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Finnentrop, 09. März 2017

Arbeitnehmer fordern 4,5 % statt 1,3 % Lohnerhöhung

Angebot des Unternehmens liegt unter Inflationsrate

Gut 100 der 230 Mitarbeiter am Finnentroper Standort der thyssenkrupp Steel Europe AG beteiligten sich am Warnstreik.
Gut 100 der 230 Mitarbeiter am Finnentroper Standort der thyssenkrupp Steel Europe AG beteiligten sich am Warnstreik.
Foto: Ina Hoffmann
Rund 100 Mitarbeiter des Finnentroper Standortes der thyssenkrupp Steel Europe AG führten am Donnerstagmittag, 9. März, einen einstündigen Warnstreik durch. Die Tarifverhandlungen waren durch ein Angebot der Arbeitgeberseite ins Stocken geraten: thyssenkrupp bot seinen Mitarbeitern eine Lohnerhöhung von 1,3 Prozent, während die Arbeitnehmer 4,5 Prozent fordern.

Bei der ersten Tarifverhandlung vor wenigen Wochen stellten die Vertreter der Arbeitnehmer gemeinsam mit der IG Metall ihre Forderungen vor: Die Beschäftigten wünschen sich 4,5 Prozent mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung, sowie eine Verlängerung des Tarifvertrags zur Altersteilzeit und eine Verlängerung des Tarifvertrags zur Mitbestimmung bei Werkverträgen. Bei dem zweiten Treffen, das gerade einmal zehn Minuten dauerte, legte thyssenkupp das Gegenangebot auf den Tisch: 1,3 Prozent Lohnerhöhung.
Betriebsratsvorsitzender Uwe Schulte und Andre Arenz, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Olpe
„Das ist kein verhandelbares Angebot, sondern eine Zumutung“, findet Betriebsratsvorsitzender Uwe Schulte. „Für uns ist so ein Vorschlag absolut nicht nachvollziehbar. Das Unternehmen ist gut ausgelastet und die Preise für die Kunden wurden erhöht. Unsere Forderung überfordert das Unternehmen keinesfalls“. Zudem liegt die aktuelle Inflationsrate bei über zwei Prozent - also über dem aktuellen Angebot des Arbeitgeberverbandes.Warnstreiks an allen StandortenDeshalb entschloss man sich von Seiten der IG Metall und des Betriebsrates, die Belegschaften unter anderem an den Standorten von thyssenkrupp Steel Europe in Duisburg, Dortmund, Bochum, Finnentrop und Kreuztal zu Warnstreiks aufzurufen, um den Arbeitgeber zu einem besseren Angebot zu bewegen. „Wir wollen Druck machen und wir werden nicht nachgeben. Die Belegschaft leistet gut Arbeit und muss dafür auch entsprechend entlohnt werden“, so Uwe Schulte.Für den 16. März ist ein weiteres Treffen zwischen der IG Metall, den Betriebsräten und Unternehmensvertretern angesetzt. Dann hoffen die Arbeitnehmer auf ein faires Angebot durch thyssenkrupp. Sollte dies nicht den Forderungen der Belegschaft entsprechen, drohen die Arbeitnehmer mit Streiks.
Ein Artikel von Ina Hoffmann

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