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Drolshagen, 11.05.2015

60-Jährige aus Bergneustadt gilt als Expertin für Finanzen und Verwaltung

SPD schickt Angelika König ins Rennen

SPD sorgt für Überraschung
Foto: Karsten Jung/bilderjung.de

Die Überraschung ist den Sozialdemokraten durchaus geglückt. War doch im Vorfeld kräftig spekuliert worden, wer es denn werden sollte. Mit der Nominierung einer externen Person hatte kaum jemand gerechnet, an eine Frau wohl niemand gedacht.
Am Samstag, 8. Mai, hatte der Ortsverein die Finanzbeamtin und selbstständige Steuerberaterin als Bürgermeisterkandidatin nominiert – im Gegensatz zum CDU-Kandidaten „natürlich einstimmig“, wie Brömme betonte.

„Wir wollten für die Kandidatin den Wahlkampf nicht zu einer Never-Ending-Story machen“, erklärte der Fraktionschef die späte Kandidatenkür. Zudem wolle die SPD „so lange wie möglich im Stadtrat konstruktiv Politik machen und sich nicht von einem permanenten Wahlkampf bestimmen lassen“.
Gemeinsam mit dem stellvertretenden Bürgermeister, Thomas Gosmann, der zwischenzeitlich als möglicher Kandidat gehandelt wurde, stellte Brömme die Kandidatin als absolute Fachfrau für kommunales Finanzwesen, für Verwaltungsangelegenheiten und Expertin für kleine und mittelständische Unternehmen vor. König: "Wer mit mir reden will, soll kommen" Angelika König selbst präsentierte sich als „entscheidungsfreudigen Familienmenschen“. „Ich kenne die Probleme, die junge Familien haben“, gab sie Einblicke in ihr Privatleben.
„Wir sind keine Großstadt“, entgegnet sie dem CDU-Kandidaten auf dessen Ankündigung, Bürgersprechstunden behalten zu wollen. „Bei mir kriegt jeder innerhalb von 24 Stunden einen Termin“, machte König ihre Vorstellung von Bürgernähe deutlich: „Wer mit mir reden will, soll kommen.“

Konkret wurde die SPD-Kandidatin, die bereits für die SPD-Fraktion den Drolshagener Haushalt begutachtet hatte, beim Pressegespräch nicht. Vielmehr möchte sie mit den Bürgern direkt ins Gespräch kommen. Um das zu ermöglichen, werde sie unter der Überschrift „König trifft…“ die Ortsteile besuchen. König: "Verwaltungsnormen sind keine Gesetze"
Der städtischen Verschuldung will die Finanzexpertin „mit geeigneten Mitteln und denkbaren Umstrukturierungen entgegenwirken“. Auf keinen Fall dürfe es einen sozialen Kahlschlag geben. Aussagen des CDU-Kandidaten zum Thema Straßenbau nannte die Bergneustädterin utopischen Aktionismus: „Wir haben ein Straßenbauprogramm, das sich an unserer Finanzlage orientiert und nach wie vor gilt."

Die Erhaltung der Schullandschaft liegt Angelika König nach eigenen Aussagen besonders am Herzen. „Wir wollen versuchen. Die Grundschulen, denen der Rotstift im Nacken sitzt, zu erhalten.“ Verwaltungsnormen seien schließlich keine Gesetze, wies sie auf Möglichkeiten hin, hier etwas zu bewegen. Gosmann: "Nie waren die Chancen so gut"
Drolshagen ist nicht Bremen: Seit 70 Jahren hält die CDU in Drolshagen unangefochten das politische Ruder in Händen, fast 21 Jahre davon (seit dem 3. November 1994) mit Theo Hilchenbach als Bürgermeister. Am 13. September 2015 soll sich das nach dem Willen der SPD und von Angelika König ändern. Schließlich habe auch die CDU bei Wahlen auf allen Ebenen in Drolshagen Stimmen eingebüßt.

Was den politischen Herausforderern in Bremen am Muttertags-Wochenende nicht geglückt ist (die SPD nach 70 Jahren Mehrheit abzulösen), will der SPD-Ortsverein in Drolshagen jetzt schaffen. Vorstand, Fraktion und Kandidatin kündigen einen Wahlkampf mit deutlichen Positionen an.
Der SPD-Fraktionsvorsitzender Tobias Brömme und Thomas Gosmann, stellvertretender Bürgermeister, stellten Angelika König am Montag vor.
Der Zeitpunkt dafür scheint aus lokaler Sicht günstig: Theo Hilchenbach (CDU) steht nicht wieder zur Wahl, hat seinen Wunschnachfolger aber natürlich längst aufgebaut: Ulrich Berghof ist seit 2010 Vorsitzender der CDU Drolshagen. Und obwohl die SPD landauf, landab stetig an Zustimmung verliert, will Angelika König dem CDU-Mann das Fürchten lehren. Der Kandidat sehe sich als Kümmerer, zitierte die SPD-Frau: „Ich möchte die Arbeiterin für Drolshagen werden“, wirbt sie bis zum 13. September um die Wählergunst.
Ein Artikel von Volker Lübke

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