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Finnentrop, Finnentrop/Attendorn, 17. Juni 2015

Attendorn und Finnentrop wollen kooperieren

Auf dem Weg zu demenzfreundlichen Kommunen

Auf dem Weg zu demenzfreundlichen Kommunen
Die Kommunen Attendorn und Finnentrop sollen zu „demenzfreundlichen Kommunen“ werden. Dazu trafen sich Vertreter, um ein weiteres gemeinsames Vorgehen abzustimmen.

Seit 2007 existiert im Kreis Olpe das „Netzwerk Demenz“. Ziel dieses Netzwerkes ist die Verbesserung der Situation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen im gesamten Kreisgebiet. Akteure aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen wie Krankenhäuser, ambulante Dienste, Pflegeeinrichtungen, Verwaltung und AGIL – Ehrenamtsbüros treffen sich in regelmäßigen Abständen zum Austausch und um gemeinsame Aktionen zu planen. Unterstützt wird das Netzwerk vom Demenz-Servicezentrum Region Südwestfalen. Im Jahr 2011 hat sich dieses Netzwerk in drei einzelne Regionen des Kreises aufgeteilt. Eines dieser regionalen Netzwerke ist das „Netzwerk Demenz Region Attendorn Finnentrop“. In Attendorn und Finnentrop leben zurzeit etwa 650 Menschen, die eine Demenz haben. Betroffen von dieser Erkrankung ist auch das familiäre Umfeld, so dass weitere, circa 2.600 Menschen mit den Auswirkungen und Konsequenzen leben müssen. „Wie kann sich eine Stadt als Ganzes auf das Alter vorbereiten?“ Ein wesentliches Ziel dieses regionalen Netzwerkes ist die Entwicklung hin zu einer „Demenzfreundlichen Kommune“ in der Hansestadt Attendorn und der Gemeinde Finnentrop. Die Herausforderungen sind groß. Dies haben auch die beiden Kommunen erkannt. Zusammen mit den Bürgermeistern Dietmar Heß und Christian Pospischil sowie weiteren Mitarbeitern aus den Rathäusern, trafen sich die Teilnehmer des Netzwerkes Demenz Region Attendorn Finnentrop im Rathaus Finnentrop zu einem gemeinsamen Workshop, um eine mögliche gemeinsame Umsetzung zu erarbeiten. Referent dieses Workshops war Martin Polenz von der Stadt Arnsberg, der seit 2007 bei der Fachstelle „Zukunft Alter“ der Stadt Arnsberg arbeitet. Die Stadt Arnsberg hat schon Erfahrung in dieser Hinsicht und hat sich die zentrale Frage gestellt: „Wie kann sich eine Stadt als Ganzes auf das Alter vorbereiten?“ Ein Aspekt ist dabei das Leben mit Demenz. „Lern-Werkstadt Demenz Professionelle und zivilgesellschaftliche Angebote zur Unterstützung von Menschen mit Demenz werden in der „Arnsberger Lern-Werkstadt Demenz“ vernetzt, um ein möglichst engmaschiges Netzwerk um die Menschen mit Demenz und ihre Lebenswelt zu knüpfen und so die Teilhabe und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Diese Erfahrungen wurden im Workshop genutzt. Im Workshop beschäftigten sich die Teilnehmer mit der Frage, wie man die Lebenssituation der Menschen mit Demenz und deren Angehörige in beiden Kommunen verbessern kann. Es wurden Visionen entwickelt, wie die Versorgungssituation von Menschen mit Demenz im Jahre 2030 aussehen könnte. „Wichtig ist es“, so Dietmar Heß, „die Verbesserungen in den Kommunen zu verankern, damit die Vorschläge nicht nur plakativ sind, sondern auch inhaltlich gefüllt werden.“ Gemeinsamer Fahrplan wird erarbeitet Schon heute existiert ein kreisweit geltender Vermisstenbogen, den die Polizei bei der Suche von abgängigen, demenziell veränderten Menschen nutzen kann. Ebenso wurden Schulungen von Polizei und Feuerwehr zu diesen Themen abgehalten. Dies unterstützt das, was Christian Pospischil sich für seine Kommune wünscht: „Menschen mit Demenz und ihren Familien soll die Teilhabe am Leben in der Kommune und in der Gesellschaft ermöglicht werden.“

Abschließend wurde ein möglicher gemeinsamer Fahrplan von den Kommunen und dem Netzwerk Demenz Region Attendorn Finnentrop zur Weiterentwicklung einer „Demenzfreundlichen Kommune“ in Attendorn und Finnentrop im Entwurf erarbeitet. Dieser Vorschlag soll den Räten in beiden Kommunen im Herbst zur Beratung und Entscheidung vorgelegt werden. (LP)

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