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Finnentrop, 18. Juni 2017

Breite Unterstützung aus Wirtschaft und Gesellschaft

Grundschulverband und Zirkus „Jonny Casselly“ traten erfolgreich auf

Die 179 Schulkinder hatten mit dem Team des Zirkus' ein buntes Programm vorbereitet.
Die 179 Schulkinder hatten mit dem Team des Zirkus' ein buntes Programm vorbereitet.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Fretter. Eine Woche lang haben 179 Schülerinnen und Schüler des katholischen Grundschulverbundes Frettertal zusammen mit dem professionellen Zirkusteam von „Jonny Casselly“ und ihren Lehrern zwei Zirkusvorstellungen vorbereitet, die am Freitag, 16. Juni, und am Samstag, 17. Juni, stattfanden.

An beiden Tagen ist das Zirkuszelt voll besetzt. Das Publikum ist begeistert und die Nervosität der Kinder schnell verflogen. Joshua Melcher, verkleidet als Clown, eröffnet die Show in der Manage und dann geht es Schlag auf Schlag. Bodenakrobaten, Trapezkünstler, Jongleure, Seiltänzer, Zauberer, Trampolinspringer, Alte Akrobaten, Fakire und Bauchtänzerinnen, hier hat jeder etwas gefunden, das ihm Spaß macht. Mit Unterstützung des Zirkusteams werden beide Vorstellungen unvergesslich für Kinder und Zuschauer.

Geplant war die Zirkusaktion, um den Zusammenhalt der Schulgemeinschaft zu stärken. Jedes einzelne Kind sollte sich als wichtigen Teil der Gemeinschaft erleben. „Ein Zirkus funktioniert nur, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen“, erklärt Schulleiterin Birgitta Wichtmann die Intention des Projektes. „Allen Kindern wurde in dieser Woche die Möglichkeit gegeben, ihre Selbst- und Sozialkompetenzen weiterzuentwickeln. Sie konnten neue Fähigkeiten und Fertigkeiten entdecken und hatten die Möglichkeit, mehr Selbstbewusstsein und mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.“ Platzprobleme Im Schuljahr 2013/14 wurde der Schulverbund aus den ehemals selbständigen Schulen Fretter und Schönholthausen gegründet. Es wurden in den vergangenen Jahren immer wieder eintägige gemeinsame Projekte der beiden Schulstandorte durchgeführt, auch schon eine gemeinsame Projektwoche zum Thema Zahngesundheit. Jetzt sollte mit dem Zirkus ein großes Gemeinschaftsprojekt über eine Woche starten.

Doch bevor der Zirkus seine Zelte in Fretter aufschlagen konnte, galt es, im Vorfeld einige Hindernisse zu bewältigen. Eigentlich sollte das Zirkuszelt auf dem Schulhof aufgebaut werden. Doch bei der Ortsbesichtigung dann der Schock: Der Lkw des Circus Jonny Casselly konnte aufgrund seiner Größe nicht auf den Hof fahren, weil die Zufahrt dafür nicht geeignet ist. Ein Anruf bei Ludger Drüke brachte die Lösung: Der Unternehmer stellte seinen Lkw-Parkplatz eine Woche lang für das Projekt zur Verfügung, um dort ein Zirkuszelt für 450 Personen aufzubauen. Der Platz liegt unterhalb der Schule und ist fußläufig gut erreichbar. Finanzierungsfragen „Ludger Drüke benötigte keine Bedenkzeit. Er sagte umgehend zu“, freut sich auch das Schulteam über so viel Hilfe und sagt nochmals „danke.“ „Wenn der Zirkus uns verlässt, sind in der Asphaltdecke des Platzes 45 Löcher, die vorher nicht da waren. Es mussten zur Befestigung des Zeltes 45 große Metallanker in den Boden geschlagen werden. Welcher Firmeninhaber lässt sich auf so eine Aktion ein? Ohne die Zusage von Ludger Drüke hätte es das Projekt nicht gegeben.“ Die Wasser- und Stromversorgung für das Zelt lieferte Alfons Habbel, Chef der Firma Alfha in Fretter. Er sagte ebenfalls ohne zu zögern zu. Alfons Habbel hat an allen Tagen, auch den Feiertagen, mit Rat und Tat den Eltern und Lehrern zur Seite gestanden und „seine Begeisterung war einfach ansteckend.“

Neben dem Platzproblem galt es auch, die Finanzierung des Projektes zu stemmen. 1.000 Euro kamen von der Stiftung der Sparkasse, weitere Spenden von den Firmen Westmark und Gedia. „Aber das reichte nicht und so wurde ein Sponsorenlauf organisiert, der aber zunächst aus Witterungsgründen verschoben werden musste. Bis dahin stand die Finanzierung noch auf wackeligen Füßen. Aber auf unsere Schülerinnen und Schüler können wir uns verlassen. Sie haben Sponsoren gesucht und sich bei dem Lauf sehr angestrengt, um in den 40 Minuten möglichst viele Runden zu laufen. Es ist genügend Geld zusammengekommen, so dass wir die Eintrittskarten zum Preis von 1,00 Euro abgeben konnten“, freut sich Birgitta Wichtmann.  

Nicht zu vergessen ist die engagierte Elternschaft. 30 Eltern haben fünf Stunden lang beim Zeltaufbau geholfen. Die gleich Zeit noch mal beim Abbau. Das Fazit des Projektes: Es hat allen viel Spaß gemacht und eine Wiederholung ist nicht ausgeschlossen.
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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