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Drolshagen, Drolshagen, 5. Mai 2016

Ersteigerung im Internet spart 200.000 Euro

Rat trägt Online-Kauf von Rüstwagen mit

Das ist der Rüstwagen, den die Stadt Drolshagen online ersteigert hat.
Das ist der Rüstwagen, den die Stadt Drolshagen online ersteigert hat.
Foto: Kahlke
"Da muss noch der Lackdoktor ran", weist Armin Fahrenkrog, Leiter der Drolshagener Feuerwehr, auf ein paar Kratzer am Lack. Außerdem fehlen noch reflektierende Sicherheitsstreifen und - natürlich - der Schriftzug "Feuerwehr Drolshagen". Ansonsten ist der Chef der Feuerwehr rundum zufrieden mit seiner Neuerwerbung. Die Stadtverordneten waren es auch.

Sie billigten am Mittwoch, 4. Mai, einstimmig den Dringlichkeitsbeschluss zur Anschaffung, den Bürgermeister Ulrich Berghof und Tobias Brömme (SPD) gefasst hatten. CDU-Fraktionschef Georg Melchers lobte den Weg, das Fahrzeug übers Internet zu beschaffen, was der finanziellen Lage der Stadt gerecht werde. Er dankte den Mitgliedern der Feuerwehr für die Begutachtung und den Aufwand, den sie in ihrer Freizeit dafür geleistet hätten. "Gutes Geschäft" für die Stadt Von "hervorragender Zusammenarbeit" sprach Bürgermeister Ulrich Berghof. Die Feuerwehr habe Verständnis für die Lage der Stadt gehabt. Der Internet-Kauf sein "ein gutes Geschäft für Drolshagen" gewesen. Beifall aus allen Fraktionen zeigte, dass die Entscheidung unumstritten war. Immerhin werden damit rund 200.000 Euro eingespart, die beim Neukauf eines Rüstwagen zusätzlich hätten aufgewendet werden müssen.
In der nächsten Woche soll der Rüstwagen, den Fahrenkrog und Berghof am 9. April ersteigert hatten, in Dienst gestellt werden. Das 13 Jahre alte Fahrzeug war in einem Top-Zustand. Davon hatten sich Fahrenkrog und seine Kollegen vor Ort überzeugt.

Der alte Rüstwagen mit Metz-Aufbau war 1995 beschafft worden. Der Aufbau war marode. Man musste befürchten, dass er "runterfallen würde", so Fahrenkrog am Mittwoch, 4. Mai, in der Stadtverordnetenversammlung. Nach Anfragen in drei Werkstätten seien die Sanierungskosten für das Fahrzeug auf 15.000 Euro geschätzt worden - ohne den Aufbau. Wie teuer das geworden wäre, sei nicht abzuschätzen gewesen. Alter Rüstwagen, neues Wohnmobil? Auf der Ersteigerungsplattform von Bund, Ländern und Kommunen (www.zoll-auktion.de) sei man auf den Rüstwagen aus Auwege in der Nähe Hamburgs aufmerksam geworden. Für 52.700 Euro konnte der Wagen ersteigert werden. Zuletzt, so Fahrenkrog im Gespräch mit LokalPlus, sei nur noch ein Bieter aus Niedersachesen mit im Rennen gewesen.

Das alte Fahrzeug steht noch im Gerätehaus Drolshagen. Das soll ebenfalls veräußert werden. Das Fahrgestell, so Fahrenkrog, sei noch in Ordnung. Der Feuerwehr-Chef könnte sich vorstellen, dass es Interessenten gibt, die den alten Rüstwagen als Wohnmobil neu nutzen.
Ein Artikel von Rüdiger Kahlke

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