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Drolshagen, 28. Juni 2017

Auf Skates nach Köln - Schüler meistern Herausforderungen

Sekundarschule geht bei Berufsvorbereitung neue Wege

Auf Skates ging es für eine Gruppe Schüler von Drolshagen bis nach Köln.
Auf Skates ging es für eine Gruppe Schüler von Drolshagen bis nach Köln.
Foto: privat
Drolshagen. Haris (14) war ehrlich. Nochmal würde er das nicht machen - auf Skates von Drolshagen nach Köln zu fahren. „Zu anstrengend“, erklärte er den Mitschülern bei der Präsentation der Projekte am Dienstag, 27. Juni, in der Mensa. Dennoch war er froh, „es gemacht und geschafft zu haben.“ Mit der Vorstellung wollten die Schüler der Klassen acht den nächsten Achtern Appetit auf die „Herausforderungen“ machen.

In vier Projekten konnten  sich die Schüler beweisen. Fürs Skaten nach Köln, Kanu fahren auf der Bigge, Mitarbeit im Seniorenzentrum oder das Survival-Camp im Bergischen Land mussten sie sich bewerben. Nur wer fristgerecht, engagiert und überzeugend darlegen konnte, warum er oder sie dabei sein wollte, hatte die Chance auf einen Platz beim Projekt.

Die acht Lehrkräfte, die die Projekte jeweils zu zweit betreuten, wählten die Bewerber aus. Das bot schon mal einen Vorgeschmack auf den künftigen Berufseinstieg. „Es waren sehr gute Bewerbungen dabei“, zollt Daphne Lukas den Kandidaten Lob. Viele der 300 Schüler aus den achten Klassen der Sekundarschule Olpe-Drolshagen hatten sich gar nicht erst beworben, so Daphne Lukas, die auch die Präsentation moderierte. Diese Schüler nahmen am regulären Unterricht teil. Hartes Casting für vier Projekte Die „Herausforderungen“ standen in diesem Frühjahr erstmals auf dem Stundenplan. Sie sind Teil der Berufsvorbereitung, auf die die Sekundarschule großen Wert legt. Die jungen Leute sollten sich engagieren, sollten die Möglichkeit haben, ihre Kompetenzen zu erweitern und „lernen, wie sie über ihre Grenzen gehen können.“

Alle vier Gruppen machten bei der Präsentation deutlich, welche Herausforderungen zu meistern waren, angefangen von Widrigkeiten des Wetters über Ausdauer bis zur Unlust Brennholz zu sammeln, um im Survival-Camp auch eine warme Mahlzeit zu bekommen. Die Grenzerfahrungen haben die Schüler gut gemeistert, auch weil die Gruppe diejenigen mitgetragen hat, die nicht so fit waren, hat Nadine Brochhagen beobachtet.

Auch wenn manche litten oder abends müde in den Schlafsack krochen, Spaß hat es allemal gemacht. Da waren sich alle Teilnehmer einig. Die Skater hatten selbst den Zeltaufbau zur Herausforderung gemacht. Die Challenge: Wer das Zelt zuletzt stehen hatte, sollte kochen. Die Mädchen hatten die Nase vorn - dank eines Wurfzeltes. Sie räumten aber ein, das es nicht ganz gerecht war. Neue Erfahrungen für Alt und Jung Beim Projekt im Altenheim, Titel „Meine und deine Hände“, hatten sich nur Mädchen beworben. Die Senioren luden sie ein, doch wieder zu kommen. Und die Alten lernten von den Jungen. Die hatten ihnen die Rollatoren gewaschen und die Nägel lackiert.

Leben in der Natur macht hungrig. Die 15 Kanuten deckten sich vor ihrer vierstündigen Bootstour erstmal mit 70 Brötchen ein und ließen den Tag später am Lagerfeuer ausklingen. Verzicht auf Handy härteste Herausforderung „Gemüsesuppe gab es immer“, zeigte Bastian (14) die Grenzen im Survial-Camp auf. Warmes kam nur auf den Teller, wenn zuvor Holz fürs Feuer gesammelt worden war. Denn: „Das Camp lag komplett in der Wildnis“, so Bastian. Und der „Bach war unser Badezimmer“. Essen zu kochen „dauerte länger überm offen Feuer, schmeckte aber besser“, bilanzierte Justin (13).

Sich den Herausforderungen zu stellen, schien die Siebener zu interessieren. Kaum einer, der im nächsten Jahr nicht mitmachen möchte. Wobei auch die Frage auftauchte, ob es noch andere Angebote gebe. Daphne Lukas und ihre Kollegen wollten sich da nicht festlegen. Anders als bei der Frage nach den Handys. Da gab es gleich bei der Präsentation eine klare Ansage: keine Handys. Auf die zu verzichten war, so Niels Briel, für viele „die größte Herausforderung.“
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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