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Finnentrop, 15. Februar 2017

"Markt nicht mehr rentabel"

Finnentrop: "Rewe-Ihr Kaufpark" schließt im September

"Rewe- Ihr Kaufpark" im Finnentroper Zentrum schließt im September seine Pforten.
Foto: Ina Hoffmann
Beim Einkauf die Milch vergessen? Es sind keine Nudeln mehr im Vorratsschrank? Das war für die Finnentroper, die im Zentrum wohnen, bisher kein Problem. Liegt doch an der Serkenroder Straße seit 20 Jahren fußläufig erreichbar ein Supermarkt. Doch ab September wird es umständlicher, die Einkäufe zu erledigen: „Rewe- Ihr Kaufpark“ schließt am 16. September seine Pforten im Finnentroper Centro.

„Wir bedauern es sehr, müssen den Standort aber leider schließen. Durch den rückläufigen Kundenstrom ist die Rentabilität des Marktes leider nicht mehr gegeben“, so Rewe-Pressesprecherin Julia Hoff auf Anfrage von LokalPlus.

Damit geht eine 20-jährige Supermarkt-Geschichte nun ihrem vorläufigen Ende entgegen. Seit das Centro in Finnentrop im Jahr 1997 erbaut wurde, ist die 2000 qm große Verkaufsfläche stets an einen Supermarkt verpachtet gewesen: Auf „Combi“ folgten „Kaufpark“ und „Rewe- Ihr Kaufpark“. Modernisierung und Umbau Erst vor anderthalb Jahren, im September 2015, wurde aus dem damaligen Markt durch die Umfirmierung der Michael Brücken Kaufpark GmbH & Co OHG ein „Rewe- Ihr Kaufpark“. Vor wenigen Monaten noch hatte man den Supermarkt modernisiert und mit neuen Regalen ausgestattet. Ein angebauter Getränkeshop vergrößerte den Markt um knapp 200 qm. Doch diese Maßnahmen scheinen den Markt trotzdem nicht attraktiv genug gemacht zu haben, um die Umsatzzahlen stabil zu halten. Pachtvertrag läuft aus „Man durchblickt nicht immer die Strukturen der großen Handelsketten. Vielleicht möchte man sich lieber an große, leistungsstarke Standorte halten, wo man mit mehr Fläche und weniger Personal mehr Umsatz machen kann“, mutmaßt Aloys Weber, Erster Beigeordneter der Gemeinde Finnentrop. Auch bei der Gemeinde war erst vor kurzem bekannt, dass Rewe den im September auslaufenden Pachtvertrag nicht verlängern wird.

Wie es für die Mitarbeiter im Markt weitergeht, ist noch nicht endgültig geklärt: „Wir sind aktuell bemüht, unseren etwa 20 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz in umliegenden Rewe-Märkten anzubieten“, erklärt Pressesprecherin Julia Hoff in einer E-Mail. Dabei sollen sich die Jobangebote bis Warstein erstrecken. Auf die Frage, welcher Arbeitsweg bei den Stellenangeboten, die Rewe seinen Mitarbeitern offeriert, zumutbar sei, wurden keine Angaben gemacht.Ohne Auto wird es schwierigGerade für Menschen, die im Zentrum wohnen und über kein eigenes Auto verfügen, wird der wöchentliche Einkauf jetzt umständlicher: Die rund zwei Kilometer bis zum Einkaufszentrum an der B236 in Bamenohl, wo sich neben einem weiteren Rewe-Markt auch ein „Aldi“, „Lidl“, „Rossmann“ und eine Filiale von „Ernsting‘s Family“ befinden, können mit Einkäufen kaum zu Fuß gemeistert werden. Vor allem, da es von dort ins Zentrum bergauf geht.

Da bleibt nur, auf Taxen oder den Bürgerbus auszuweichen. Doch nicht nur Anwohner aus dem Zentrum nutzen den Markt, sondern auch Finnentroper aus den umliegenden Dörfern wie etwa aus dem Frettertal, die keinen eigenen Lebensmittelhandel haben. Auch für diese verlängert sich der Weg zum Einkauf. Suche nach neuem PächterBei der SK Imofonds, der Immobiliengesellschaft, der der Komplex mit dem Supermarkt gehört, sei man bereits auf der Suche nach einem neuen Pächter. Bleibt zu hoffen, dass es auch nach der Schließung des Rewe-Marktes noch einen Supermarkt im Finnentroper Zentrum geben wird.
Ein Artikel von Ina Hoffmann

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