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Drolshagen, 04. Juli 2020

Drolshagener sammelt alte Schreibgeräte

Von Zeigerschreibmaschine bis Schreibcomputer – Rolf Heinen fasziniert alte Bürotechnik

Diese französische Victoria gehört zu den alten Stücken in der Sammlung von Rolf Heinen.
Diese französische Victoria gehört zu den alten Stücken in der Sammlung von Rolf Heinen.
Foto: Rüdiger Kahlke
Drolshagen. Früher, als angehender Akademiker, wollte er Trichtergrammophone sammeln. „Dafür war die Bude zu eng“, blickt Dr. Rolf Heinen (80) zurück. Inzwischen verfolgt er andere Linien: rote, grüne, blaue, schwarze. Sie erstrecken sich meterweise über Regalbretter und stehen für Spezialitäten in seiner Sammlung. Der Drolshagener ist Herr über ein Heer von Schreibmaschinen und Schreibautomaten.

Seit den 1960er-Jahren sammelt er diese Geräte. 80 Maschinen umfasst die Ausstellung. Die Palette reicht von der Olympia-Schreibmaschine, die viele, die inzwischen das Rentenalter erreichen, noch als Arbeitsgerät auf dem Schreibtisch stehen hatten, über Kugelkopf-Maschinen mit unterschiedlichen Schriftarten und –größen bis zu den ersten Schreibcomputern mit Bildschirm und Diskette.

Manche Sammler, so Heinen, haben deutlich mehr Maschinen. Ihm als Techniker aber geht es um Genauigkeit, darum, exemplarisch Entwicklungen nachzuzeichnen.
Rolf Heinen inmitten seiner Sammlung.
Bei einem Düsseldorfer Trödler kam Heinen auf den Tick mit den Maschinen. Eine „Mignon 3“, eine ungewöhnliche Schreibmaschine von 1903 mit Ersatzteilliste, weckte sein Interesse und wurde zur Keimzelle seiner Sammlung. Ältestes Stück im Fundus ist eine amerikanische Maschine von 1879. Immer geht es darum, wie Zeichen durch ausgefeilte Mechanik auf Papier gebracht werden.

Angefangen von Zeigerschreibmaschinen (ohne Tastatur), die sich entlang der roten Regallinie finden, die klassischen Maschinen, wie wir sie kennen (blaue Linie) und spezielle Geräte für Kinder (gelb-grün), Maschinen für Musiknoten (gelbe Linie) bis zu solchen, mit denen auch Blinde schreiben und lesen können (schwarze Linie) oder Schreibtelefone für Hörgeschädigte.
Ein Unterschriftenautomat, der die Unterschrift exakt duplizieren kann.
Zu den Aha-Erlebnissen gehört, dass ein Wechsel der Schriftart lange vor Erfindung der Kugelkopf-Maschinen möglich war, indem Räder mit den Zeichen ausgewechselt wurden. 1896 kamen die ersten Maschinen mit auswechselbaren Zeichen auf den Markt. Technische Impulse kamen aus den Nähmaschinen- und Fahrradfabriken. Oder, dass es Schreibautomaten bereits ab 1760 gab, oft als Attraktion bei Hofe.

Breiten Raum nimmt bei dem Drolshagener Sammler, der international vernetzt ist, auch die Entwicklung der Maschinen mit chinesischen und japanischen Schriftzeichen ein.Beide Schriften bestehen aus mehreren tausend Zeichen. Bis 7.500 Zeichen können mit dem Geräten zu Papier gebracht werden, elektrische schaffen bis zu 10.000 Zeichen. Die werden teilweise an der Maschine zusammengesetzt.

Aus den Ländern mit der alten Schriftkultur kam dann auch der Entwicklungsschritt hin zur Digitalisierung: schreiben am Computer. Software statt filigraner Feinmechanik. Dem vielseitig interessierten und engagierten 80-Jährigen geht es darum, „dass die Technologie nicht vergessen wird.“Durchbruch für Frauen bei Büroberufen Seine Sammlung gibt Einblick in die Technik, aber auch die Sozialgeschichte. Stiche oder Drucke von Eisenbahnen oder den ersten Daimler-Autos verweisen auf Entwicklungen, die parallel in anderen technischen Bereichen für Furore sorgte.

Und zu allen Exponaten hat Rolf Heinen Histörchen, Anekdoten, Geschichten, die einordnen, die erstaunen und neugierig machen. Mit der Marktdurchdringung der Schreibmaschinen in den 1880-er Jahren explodierte die Zahl der Frauen in den Büroberufen.
Auch Bilder, technische Unterlagen und Skizzen gehören zur Sammlung.

Rolf Heinen ist überzeugt, dass ohne den Einsatz der Frauen die Technik der Schreibmaschinen nicht so eine rasante Entwicklung genommen hätte. Wie das sozial oder emanzipatorisch zu bewerten ist, sei aber noch nicht richtig ausgearbeitet.

2013 hat der Drolshagener seine Sammlung schon mal im Südsauerlandmuseum in Attendorn präsentiert. Inzwischen 80 Jahre alt, macht Rolf Heinen sich Gedanken, was mit dem Exponaten und dem umfangreichen Begleitmaterial geschehen soll. Die Chancen für eine Dauerausstellung in Drolshagen oder Umgebung schätzt er als gering ein.
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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