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Feuerwehr-Serie, Kirchhundem-Oberhundem, 9. Dezember 2015

Adventskalender: „Craft Beer“ namens Hundemer Urquell entsteht in „Kesters Braukeller“

Wenn der Wasch- zum Braukeller wird

Biergenuss - auch praktischer Art
Fotos: Jill Arens
„Kesters Braukeller“ liegt in Oberhundem am Hundembach. Der Bach war auch Namensgeber, für das, was hier gebraut wird: „Hundemer Urquell - Eine Laune der Natur" . Wie kommt man auf die Idee, sein eigenes Bier zu brauen? Ganz einfach: Durst. Und weil die Beteiligten nach dem Verzehr diverser „Industriebiere“ der Meinung waren, dass da geschmacklich noch mehr möglich sein müsste, versuchten sich Werner Arens und ein Freund als Bierbrauer.

Das Projekt startete im Februar 2012, damals noch in der Garage. Mit der Zeit wurde der Waschkeller zum Braukeller umfunktioniert. Die Waschmaschine musste weichen, ein ausgedienter Kochbehälter aus der Großküche wurde zur Würzpfanne und die Standrohrmaschine zur Flaschenfüllanlage. In solch einer privaten Mikrobrauerei wird der Braukünstler als „Craft Brewer“, das produzierte Bier folglich als „Craft Beer“ bezeichnet. Seminare und Online-Recherche Ziel war es, sagt Arens, ein wohlschmeckendes untergäriges und somit herbes Bier zu brauen. Man orientierte sich an dem Grundrezept der Pilsener Brauart und verfeinerte es. „Untergärige Biere zu brauen, gehört zu den schwierigeren Disziplinen. Obergärige Biere sind leichter herzustellen“, sagt Arens. Die Herausforderung nahmen die Hobby-Brauer an, Informationen zur Herstellung beschafften sie sich durch Besuche von Brau – und Zapfseminaren und durch Internet-Recherche.
Werner Arens in Aktion.
Nach dem mittlerweile 14. Sud, der Verwendung von verschiedenen Zutaten und etlichen Verfeinerungen, sei das Rezept nun so gut abgerundet, das ein „hervorragendes Pils“ entstanden ist, preist Arens das „Hundemer Urqell“ an. Zutaten aus dem Garten Für das Oberhundemer „Craft Beer“ werden nicht etwa regionale, sondern tatsächlich lokale Produkte verwendet: Der Hopfen stammt aus dem eigenen Garten, das Wasser aus der Oberhundemer Quelle. Pro Braudurchgang werden laut Arens insgesamt 50 Liter Bier gebraut. Zudem werden hierbei etwa 250 Liter Wasser zum Säubern, Spülen und Kühlen benötigt.
Darüber hinaus verwenden die heimischen Bierfreunde drei Malz- und zwei Hopfensorten sowie Hefe. Rund sieben Stunden nähmen Vorgänge wie das Einmaischen, Läutern, Hopfen Kochen, Filtern, das Einschlagen der Hefe und das Kühlen in Anspruch. Mehrwöchiger Gärungsprozess Danach, so Arens, komme die Würze in Gärbehälter für die Hauptgärung, welche eine Woche dauere. Weiter gehe es mit dem Umfüllen in Fässer und einer Nachgärung von vier bis sechs Wochen Dauer. Zuletzt werde das Bier für weitere acht Wochen kühl gelagert. Passend zum Oberhundemer Schützenfest findet jedes Jahr die erste Bierprobe statt, wo das Bier wird frisch aus dem Fass gezapft wird. Ein weiterer Teil wird in Bügelflaschen abgefüllt und mit Etiketten versehen.

So entstehe ein „naturtrübes, vom Geschmack her für Pils typisch bitteres Bier mit fruchtiger Hopfennote“, erklärt Arens. Die Stammwürze liege bei 12° (entspricht 4,5% Alkoholgehalt). In Zukunft sollen noch weitere Varianten ausgetestet werden.
Tür 9 - geöffnet!
Die Braukünstler suchen immer wieder Gleichgesinnte, Privatbrauer zum Erfahrungs- und Pröbchenaustausch. (Homepage: www.hundemer-urquell.de; E-Mail: mail@arensweb.de)

Ein Artikel von Jill Arens

Bildergalerie: Wenn der Wasch- zum Braukeller wird