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Finnentrop, Finnentrop-Heggen, 23. Oktober 2015

Jugendherberge: Es fehlt an Sicherheitspersonal für Notunterkunft / Land trägt Kosten

Leerstand für mindestens eine weitere Woche

Frühestens ab dem 30. Oktober sollen in der Jugendherberge in Heggen die ersten Flüchtlinge untergebracht werden.
Frühestens ab dem 30. Oktober sollen in der Jugendherberge in Heggen die ersten Flüchtlinge untergebracht werden.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Eigentlich sollte am heutigen Freitag, 23. Oktober, die Jugendherberge in Heggen als Notunterkunft für die Betreuung von Flüchtlingen in Betrieb genommen werden. Eigentlich, denn eine weitere Woche wird die Jugendherberge noch leer stehen. Jetzt soll es am 30. Oktober losgehen. „Voraussichtlich“, ergänzt die Bezirksregierung Arnsberg auf Nachfrage von LokalPlus, denn noch mangelt es an Sicherheitspersonal.

Im Juli hatte Hauptdezernent Thomas Sommer von der Bezirksregierung Arnsberg den Heggenern bei einer eigens einberufenen Bürgerversammlung erklärt, dass die Jugendherberge Heggen ab dem 1. Oktober für vier Monate zur Notunterkunft für Flüchtlinge werden sollte. Nun ist der erste Monat von vier Monaten beinahe komplett vergangenen, ohne dass ein einziger Platz belegt worden ist.

„Die Betreuung wird vom privaten Unternehmen European Homecare übernommen“, erklärt Dr. Christian Chmel-Menges, Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg auf Nachfrage. Wie schon in den Wochen zuvor, fehle es dem Unternehmen aber an qualifiziertem Angestellten für die Arbeit in der Jugendherberge. „Alle Betreuungsorganisationen, auch die der Hilfsorganisationen, haben Schwierigkeiten, geeignetes Personal für die Sozialbetreuung und den Sicherheitsbereich zu finden“, so Chmel-Menges. European Homecare habe zwar zwischenzeitlich das Personal für die Sozialbetreuung gefunden; allerdings mangle es derzeit noch an Sicherheitspersonal, das die Firma S.E.T. stellen soll. Jugendherberge ab 30. Oktober erst registriert „Unser letzter Stand ist es jetzt, dass die Einrichtung am 30. Oktober aktiviert wird“, so Chmel-Menges. Das bedeute aber nicht, dass an diesem Tag die ersten Flüchtlinge in Heggen ankommen, sondern dass die Notunterkunft ab diesem Zeitpunkt im System der Bezirksregierung auftaucht und bei Bedarf belegt werden kann. Die Kosten, die in dem ersten Monat der Nichtbelegung angefallen sind, übernimmt trägt Chmel-Menges die Landesregierung, darunter auch der Verdienstausfall des Herbergspersonals.

Trotz des „verlorenen“ Monats soll es bei der ursprünglichen Zeitplanung bleiben: „Wir gehen nicht davon aus, dass es nach dem 31. Januar zu einer Verlängerung der Belegung der Jugendherberge in Heggen kommen wird. Die Nutzungsdauer ist identisch mit allen 13 Jugendherbergen, die als Notunterkunft von Arnsberg angemietet worden sind. Die Verträge laufen alle bis Ende Januar“, sagt der Pressesprecher der Behörde. Bezirksregierung schließt weitere Versammlung aus Eine erneute Bürgerversammlung von Seiten der Bezirksregierung wird es auch nicht geben. „Wir haben zwar auch hier unser Personal aufgestockt, sind aber nicht in der Lage, weitere Infoveranstaltungen durchzuführen. Wir können zurzeit nicht mehr leisten, auch wenn wir es wollten.“
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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