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Finnentrop, 31. Oktober 2016

Firma Josef Sprenger schafft Defibrillator an – auch für Anwohner

Lebensretter mit elektronischer Anleitung

Geschäftsführer Michael Steinberg zeigt den Defibrillator.
Geschäftsführer Michael Steinberg zeigt den Defibrillator.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Heggen. Die Metallwarenfabrik Josef Sprenger ist jetzt für den Ernstfall gerüstet: Ein eigener Defibrillator (kurz: „Defi“) wurde jetzt in der Firma angebracht und alle zehn Mitarbeiter im Umgang mit dem lebensrettenden Gerät geschult. Das steht auch den Anwohnern für Notfälle zur Verfügung. Ein Defibrillator kommt beim Kammerflimmern zum Einsatz und sorgt durch die gezielt abgegebenen Stromstöße dafür, dass fehlerhafte Herzarbeit abrupt aufhört.
Mit erfolgreicher vorausgehender und anschließender Herzdruckmassage und Beatmung soll das Herz dann einen gleichmäßigen Rhythmus wieder aufnehmen und der Kreislauf des Betroffenen wieder in Schwung kommen. Der Benutzer wird über einen elektronische Ansage genauestens instruiert, wie er helfen kann. Rund 2000 Menschen erleiden jede Woche Herzrhythmusstörungen, wobei die schnelle Anwendung eines Defibrillators im Betrieb eine Sauerstoffunterversorgung des Gehirns verhindern kann und somit neurologische Schäden vermieden werden. „Man kann damit eigentlich nichts verkehrt machen“, so Geschäftsführer Michael Steinberg, „außer man macht nichts.“
Metallbaumeister Sven Steinberg mit dem neuen Lebensretter.
Seit kurzem hängt ein Defibrillator nun direkt hinter der Eingangstür bei der Firma Josef Sprenger an der Attendorner Straße in Heggen. Dort, wo er für alle leicht zu finden ist, kann er jetzt auch von den Nachbarn der Firma eingesetzt werden, wenn der Notfall eintritt. „Wobei wir hoffen, dass es nie gebraucht wird“, ergänzt Michael Steinberg.

Die Kosten für das Gerät samt Wandkasten liegen bei rund 1400 Euro. „Gut angelegtes Geld“, ist sich Metallbaumeister Sven Steinberg sicher. In der Firma sind auch drei Mitarbeiter als Ersthelfer ausgebildet. Die Idee, einen Defibrillator in der Firma zu installieren, kam nach einem Zwischenfall mit einem Mitarbeiter. „Man ist im ersten Moment hilflos, und es ist auch sicher eine gewisse Hemmschwelle da“, weiß Michael Steinberg. „Aber je besser man mit dem Gerät vertraut ist, desto effizienter kann man helfen.“ Einen zweiten Defibrillator gibt es in der Schützenhalle Heggen.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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