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Drolshagen, 27. Januar 2017

Renovierung der Basilika: Alte Drolshagener Kirche in neuem Glanz

Renovierung der Basilika: Alte Kirche in neuem Glanz
Foto: Rüdiger Kahlke
Drolshagen. Pfarrer Markus Leber sitzt in der Bank am Mittelgang der Basilika. „Der Gesamteindruck“, sagt er auf die Frage, was ihm nach der Renovierung der alten Kirche am besten gefällt. „Die Kirche wirkt ganz anders“, ist er angetan von der Helligkeit. Zudem lobt er die Verbindung von alter Architektur und neuer LED-Technik, die ein neues Raumgefühl schaffe.

Mit Blick auf das gelungene Werk sieht er neue Aufgaben auf die spendenfreudige Kirchengemeinde zukommen. Der zweite Bauabschnitt ist bereits in Arbeit. Die Bögen zwischen alter und neuer Kirche werden mit Glasfenstern ausgefüllt. Zwei feste, zwei bewegliche Elemente werden installiert. „Behindertengerecht", wie Markus Leber betont.
Markus Leber.
Die beiden Glastüren öffnen sich automatisch. Neben der Optik geht es aber auch darum, beide Bauten thermisch zu trennen. Angesichts der jährlichen Heizkosten von 13.000 bis 14.000 Euro pro Jahr, ist künftig Behaglichkeit nur in der alten Kirche angesagt. In der großen Kirche werde nur dann voll geheizt, wenn sie gebraucht werde. Sonntags zum Beispiel. So ließen sich „einige hundert Euro“ einsparen, sagt Leber. Große Spendenbereitschaft Die Trenn-Scheiben hat der Esloher Künstler Thomas Jessen gestaltet, der bereits an etlichen Sakralbauten mitgewirkt hat. Er übersetzt biblische Motive „in die heutige Sprache“, sagt Leber. Die vornehmlich in Weiß-Blau gehalten Scheiben wsollen mithin einen modernen Touch bekommen.

Die Orgel wird derzeit noch in Bayern restauriert. Sie soll im Herbst eingebaut werden. Das würde das Ende des 1. Bauabschnitts markieren. Stand heute sind die Arbeiten auch finanziert. Allein im vorigen Jahr hat die Gemeinde knapp 118.000 Euro für die Renovierung gespendet. „Wir warten noch auf die genauen Abrechnungen. Dann wissen wir, wo wir stehen“, sagt Markus Leber, der die große Opferbereitschaft seiner „Schäfchen“ lobt. Neben einigen größeren Beträgen seien es vor allem die „vielen, vielen“ kleinen Leute gewesen, die zu dem Ergebnis beigetragen hätten. Die Spendenbereitschaft zeigt für Leber, wie „tief die alte Kirche im Herz der Drolshagener verwurzelt ist“. Sie ermutige auch den 2. Bauabschnitt anzugehen. Zweiter Abschnitt noch in diesem Jahr Leber geht davon aus, dass mit der Renovierung der großen Kirche noch in diesem Jahr begonnen werden kann. Noch sieht er Unwägbarkeiten bei der Orgel. Vielleicht könne das Instrument aus der Pallotti-Kirche in Olpe übernommen werden, die geschlossen werden soll. Insgesamt geht es bei der Renovierung um etwa 1,2 Millionen Euro. Ein Drittel davon muss die Gemeinde selbst aufbringen. Der Aufwand für die alte Kirche ist dabei „der größte Batzen“, bilanziert der Pfarrer. Und irgendwann soll dann auch der 3. Abschnitt folgen: der Außenanstrich für die alte Kirche. Heimische Handwerker, wo es geht Für die Handwerker in der Region ist das wie ein kleines Konjunkturprogramm. Sämtliche Arbeiten würden, wo dies möglich sei, an heimische Handwerker vergeben.

Leber ist zufrieden. „Der romanische Charakter ist aufgewertet“, sagt er mit Blick auf die frisch gestrichenen Wände und Säulen und hofft, „dass es lange hält.“ Er weiß aber auch: „Alle 30 Jahre muss man ran.“ Wie dann die Gemeinde aussieht, welchen Bedarf es dann noch an Sakralen Räumen gibt, und ob auch das Herz der nächsten Generation noch so für die alte Kirche schlägt, das weiß auch er nicht.
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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