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Finnentrop, 22. Dezember 2016

Sprachkurse sollen Flüchtlingen Integration erleichtern

„Deutsch als Zweitsprache“-Kurse an der Haupt- und Gesamtschule

„Deutsch als Zweitsprache“-Kurse an der Haupt- und Gesamtschule
Foto: Barbara Sander-Graetz
Finnentrop. Die Zahl der Flüchtlingskinder im deutschen Schulunterricht nimmt zu, auch an der Haupt- und Gesamtschule in Finnentrop. Daher gibt es hier sogenannte DaZ (Deutsch als Zweitsprache)-Kurse, die Migranten dabei helfen sollen, die deutsche Sprache zu lernen und somit eine wichtige Grundvoraussetzung für eine gelingende Integration zu schaffen. Die DaZ-Schüler und ihre Eltern, die aus elf verschiedenen Herkunftsländern den Weg nach Finnentrop gefunden haben, und Paten des Projekts trafen sich jetzt zu einem internationalen Frühstück in der Mensa des Schulzentrums.

Christoph Gunter von der Bigge-Lenne-Gesamtschule und Mariele Sieler von der Hauptschule leiten diese DaZ-Kurse in ihren jeweiligen Schulen. Rund 60 Kinder von der 5. bis zur 10. Klasse kommen täglich in den unterschiedlichen Kursen zu ihnen. „Wir haben Anfänger- und Fortgeschrittenen-Kurse, die sich dann nochmals nach den Klassen staffeln“, erklärt Christoph Gunter das System. Rund 15 bis 20 Schüler sind pro Kurs dabei. „Kleinere Kurse wären natürlich besser“, sagen die beiden Pädagogen. Derzeit seien viel Geduld, Ausdauer und auch starke Nerven gefordert.
Astrid Wortberg, Mariele Sieler und Christoph Gunter (von links).
„Wir wollen heute in jedem Kurs einen Friedenschlüssel übergeben, damit wir den Frieden in den Kursen wahren, egal woher wir kommen;“ nutzte Mariele Sieler das Frühstück für die symbolische Übergabe. Zuvor hatten die Kinder in ihrer jeweiligen Muttersprache alle Gäste willkommen geheißen.

Neben der Hilfe in der Schule ist die Arbeit mit unterstützenden Paten unerlässlich. „Hier brauchen wir dringend noch mehr ehrenamtliche Helfer, die diese wichtige Aufgabe übernehmen wollen“, bittet Astrid Wortberg um weitere Hilfe aus der Bevölkerung. Die Sozialarbeiterin hilft den Kindern und Familien, wo es möglich ist. Vom Sprachschüler zum Dolmetscher Nach der Begrüßung gab es ein gemeinsames Frühstück mit Spezialitäten aus allen Ländern. Auch Shirin und Aziza Mohammad sind dabei. Die beiden Schwestern sind 2014 aus Syrien nach Deutschland gekommen und leben in Rönkhausen. Sie haben die deutsche Sprache perfekt gelernt. „Als wir vor zwei Jahren hierher kamen, konnten wir kein Wort Deutsch“, erinnert sich die 14-jähirge Shirin. Mitschüler halfen ihnen – und jetzt helfen sie. „Wir sprechen neben Arabisch auch Kurdisch, Englisch und Deutsch sowie ein wenig Türkisch“, erzählt die 15-Jährige Aziza. „Wir springen als Dolmetscher ein, wenn wir gebraucht werden.“
Shirin (links) und Aziza Mohammad mit Lehrer Christoph Gunter.
Für Christoph Gunter ein Glücksgriff. „Sie zeigen auch, was möglich ist und wie wichtig es ist, die deutsche Sprache zu lernen.“
Ein Artikel von Barbara Sander-Graetz

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