aktion „Gemeinsam Teller füllen“ zugunsten der Tafel. Hier kann man in den kommenden zwei Wochen in den Geschäften fertig gefüllte Papiertüten für fünf Euro das Stück kaufen. Der Erlös geht an die Tafel.

•Am 28. November gibt es einen Stand mit frischen Waffeln im „Rewe-Ihr Kaufpark“ in Bamenohl. Das wird kombiniert mit der Aktion „Ein Teil mehr“: Hier werden Kunden gebeten, einen Artikel Teil mehr als geplant zu kaufen und am Ausgang zu spenden.

•Ab dem 21. November startet wieder die „Weihnachtswunschaktion“ in Kooperation mit dem „First Reisebüro Tolle“ in Finnentrop. An einem Weihnachtsbaum werden die Wunschzettel bedürftiger Kinder gesammelt. Wer einen Wunsch erfüllen möchte, tauscht den entsprechenden Zettel gegen das Geschenk, das der „Warenkorb“ vor Heiligabend ausgibt.

Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

Bildergalerie: Mehr als eine Ausgabe für Lebensmittel