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Finnentrop, 01. November 2017

180 Meter Schiene auf 120 Quadratmetern Fläche

Faszinierende Miniaturwelt Modelleisenbahn in Heggener Grundschule

Eine Miniaturelt, die begeistert: An jedem ersten Sonntag im Monat öffnen die Hobby-Bauer die Räume in der Heggener Grundschule für Besucher.
Eine Miniaturelt, die begeistert: An jedem ersten Sonntag im Monat öffnen die Hobby-Bauer die Räume in der Heggener Grundschule für Besucher.
Foto: Barbara Sander-Graetz
Heggen. Nicht nur in Hamburg gibt es eine großartige Modelleisenbahn-Miniaturwelt. Auch in Heggen gestalten fünf Erwachsene und zwei Jugendliche als Modelleisenbahner eine naturgetreue Minilandschaft. Wer die Räume im Keller der Grundschule betritt, fühlt sich in eine wahre Wunderwelt versetzt.

Angefangen hat bei den Hobbybauern alles in Kindheitstagen. Irgendwann gab es eine Modelleisenbahn, die faszinierte. „Doch als man älter wurde,  waren zunächst andere Dinge wichtig“, weiß Siegfried Düsing, einer von fünf Männern, die hier fast täglich basteln. Er wurde Lokführer und ist heute im Ruhestand.

„Irgendwann habe ich wieder angefangen, die Modelleisenbahn auszupacken und aufzubauen.“ Zunächst in den eigenen vier Wänden, doch die wurden schnell zu klein. „Als das Wohnzimmer weichen musste, gab es zu Hause Klärungsbedarf.“ Die Lösung ist jetzt genau gegenüber von Siegfried Düsings Heim: Zwei leerstehende Räume im Keller der Schule. Hier baut und werkelt er mit Gleichgesinnten, die sich als „Mec-Lenneschiene“ zusammengeschlossen haben.

„Es gab immer schon Modellbaufreunde in der Gemeinde Finnentrop“, weiß Werner Böer aus Rönkhausen. Die Elektrik in der Anlage ist sein Steckenpferd. „Auf dem Saal bei Bischoffs in Lenhausen war mal eine Modelleisenbahn aufgebaut und zuletzt auch in der Grundschule Lenhausen. Doch die Räume waren einfach zu klein, denn eine Modelleisenbahn mit Miniaturwelt wächst unaufhaltsam.“ Dafür haben die Männer einfach zu viele Ideen. Besser als jedes Wimmelbuch Das zeigt sich auch in Heggen. Auf 120 Quadratmetern gibt es so viel zu sehen wie in jedem guten Wimmelbuch. Kirmes, Feuerwehrfest, Ponyhof, Kaserne, Seilbahn, die JVA Attendorn und Sachtleben - die Liste lässt sich noch um zahlreiche Themenbereiche erweitern. Durch alle Bereiche fahren auf rund 180 Metern Schiene mit 24 Weichen und 15 Signalen über 30 Loks, 150 Waggons, und auf den Straßen auch 200 Autos. 1200 Figuren, 90 Häuser und mehr als 350 Bäume komplettieren die kleine Wunderwelt.

„Aber auch hier sind wir schon an unsere Grenzen gestoßen“, weiß Siegfried Düsing. Doch Not macht erfinderisch, und so wurde die Miniaturlandschaft einfach durch einen Schrank, der zwei Räume trennt, hindurchgebaut. Wunsch nach mehr Platz „Ein weiterer Raum wäre klasse“, wünschen sich die Männer. Vielleicht ist ja ein Durchbruch zum nächsten Raum möglich. Ideen zur Gestaltung hätten die Mitglieder, die bis dato rund 1800 Stunden Arbeit und 15.000 Euro Investitionskosten in die Anlage gesteckt haben, genug. „Wir möchten unsere Miniaturwelt auch für Besucher zugänglich machen“, laden die Modellbauer ein. „Wir freuen uns an jedem ersten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr über Besucher.“ Der Eintritt beträgt zwei Euro, Kinder haben freien Eintritt. „Wir haben natürlich auch einige Besonderheiten auf der Anlage, die besonders faszinieren“, verrät Siegfried Düsing, „So gibt es auch eine kleine Faller Car Bahn mit vier Fahrzeugen, eine Kirmesanlage, eine bewegliche Galopprennbahn und eine Burg mit Schlossgespenst.“ Und mal schauen, wer das pinkelnde Männchen entdecken kann…
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

Bildergalerie: Faszinierende Miniaturwelt Modelleisenbahn in Heggener Grundschule